Werkzeugmacher (Werkzeugmechaniker): Ausbildung, Aufgaben und Weiterbildung

Werkzeugmacher bei der Metallbearbeitung an der Werkzeugmaschine
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Werkzeugmacher stellen die Werkzeuge her, mit denen andere Produkte in Serie gefertigt werden – etwa Formen für den Kunststoff-Spritzguss oder Werkzeuge zum Stanzen und Umformen von Metall. Die offizielle Bezeichnung des Ausbildungsberufs lautet heute Werkzeugmechaniker/-in; „Werkzeugmacher“ ist die ältere, umgangssprachlich weiterhin gebräuchliche Bezeichnung. Es handelt sich um einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) im Bereich der Industrie.

Was macht ein Werkzeugmacher?

Werkzeugmacher fertigen Einzelteile aus unterschiedlichen Werkstoffen und montieren sie zu einsatzfähigen Werkzeugen, Formen und Vorrichtungen. Typische Erzeugnisse sind:

  • Spritzguss-, Press- und Prägeformen für die Kunststoff- und Metallverarbeitung;
  • Stanz- und Umformwerkzeuge für die industrielle Serienfertigung;
  • Vorrichtungen, mit denen Werkstücke bei der Bearbeitung sicher gehalten und positioniert werden;
  • Instrumente für die operative Medizintechnik.

Bei der Fertigung arbeiten sie an konventionellen und rechnergesteuerten (CNC-)Werkzeugmaschinen, prüfen Maße mit Mess- und Prüfmitteln und stellen die fertigen Werkzeuge ein. Als Einsatzgebiete unterscheidet die Ausbildung die Formen-, Instrumenten-, Stanz- und Vorrichtungstechnik.

Ausbildung zum Werkzeugmacher

Schaubild: Werkzeugmechaniker

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre (42 Monate) und wird dual absolviert – im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Unter bestimmten Voraussetzungen, etwa bei guten Leistungen oder einschlägiger Vorbildung, lässt sie sich verkürzen.

Voraussetzungen

Rechtlich ist keine bestimmte schulische Vorbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss ein. Wichtiger als einzelne Noten sind technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und Sorgfalt sowie solide Kenntnisse in Mathematik und Physik; auch die Fächer Werken/Technik sind eine gute Grundlage.

Ausbildungsinhalte

Während der Ausbildung lernen die Auszubildenden Werkstoffe und ihre Eigenschaften kennen, verschiedene Fertigungsverfahren wie Fräsen, Drehen, Schleifen und Erodieren, das Programmieren und Bedienen von CNC-Maschinen sowie die Mess- und Prüftechnik. Hinzu kommen Inhalte zum Arbeits- und Umweltschutz.

Abschlussprüfung

Der Beruf wird mit einer gestreckten Abschlussprüfung abgeschlossen, die aus zwei zeitlich getrennten Teilen besteht. Teil 1 findet vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und geht in das Gesamtergebnis ein; Teil 2 folgt am Ende der Ausbildung. Teil 2 umfasst die vier Prüfungsbereiche Arbeitsauftrag, Auftrags- und Funktionsanalyse, Fertigungstechnik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde und verbindet praktische Aufgaben mit schriftlichen Aufgabenstellungen.

Weiterbildung und Aufstieg

Nach der Ausbildung stehen mehrere Aufstiegswege offen. Dazu zählen die Weiterbildung zum/zur Industriemeister/-in der Fachrichtung Metall, zum/zur staatlich geprüften Techniker/-in – etwa im Bereich Maschinentechnik – sowie, mit Hochschulzugangsberechtigung, ein Studium, zum Beispiel im Maschinenbau oder in der Produktions- und Feinwerktechnik. Solche Aufstiegsfortbildungen lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen über das Aufstiegs-BAföG oder einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit fördern.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zum Werkzeugmacher?

Die Ausbildung zum Werkzeugmechaniker (Werkzeugmacher) dauert dreieinhalb Jahre, also 42 Monate. Unter bestimmten Voraussetzungen – etwa bei guten Leistungen oder einschlägiger Vorbildung – kann sie verkürzt werden.

Welche Voraussetzungen und Schulnoten braucht man?

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben; in der Praxis werden überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss eingestellt. Wichtiger als einzelne Noten sind technisches Verständnis, handwerkliches Geschick sowie solide Kenntnisse in Mathematik und Physik.

Was ist der Unterschied zwischen Werkzeugmacher und Werkzeugmechaniker?

Gemeint ist derselbe Beruf. „Werkzeugmechaniker/-in“ ist die aktuelle offizielle Bezeichnung des anerkannten Ausbildungsberufs, „Werkzeugmacher“ die ältere, umgangssprachlich noch gebräuchliche Bezeichnung.

In welchen Bereichen arbeiten Werkzeugmacher?

Typische Einsatzgebiete sind die Formen-, Stanz-, Vorrichtungs- und Instrumententechnik. Beschäftigung finden Werkzeugmacher vor allem im Werkzeug- und Formenbau, in der industriellen Serienfertigung von Kunststoff- und Metallteilen sowie in der Herstellung medizintechnischer Instrumente.