Energiemanager werden: Aufgaben, Studium und Berufsbild

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Ein effizienter Umgang mit Energie ist für Unternehmen längst zur Daueraufgabe geworden – aus Kostengründen ebenso wie wegen gesetzlicher Vorgaben. Wer diese Aufgabe steuert, ist der Energiemanager. Dieser Beitrag erklärt, was den Beruf ausmacht und wie man Energiemanager werden kann.

Warum Energiemanagement immer wichtiger wird

Klimaschutz, die Reduzierung des CO₂-Ausstoßes und der sparsame Umgang mit Ressourcen rücken den effizienten Einsatz von Energie in den Mittelpunkt – gerade in Unternehmen. Der Gesetzgeber hat dafür Anreize geschaffen: Seit 2013 ist der sogenannte Spitzenausgleich, also die teilweise Entlastung des produzierenden Gewerbes von Strom- und Energiesteuer, an den Betrieb eines zertifizierten Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 oder eines Umweltmanagementsystems nach EMAS gebunden. Rechtsgrundlage ist die Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV). Die maßgebliche Norm für Energiemanagementsysteme ist ISO 50001; das dort geforderte Vorgehen wird laufend überprüft und die Zertifizierung regelmäßig erneuert. Die konkreten Entlastungsregelungen wurden seither mehrfach angepasst.

Was macht ein Energiemanager?

Energiemanager analysieren den Energieverbrauch eines Betriebs, entwickeln Konzepte zur Steigerung der Energieeffizienz und setzen diese um. Sie nehmen den Ist-Zustand auf, werten Verbrauchsdaten aus und bewerten Maschinen und Anlagen im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Einsparpotenzial. Auf dieser Grundlage kalkulieren sie sinnvolle Investitionen, prüfen alternative Angebote von Versorgungsunternehmen und verhandeln mit diesen.

Weil der Beruf an der Schnittstelle zwischen Technik, Betriebswirtschaft und Recht liegt, gehören auch Aufgaben im Controlling und in der Finanzierungsplanung dazu, ebenso rechtliche Fragen des Energiewesens. Energiemanager vermitteln zwischen unterschiedlichen Gruppen – etwa zwischen Ingenieurinnen und Ingenieuren, Geschäftsführung, Versorgern und Verbrauchern. Selbstständiges, verantwortungsvolles Arbeiten und kommunikative Fähigkeiten sind deshalb wichtige Voraussetzungen. In beratender Funktion erfassen sie Verbrauchsdaten, beurteilen die Gebäudetechnik und erstellen Sanierungs- und Sparkonzepte; in großen Betrieben führen sie zudem Energieaudits durch.

In welchen Branchen und Bereichen arbeiten Energiemanager?

Die Einsatzgebiete sind breit gefächert. Energiemanager arbeiten in Unternehmen der Energieversorgung ebenso wie in Betrieben mit hohem Energiebedarf, etwa in der Produktion. Weitere Möglichkeiten bieten Ingenieur- und Planungsbüros, Hochschulen sowie Einrichtungen, die sich mit Energieeffizienz- und Umweltschutzprojekten befassen. Auch Städte und Gemeindeverwaltungen ziehen Energieberaterinnen und -berater hinzu.

Je nach Branche sind die Tätigkeiten häufig im Management und in der Unternehmensführung angesiedelt, daneben im Qualitätsmanagement, in Kalkulation und Angebotswesen, im Vertrieb, in der Beschaffung und im Marketing. Nach einem Masterabschluss kommt außerdem die wissenschaftliche Forschung infrage.

Wie wird man Energiemanager?

Schaubild: So wird man Energiemanager

Um als Energiemanager zu arbeiten, ist in der Regel ein Studium Voraussetzung. Klassische Wege sind ein Bachelorstudium im Bereich Energie- und Ressourcenmanagement oder ein betriebswirtschaftliches Studium mit Schwerpunkt Energiemanagement; auch Studiengänge zu erneuerbaren Energien in Kombination mit Managementinhalten führen in den Beruf. Für Führungsaufgaben sowie für Tätigkeiten in Wissenschaft und Forschung ist meist ein darauf aufbauendes Masterstudium erforderlich, teils auch eine Promotion.

Typische Studieninhalte sind Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, der Energietechnik und regenerativer Energiesysteme sowie des Projekt- und Energiemanagements. Passende Fachrichtungen für einen Master sind unter anderem:

  • Energie- und Ressourcenmanagement
  • Energietechnik
  • Erneuerbare Energien
  • Betriebswirtschaft / Business Administration

Solche Bachelor- und Masterstudiengänge lassen sich nicht nur als Vollzeit-Präsenzstudium absolvieren, sondern häufig auch berufsbegleitend oder als Fernstudium.

Häufig gestellte Fragen

Welches Studium braucht man, um Energiemanager zu werden?

Meist ein Studium im Bereich Energie- und Ressourcenmanagement oder erneuerbare Energien in Kombination mit Energiemanagement; auch ein betriebswirtschaftliches Studium mit Schwerpunkt Energie ist ein üblicher Weg. Für Führungspositionen wird in der Regel ein Masterabschluss vorausgesetzt.

In welchen Branchen arbeiten Energiemanager?

Vor allem in der Energieversorgung und in energieintensiven Industriebetrieben, außerdem in Ingenieur- und Planungsbüros, an Hochschulen, in Beratungseinrichtungen sowie in kommunalen Verwaltungen.

Welche Norm ist für Energiemanagementsysteme maßgeblich?

Die zentrale Norm ist DIN EN ISO 50001. Für den Spitzenausgleich wird alternativ ein Umweltmanagementsystem nach EMAS anerkannt; kleine und mittlere Unternehmen können unter bestimmten Voraussetzungen auch ein alternatives Effizienzsystem nachweisen.

Seit wann ist ein Energiemanagementsystem Voraussetzung für den Spitzenausgleich?

Seit 2013. Mit der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung wurde die teilweise Entlastung von Strom- und Energiesteuer an ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50001 oder ein EMAS-System gebunden. Die Regelungen wurden seither mehrfach angepasst.