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Messebauer entwickeln und gestalten Messestände samt Umfeld – entweder direkt vor Ort auf Messen und Ausstellungen oder in der Werkstatt, wo die einzelnen Teile vorgefertigt werden. Arbeitgeber sind auf diesen Bereich spezialisierte Messebaufirmen und Werbeagenturen.
Aufgaben im Messebau
Die Arbeit reicht von der ersten Idee bis zum Abbau nach Messeschluss. Zu den typischen Aufgaben gehören:
- Konzeption und Planung der Messestände und ihrer Bestandteile
- Technik: Beleuchtung, Medien sowie Anschlüsse für Strom- und Netzwerkversorgung
- Grafische Gestaltung mit Elementen wie Pop-up- und Banner-Displays
- Terminplanung für Lieferung, Aufbau, Installation, Nachbesserung und zügigen Abbau
Je nach Aufgabengebiet arbeiten Messebauer eigenständig oder in Absprache mit Fachleuten. Sie bedienen Maschinen, teils computergesteuert, und achten auf die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften.
Anforderungen
Welche Fähigkeiten im Vordergrund stehen, hängt vom konkreten Aufgabengebiet ab. Für die Beratung von Kunden und die Absprachen mit Auftraggebern und Fachfirmen sind Kommunikationsfähigkeit und Durchsetzungsvermögen wichtig. Die Entwicklung und Gestaltung der Bauten setzt kreatives Denken, technisches Verständnis und handwerkliches Geschick voraus. Hinzu kommen Organisationstalent, Improvisationsvermögen und die Fähigkeit, selbstständig zu entscheiden und sich an betrieblichen Zielen zu orientieren. Vorausgesetzt werden außerdem die Bereitschaft zu Schicht- und Wochenendarbeit sowie ein hohes Maß an Reisebereitschaft.
Ausbildungs- und Qualifizierungswege
„Messebauer“ ist kein eigener anerkannter Ausbildungsberuf. Der Zugang führt in der Regel über eine abgeschlossene handwerkliche oder technische Ausbildung – etwa als Tischler/in, Trockenbaumonteur/in oder Metallbauer/in. Wer den Messebau von Anfang an in den Blick nimmt, findet ihn außerdem als mögliches Einsatzgebiet im anerkannten Ausbildungsberuf Holzmechaniker/in: Die dreijährige duale Ausbildung wird in drei Fachrichtungen angeboten, und Ausstellungs- und Messebau zählt zu den typischen Tätigkeitsfeldern.
Lehrgänge zur beruflichen Anpassung können den Einstieg zusätzlich erleichtern, zum Beispiel Qualifizierungen in der Kunststoffbe- und -verarbeitung, in der Holzbearbeitung mit CNC-/NC-Technik, in CAD-Technik Holz oder in der Veranstaltungstechnik.
Zum Handwerkszeug gehört auch das Wissen über die gängigen Standformen. Sie unterscheiden sich vor allem durch die Zahl der offenen Seiten:
- Reihenstand – nur zur Vorderseite offen
- Eckstand – am Ende einer Reihe, zwei offene Seiten
- Kopfstand – drei offene Seiten
- Blockstand (Inselstand) – freistehend, von allen Seiten zugänglich
- Etagenstand – zweigeschossiger Aufbau
Für die Weiterqualifizierung gibt es mehrere Wege: Gelernte Tischler können an einer Fachschule den Meisterbrief erwerben. Alternativen sind der Abschluss als Industriemeister der Fachrichtung Holz oder als staatlich geprüfte/r Techniker/in im Fachbereich Holztechnik.
Studium
Einen eigenen Studiengang „Messebau“ gibt es nicht. Wer für dieses Berufsbild einen Hochschulabschluss anstrebt, hat aber mehrere Möglichkeiten. Die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Ravensburg bietet den dualen Studiengang „BWL – Messe-, Kongress- und Eventmanagement“ an. Er schließt nach drei Jahren mit dem Bachelor of Arts (B.A.) ab, umfasst 210 ECTS-Punkte und wechselt regelmäßig zwischen Theoriephasen an der Hochschule und Praxisphasen in einem Partnerunternehmen.
Wer den gestalterischen Schwerpunkt sucht, findet Alternativen in den Studiengängen Innenarchitektur und Design, die an zahlreichen Hochschulen angeboten werden.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es eine anerkannte Ausbildung zum Messebauer?
„Messebauer“ ist kein eigenständiger anerkannter Ausbildungsberuf. Der Einstieg erfolgt über eine handwerkliche oder technische Ausbildung. Ausstellungs- und Messebau ist zudem ein mögliches Einsatzgebiet im anerkannten Ausbildungsberuf Holzmechaniker/in.
Welche Ausbildungen erleichtern den Einstieg als Messebauer?
Gut geeignet sind handwerkliche und technische Berufe wie Tischler/in, Trockenbaumonteur/in oder Metallbauer/in. Ergänzend helfen Anpassungslehrgänge, etwa in CNC-/CAD-Holzbearbeitung oder in der Veranstaltungstechnik.
Kann man Messebau studieren?
Einen reinen Messebau-Studiengang gibt es nicht. Nah dran ist das duale Studium „BWL – Messe-, Kongress- und Eventmanagement“ (B.A.) an der DHBW Ravensburg; gestalterisch orientierte Alternativen sind Innenarchitektur und Design.
Welche Weiterbildungen gibt es im Messebau?
Nach einiger Berufserfahrung bieten sich der Meisterbrief (etwa als Tischlermeister), der Industriemeister der Fachrichtung Holz oder der Abschluss als staatlich geprüfte/r Techniker/in im Bereich Holztechnik an.