Themenreihe “Wie wird man eigentlich” II: Energiemanager

© Rudie – Fotolia.com
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Warum Energiemanagement immer wichtiger wird

Angesichts der immer drängender werdenden Frage nach Umweltschutz, Reduzierung des CO2-Ausstoßes, Nachhaltigkeit und verantwortungsvoller Nutzung fossiler Brennstoffe wird die Forderung nach einem effizienten Energiemanagement – gerade für Unternehmen – immer lauter. Eines der wichtigsten Instrumente für den Umweltschutz ist der effiziente Einsatz von Ressourcen. In diesem Zusammenhang hat die Bundesregierung Vorgaben für Industrie und Handel gemacht, die seit 2008 sukzessive umgesetzt werden.

Um eine Ermäßigung der Energiesteuer zu erhalten, ist seit 2011 der Einsatz von Energiemanagementsystemen in Unternehmen Voraussetzung. Seit 2013 müssen diese Systeme laut gesetzlicher Vorgaben stets fortgeschrieben und zertifiziert werden. Dies setzt wiederum eine jährliche Prüfung der Systeme voraus.

Die ISO 14001 Zertifizierung weist nach, dass die gesetzlichen Vorgaben in Hinblick auf die Verringerung von negativen Auswirkungen auf die Umwelt eingehalten werden.

Warum ein gesonderter Beruf für dieses Thema?

Die Aufgaben eines Energiemanagers sind vielfältig und von Verantwortung, analytischem Denken und Vorgehen sowie selbstständigem Handeln geprägt. Die Aufnahme des Ist-Zustandes, die Auswertung der Daten und die daraus resultierenden Aufgaben zur Optimierung der Energieeffizienz machten es notwendig, einen eigenständigen Berufsbereich mit klarer Stellenbeschreibung zu schaffen. Die Tätigkeiten reichen in zahlreiche Unternehmensbereiche hinein. So werden u. a. betriebswirtschaftliche Fragen auf Managementebene untersucht und die entsprechenden Lösungsansätze in den betroffenen Abteilungen vorgestellt und umgesetzt. Um den unterschiedlichen Anforderungen dieses Arbeitsbereiches im Ganzen gerecht zu werden, wird ein Hochschulstudium vorausgesetzt.

Was macht eine Energiemanager?

Die Aufgabenbereiche und Einsatzgebiete eines Energiemanagers sind äußerst vielfältig und breit gefächert. Sie können sowohl in Unternehmen der Energieversorgung als auch in Unternehmen mit hohem Energiebedarf (Produktion etc.) tätig sein. Weitere Einsatzmöglichkeiten finden Energiemanager in Ingenieurs- und Planungsbüros, an Hochschulen sowie in Einrichtungen, die sich mit internationalen Projekten zum Thema Energieeffizienz und/oder Umweltschutz beschäftigen.

Die Arbeitsgebiete sind – abhängig von der Unternehmensbranche – häufig im Management und der Unternehmensführung angesiedelt. Aber auch im Qualitätsmanagement, im Angebotswesen und der Kalkulation, im Vertrieb bzw. Verkauf, in der Beschaffung sowie im Marketing wird ihr Fachwissen benötigt. Nach Abschluss eines Masterstudiums sind außerdem Tätigkeiten in der wissenschaftlichen Forschung eine Option.

Zu den Aufgaben eines Energiemanagers gehören im Einzelnen die Aufnahme und Analyse des Ist-Zustandes, die Konzipierung und Entwicklung optimaler Ressourcennutzung und die Implementierung im Unternehmen bzw. beim Verbraucher. Produktions- und andere Anlagen werden auf ihre Wirtschaftlichkeit untersucht, woraufhin die Prozesse beurteilt und notwendige bzw. sinnvolle Investitionen kalkuliert werden. Dies ist die Grundlage für die Prüfung alternativer Angebote von Versorgungsunternehmen sowie die entsprechenden Entscheidungen. Energiemanager, die direkt bei den Versorgungsunternehmen beschäftigt sind, haben einen hohen Einfluss auf die Preispolitik. Sie kalkulieren Preise, entwickeln wettbewerbsfähige Versorgungsangebote für Unternehmen und Endverbraucher und erschließen weitere Märkte.

Auch Beratertätigkeiten im Auftrag von Stadt- und Gemeindeverwaltungen sind möglich. Dazu gehören die Erfassung von Verbrauchsdaten, die Bewertung der Gebäudetechnik und die Entwicklung von Plänen für Sparmaßnahmen und Ressourcen-Optimierung.

Umfangreiche Kenntnisse im Controlling und im betriebswirtschaftlichen Finanzwesen sind ebenso notwendig wie Rechtskenntnisse und Fachwissen des Energiewesens. Da Energiemanager eine Schnittstelle bilden zwischen unterschiedlichen Personengruppen (Ingenieure und Geschäftsführung, Versorger und Verbraucher etc.), sind selbstständiges und verantwortungsvolles Handeln, kommunikative Fähigkeiten und eine gut ausgebildete soziale Kompetenz Grundvoraussetzung für ihre Arbeit.

Wie wird man Energiemanager?

Um die Anforderungen des Berufsbildes Energiemanager in vollem Umfang erfüllen zu können, ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium Voraussetzung, z. B. über den Bachelor-Studiengang Energie-/Ressourcenmanager oder über ein betriebswirtschaftliches Studium mit Schwerpunkt Energiemanagement. Werden Tätigkeit auf Führungsebene im Unternehmen oder in Wissenschaft und Forschung angestrebt, ist ein konsekutives Masterstudium, ggf. auch eine Promotion erforderlich.

Masterstudiengänge werden u. a. in folgenden Fachbereichen angeboten:

– Energie-/Ressourcenmanagement
– Energietechnik
– Erneuerbare Energien
– Betriebswirtschaft/Business Administration

Bachelor- und Master-Studiengänge dieser Fachbereiche können sowohl an Vollzeit-Präsenzuniversitäten, aber auch in berufsbegleitender Variante und als Fernstudium durchgeführt werden.

Lesenswertes:

Gehalt eines Energiemanagers