Rettungsassistent: Aufgaben, Ausbildung und der Wechsel zum Notfallsanitäter

Rettungswagen im Einsatz
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Der Rettungsassistent war lange die höchste nichtärztliche Qualifikation im deutschen Rettungsdienst. Seit dem 1. Januar 2014 wird der Beruf durch den Notfallsanitäter abgelöst – eine neue Ausbildung zum Rettungsassistenten ist seither nicht mehr möglich. Die Aufgaben im Rettungsdienst sind im Kern jedoch dieselben geblieben.

Aufgaben eines Rettungsassistenten

Zu den Aufgaben zählt zunächst die Erste Hilfe am Einsatzort. Rettungsassistenten – heute Notfallsanitäter – ergreifen lebensrettende Sofortmaßnahmen und versorgen Patienten notfallmedizinisch, bis ein Arzt eintrifft. Auch der Transport von Patienten gehört dazu. Dafür muss zunächst die Transportfähigkeit hergestellt werden; während der Fahrt sind die Körperfunktionen des Patienten laufend zu überwachen.

Nach einem Einsatz reinigen sie die genutzten Rettungsmittel und erstellen Transportnachweise sowie Notfallprotokolle. Wer im Innendienst arbeitet – etwa in einer Rettungsleitstelle oder auf einer Rettungswache –, nimmt eingehende Notrufe entgegen und koordiniert die passenden Einsätze.

Wo Rettungsassistenten arbeiten

Beschäftigt sind Fachkräfte im Rettungsdienst vor allem bei Rettungs- und Krankentransportdiensten. Weitere Einsatzfelder sind Feuerwehren, Hilfs- und Katastrophenschutzorganisationen sowie Blutspendedienste. Im aktiven Einsatz arbeiten Notfallsanitäter überwiegend auf dem Rettungswagen und dem Notarzteinsatzfahrzeug.

Vom Rettungsassistenten zum Notfallsanitäter

Der Beruf des Rettungsassistenten wurde 1989 mit dem Rettungsassistentengesetz eingeführt. Mit dem Notfallsanitätergesetz (NotSanG) vom 22. Mai 2013, das zum 1. Januar 2014 in Kraft trat, wurde er durch den Notfallsanitäter ersetzt. Das alte Rettungsassistentengesetz galt noch bis zum 31. Dezember 2014, sodass in der Übergangsphase begonnene Ausbildungen abgeschlossen werden konnten.

Bereits ausgebildete Rettungsassistenten konnten über eine staatlich geregelte Ergänzungsprüfung die neue Berufsbezeichnung Notfallsanitäter erwerben. Wie viel zusätzliche Ausbildung dafür nötig war, hing von der Berufserfahrung ab. Diese Übergangsregelung lief Ende 2023 aus.

Die Ausbildung zum Notfallsanitäter

Schaubild: Rettungsassistent und Notfallsanitäter

Die frühere Ausbildung zum Rettungsassistenten fand an Berufsfachschulen statt und dauerte in der Regel zwei Jahre. Sie war in zwei Abschnitte gegliedert: Im ersten Jahr überwog der theoretische Unterricht, ergänzt um Praktika in Klinikabteilungen und abgeschlossen mit einer staatlichen Prüfung. Das zweite Jahr fand überwiegend auf einer Lehrrettungswache statt und vermittelte die praktischen Kompetenzen.

Die heutige Ausbildung zum Notfallsanitäter ist bundesweit einheitlich im Notfallsanitätergesetz geregelt und dauert in Vollzeit drei Jahre (in Teilzeit höchstens fünf Jahre). Sie umfasst insgesamt 4.600 Stunden: rund 1.920 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht an einer staatlich anerkannten Schule, etwa 1.960 Stunden praktische Ausbildung an einer Lehrrettungswache und 720 Stunden in geeigneten Krankenhäusern. Am Ende steht eine staatliche Prüfung aus einem schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil.

Für den Zugang zur Ausbildung sind die gesundheitliche Eignung für den Beruf sowie ein mittlerer Schulabschluss erforderlich. Alternativ genügt ein Hauptschulabschluss zusammen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung von mindestens zwei Jahren.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es den Beruf Rettungsassistent heute noch?

Nein, nicht mehr als eigenen Ausbildungsberuf. Seit dem 1. Januar 2014 wird der Rettungsassistent durch den Notfallsanitäter abgelöst; das Rettungsassistentengesetz galt nur noch bis Ende 2014. Bereits erworbene Rettungsassistenten-Qualifikationen behalten aber ihre Gültigkeit.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Notfallsanitäter?

Die Ausbildung dauert in Vollzeit drei Jahre, in Teilzeit höchstens fünf Jahre, und umfasst insgesamt 4.600 Stunden aus Theorie und Praxis. Sie schließt mit einer staatlichen Prüfung ab.

Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung?

Erforderlich sind die gesundheitliche Eignung für den Beruf und ein mittlerer Schulabschluss. Wer einen Hauptschulabschluss hat, kann die Ausbildung mit einer zusätzlichen, mindestens zweijährigen abgeschlossenen Berufsausbildung beginnen.

Können frühere Rettungsassistenten Notfallsanitäter werden?

Ja. Über eine staatlich geregelte Ergänzungsprüfung konnten Rettungsassistenten die Berufsbezeichnung Notfallsanitäter erwerben; der Umfang der zusätzlichen Ausbildung richtete sich nach der Berufserfahrung. Diese Übergangsregelung endete am 31. Dezember 2023.