Betreuungskraft

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Als Betreuungskraft unterstützen Sie Menschen mit Handicap im Alltag. Diese Formen des Handicaps können von geistigen Behinderungen über Einschränkungen aufgrund des fortgeschrittenen Alters bis hin zu körperlichen Deformierungen reichen. Sie sind sowohl soziale als auch seelische Stütze und helfen den angesprochenen Personen in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens. Hierzu zählen beispielsweise Termine beim Arzt, das Einkaufen, kochen, waschen, Sport treiben usw. Sie sind Gesprächspartner bei schwierigen als auch trivialen Themen und beraten die zu betreuenden Personen inklusive deren Angehörigen eingehend.

Des Weiteren müssen Sie Verständnis für den Patienten zeigen und ihnen ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit vermitteln. Sie sind Ansprechpartner, Freund, Versorger und Haushaltshilfe zugleich. Motivation und Agilität müssen vermittelt werden, die Patienten sollen nach ihren Möglichkeiten fit bleiben und nicht in Lethargie versinken. Obacht, Sie als Betreuungskraft sollen unterstützen, jedoch nicht bevormunden! Es ist auch für die betroffenen Personen wichtig, dass nur jemand da ist, der zuhört. Selbst dies muss gelernt sein. Nächstenliebe ist in diesem Berufsbild das Fundament. Es ist unentbehrlich sich dahingehen damit identifizieren zu können, ansonsten werden Sie in diesem Beruf keine Zukunft haben.

Mit der Berufserfahrung wächst das Einfühlungsvermögen, Sie entwickeln Feingefühl, das gefördert und gehegt werden muss. Somit erarbeiten Sie sich eine weitere Basis, die Ihnen das Berufsleben erleichtern wird.

Die Ausbildung

Der Ablaufplan:

Als Betreuungskraft durchlaufen Sie eine rein schulische Ausbildung, das heißt, dass keine festen praktischen Teile vorgesehen sind, außer variablen Praktika. Die Vergütung divergiert je nach Praktikumsstätte. Berufserfahrung wird außerhalb der schulischen Vorrichtungen gesammelt. Dies unterscheidet sich aufgrund der Splittung der Ausbildung. Je nach Ausbildungsstätte werden Gebühren für die Schule fällig. Teile der schulischen Ausbildung umfassen die Vermittlung des Umgangs mit bekannten Krankheiten, welche im Alter auftreten. Dabei werden Demenzkrankheiten, psychische- und geistige Behinderungen vorgestellt und erklärt. Allerdings lernen Sie nicht nur Fakten über den Krankheitsverlauf, auch der Umgang mit den Betroffenen, die Kommunikationstechnik und Optionen zur Beschäftigung werden an den Mann gebracht. Grundlegende Kenntnisse, wie beispielsweise erste Hilfe und Rechtssicherheit zählen ebenso zum Lehrplan.

Dauer der Ausbildung:

Die Dauer der Ausbildung beträgt ein bis acht Monate und unterscheidet sich je nach Einrichtung bzw. Ausbildungsplatz.

Abschluss der Ausbildung:

Eine Abschlussprüfung beendet die schulische Ausbildung. Mit erfolgreichem Abschluss wird ein Zertifikat überreicht, mit welchem Sie sich in spezifischen Einrichtungen einbringen können.

Wie geht es weiter?

Die Arbeit muss auf die Person zugeschnitten sein. Sie als Betreuungskraft müssen hilfsbereit sein und ein starkes Nervenkostüm besitzen. Langeweile ist in diesem Beruf eine Fehlanzeige. Voraussetzung ist eine soziale Ader sowie Kreativität und Ideenreichtum. Die Patienten müssen abwechslungsreiche Beschäftigungen erfahren, um ein schönes Leben führen zu können. Ob privat oder in dafür vorgesehenen Einrichtungen, Sie müssen in der Lage sein, sich überall schnell einleben zu können. Die Arbeitszeiten sind unterschiedlich, denn Sie integrieren sich entweder in den Alltag eines Menschen oder richten sich nach den Zeiten des Pflege- oder Altenheims. Sie werden dementsprechend in Schichten eingeteilt oder arbeiten nach festen Dienstplänen. Unter anderem ist Teamfähigkeit unerlässlich. Psychische Stabilität und Belastbarkeit dürfen keine Fremdwörter sein.

Weiterbildung

Nach der Ausbildung bietet sich eine Weiterbildung zum Alten-, Haus- oder Familienpfleger an. Danach steigen die Verdienstmöglichkeiten, denn als Betreuungskraft ist zwar ein breites Spektrum an Möglichkeiten vorhanden, jedoch gibt es keine steile Karriereleiter. Ziel dieser Ausbildung ist es grundlegende Kenntnisse zu vermitteln, um Personen zu qualifizieren, welche examinierte Pfleger unterstützen sollen. Vorteil hier ist, dass Quereinsteiger keine Probleme haben, denn diese müssen keine Qualifikationen vorab besitzen, um diesen Lehrgang zu absolvieren.

Abschließende Checkliste

Betreuungskräfte tragen aus gesellschaftlicher Sicht eine riesige Verantwortung und sind heutzutage nötiger als je zuvor. Bevor Sie jedoch überstürzt in dieses Berufsbild geraten, sollten Sie sich vorher folgende Fragen stellen:

  • Besitze ich ausnahmslos Geduld, Verständnis und Einfühlungsvermögen, selbst wenn Vorgänge viel länger dauern als gewöhnlich?
  • Helfe ich gerne fremden Menschen und bin ich bereit, diese immer wieder neu zu motivieren?
  • Arbeite ich gerne mit alten Menschen zusammen und habe kein Problem auch über prekäre und unangenehme Dinge zu sprechen?
  • Macht es mir Spaß Pflege zu betreiben und verspüre ich dabei keinerlei abstoßende Gefühle?
  • Kann ich empathische Gefühle und Respekt widerspiegeln?

Sofern Sie alle diese Fragen mit einem „Definitiv!“ beantworten können, sind Sie genau die richtige Frau bzw. der richtige Mann für diesen Job. Sie werden von der Vielfältigkeit der Aufgaben überwältigt sein. Doch niemand kann die Befriedigung und die Glückselig, die Erfüllung in dem Betreuer besser hervorbringen, als die strahlenden Augen eines glücklichen Patienten.