Chirurg: Aufgaben, Ausbildung und Fachrichtungen

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Chirurgen behandeln den menschlichen Körper mit operativen Eingriffen. Sie entfernen erkranktes Gewebe, Organe oder Wucherungen, fügen verletzte Gewebeteile wieder zusammen und setzen Prothesen oder Organe ein. Die Chirurgie ist damit der operative Zweig der Humanmedizin.

Was ein Chirurg macht

Der Arbeitsschwerpunkt liegt im Operationssaal: Gewebe durchtrennen, erkrankte Strukturen entfernen, rekonstruieren und Wunden verschließen. Ein wesentlicher Teil jeder Operation ist die Blutstillung. Chirurgen arbeiten dabei eng mit Anästhesie, Pflege und weiteren Fachabteilungen zusammen und übernehmen auch die Vor- und Nachsorge der Patientinnen und Patienten.

Ausbildung zum Chirurgen

Der Weg zum Chirurgen führt über ein Medizinstudium mit anschließender Facharztweiterbildung. Beide Etappen bauen aufeinander auf.

Schaubild: Chirurg

Medizinstudium

Die Regelstudienzeit des Medizinstudiums beträgt zwölf Semester und drei Monate. Es gliedert sich in einen vorklinischen und einen klinischen Abschnitt und endet nach dem Praktischen Jahr mit dem Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. Anschließend kann die Approbation beantragt werden – die staatliche Erlaubnis, den ärztlichen Beruf auszuüben.

Zugang zum Studienplatz

Humanmedizin ist bundesweit zulassungsbeschränkt. Die Studienplätze werden zentral über hochschulstart vergeben, und zwar über drei Wege: die Abiturbestenquote, das Auswahlverfahren der Hochschulen und die Zusätzliche Eignungsquote. Einen festen, vorab garantierten Notendurchschnitt gibt es dabei nicht. Der benötigte Abiturschnitt ist zwar hoch, viele Hochschulen berücksichtigen aber zusätzliche Kriterien wie den Test für Medizinische Studiengänge (TMS), Auswahlgespräche oder eine einschlägige Berufsausbildung.

Facharztweiterbildung

An das Studium schließt die Weiterbildung zum Facharzt an. Für die chirurgischen Fächer dauert sie in der Regel sechs Jahre (72 Monate) und beginnt mit einer gemeinsamen chirurgischen Basisweiterbildung (Common Trunk), bevor die eigentliche Spezialisierung folgt. Abgeschlossen wird sie mit der Facharztprüfung vor der zuständigen Ärztekammer. Approbierte Ärztinnen und Ärzte sind zudem Pflichtmitglied ihrer Landesärztekammer. Die genaue Ausgestaltung regeln die Weiterbildungsordnungen der Länder, die von der Muster-Weiterbildungsordnung abweichen können.

Fachrichtungen der Chirurgie

Das Gebiet Chirurgie umfasst nach der Muster-Weiterbildungsordnung acht Facharztbezeichnungen:

  • Allgemeinchirurgie
  • Viszeralchirurgie
  • Gefäßchirurgie
  • Herzchirurgie
  • Thoraxchirurgie
  • Kinder- und Jugendchirurgie
  • Orthopädie und Unfallchirurgie
  • Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie

Persönliche Voraussetzungen

Der Beruf verlangt hohe körperliche und mentale Belastbarkeit, Konzentrationsfähigkeit über lange Operationen hinweg sowie ausgeprägtes handwerkliches Geschick und Feinmotorik. Hinzu kommen Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und die Bereitschaft zu Schicht- und Bereitschaftsdiensten.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert der Weg zum Chirurgen insgesamt?

Auf das Medizinstudium mit einer Regelstudienzeit von zwölf Semestern und drei Monaten folgt die Facharztweiterbildung, die für chirurgische Fächer in der Regel sechs Jahre dauert. Zusammen sind das rund zwölf Jahre.

Welche Facharztrichtungen der Chirurgie gibt es?

Das Gebiet Chirurgie gliedert sich in acht Facharztbezeichnungen: Allgemeinchirurgie, Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie, Herzchirurgie, Thoraxchirurgie, Kinder- und Jugendchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie.

Braucht man ein Einser-Abitur, um Medizin zu studieren?

Medizin ist stark nachgefragt und zulassungsbeschränkt, ein sehr guter Abiturschnitt verbessert die Chancen deutlich. Einen festen NC gibt es aber nicht: Über das Auswahlverfahren der Hochschulen zählen auch Kriterien wie der TMS, Auswahlgespräche oder eine einschlägige Berufsausbildung.

Welche persönlichen Voraussetzungen sollte man mitbringen?

Wichtig sind handwerkliches Geschick und Feinmotorik, körperliche und mentale Belastbarkeit, Konzentrationsvermögen sowie Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein.