Demenzexperte: Weiterbildung, Voraussetzungen und Aufgaben im Überblick

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Demenzexperte: Aufgaben und Rolle

Mit dem steigenden Durchschnittsalter der Bevölkerung nimmt die Zahl der Menschen mit Demenz zu – und damit der Bedarf an Fachkräften, die sich im Umgang mit der Erkrankung besonders auskennen. Demenz ist dabei weit mehr als Vergesslichkeit: Je nach Verlauf kommt es zu Einschränkungen der kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten. Betroffen sind vor allem Kurzzeitgedächtnis, Denkvermögen, Sprache und Motorik, bis hin zu einer Veränderung der Persönlichkeit.

Ein Demenzexperte ist zentrale Ansprechperson für alle Fragen rund um die Erkrankung. Im Mittelpunkt stehen die Begleitung und Beratung von Angehörigen sowie die Unterstützung der Erkrankten in den verschiedenen Krankheitsphasen – etwa, um sie im Alltag zu aktivieren und zu motivieren. In Pflegeeinrichtungen und Kliniken steht der Demenzexperte zudem den Kolleginnen und Kollegen mit Fachwissen zur Seite.

„Demenzexperte“ ist dabei keine geschützte oder staatlich geregelte Berufsbezeichnung, sondern eine Zusatzqualifikation, die verschiedene Fach- und Fernakademien sowie Klinikakademien anbieten. Eine anbieterunabhängige Personenzertifizierung gibt es zusätzlich über die DEKRA.

Weiterbildung zum Demenzexperten

Die Weiterbildung richtet sich vor allem an Beschäftigte aus dem medizinischen und pflegerischen Bereich.

Besonders sinnvoll ist sie für:

  • Pflegekräfte und medizinisches Fachpersonal
  • Mitarbeitende aus Pflegediensten und der Seniorenbetreuung
  • Mitarbeitende in Krankenkassen und Sanitätshäusern
  • Ärztinnen und Ärzte einschlägiger Fachrichtungen
  • Apothekerinnen und Apotheker
  • Physiotherapeuten

Ziel ist es, das Fachwissen zu vermitteln, um Menschen mit Demenz verantwortungsvoll und wertschätzend zu betreuen. Die Teilnehmenden lernen die verschiedenen Möglichkeiten der Betreuung und Beschäftigung kennen und wie sich das Thema Demenz organisatorisch in Altenpflege, Tagespflege oder Klinik einbinden lässt. So sollen Handlungs- und Kommunikationskompetenz steigen, auch für schwierige Situationen.

Voraussetzungen, Dauer und Prüfung

Weiterbildungen zum Demenzexperten werden häufig als E-Learning oder Fernlehrgang angeboten, sodass sich das Lernen mit dem Beruf vereinbaren lässt. Dauer und Umfang unterscheiden sich allerdings deutlich je nach Anbieter und Format – von kompakten Kursen mit wenigen Unterrichtseinheiten bis zu mehrmonatigen Fernlehrgängen. Die klinikbezogene Weiterbildung „Demenzexperte im Krankenhaus“ der UKSH Akademie umfasst beispielsweise 56 Unterrichtsstunden, die über einen längeren Zeitraum absolviert werden.

Für die fachliche Prüfung setzen die Anbieter in der Regel eine abgeschlossene Ausbildung in einem pflegerischen, medizinischen oder sozialen Beruf sowie mindestens ein Jahr einschlägige Berufserfahrung voraus; alternativ ist der Zugang teils über eine Qualifikation als Betreuungskraft mit mehrjähriger Praxis möglich. Wer noch keine medizinische Vorbildung hat, kann zunächst eine Qualifizierung zur Betreuungskraft absolvieren.

Abgeschlossen wird häufig mit einer – oft als Multiple-Choice angelegten – Prüfung. Neben institutseigenen Zertifikaten bietet die DEKRA ein anbieterunabhängiges Zertifizierungsverfahren an; das Zertifikat „Demenzexperte/in“ wird nach bestandener externer Prüfung vergeben.

Demenzexperte, Betreuungskraft und Demenzbegleiter – wo liegt der Unterschied?

Von der fachlichen Vertiefung „Demenzexperte“ zu unterscheiden ist die zusätzliche Betreuungskraft nach §§ 43b, 53b SGB XI (früher § 87b bzw. § 53c). Grundlage ist der Anspruch pflegebedürftiger Menschen auf zusätzliche Betreuung und Aktivierung (§ 43b SGB XI); die Qualifikation richtet sich nach den Richtlinien des GKV-Spitzenverbandes (§ 53b SGB XI) und umfasst mindestens 160 Unterrichtsstunden sowie ein Betreuungspraktikum. Betreuungskräfte – teils auch „Demenzbegleiter“ genannt – aktivieren und begleiten Menschen mit Demenz im Alltag, dürfen aber keine Grund- oder Behandlungspflege übernehmen. Der Demenzexperte baut dagegen auf einer bereits vorhandenen Qualifikation auf und übernimmt eher eine beratende, fachlich vertiefte Rolle.

Inhalte der Weiterbildung

Auf dem Lehrplan steht umfassendes Wissen rund um das Thema Demenz und dessen Einordnung in das Gesundheitssystem. Dazu gehören unter anderem:

  • Grundlagenwissen zum Thema Demenz
  • Diagnostik, Behandlung und Pflege bei Demenz
  • Versorgung von Menschen mit Demenz im Gesundheitssystem
  • Prävention durch Bewegung und Ernährung
  • Nicht-medikamentöse Therapiemöglichkeiten
  • Schulung und Unterstützung von Angehörigen
  • Besondere Lebenssituationen bei Demenz
  • Wohn- und Betreuungskonzepte
  • Möglichkeiten der Tagespflege
  • Gesetzliche Anforderungen und Zusammenarbeit mit dem Medizinischen Dienst (MD, früher MDK)
Schaubild: Demenzexperte

Demenzexperten arbeiten vor allem in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, in Reha und Geriatrie. Wichtig sind ein würdevoller, respektvoller Umgang und Kommunikation auf Augenhöhe: Jeder Krankheitsverlauf ist anders, deshalb braucht es individuelle Begleitung und eine hohe Sensibilität für die jeweilige Situation. Da es an ausgebildeten Fachkräften vielerorts mangelt, sind die Einsatzfelder breit.

Häufig gestellte Fragen

Welche Voraussetzungen braucht man für die Weiterbildung zum Demenzexperten?

Für die Weiterbildung selbst gibt es je nach Anbieter oft keine festen Zugangshürden. Für die fachliche (z. B. DEKRA-)Prüfung wird jedoch in der Regel eine abgeschlossene Ausbildung in einem pflegerischen, medizinischen oder sozialen Beruf und mindestens ein Jahr einschlägige Berufserfahrung vorausgesetzt. Teilweise ist der Zugang auch über eine Qualifikation als Betreuungskraft mit mehrjähriger Praxis möglich.

Wie lange dauert die Weiterbildung und was kostet sie?

Eine einheitliche Dauer gibt es nicht – die Angebote reichen von kompakten Kursen bis zu mehrmonatigen Fernlehrgängen. Auch die Kosten hängen von Anbieter, Format und Umfang ab und werden von den Anbietern direkt genannt; eine mögliche DEKRA-Prüfungsgebühr kommt gegebenenfalls separat hinzu.

Wo kann ein Demenzexperte arbeiten?

Typische Einsatzorte sind Krankenhäuser, Pflege- und Senioreneinrichtungen, Tagespflege sowie Reha und Geriatrie. Die Qualifikation ergänzt einen bestehenden Pflege- oder Gesundheitsberuf und wird dort vor allem in der Begleitung, Beratung und Anleitung eingesetzt.

Was ist der Unterschied zwischen Demenzexperte und Demenzbegleiter?

„Demenzbegleiter“ ist meist eine andere Bezeichnung für die zusätzliche Betreuungskraft nach §§ 43b, 53b SGB XI: Sie begleitet und aktiviert Menschen mit Demenz im Alltag, ohne Grund- oder Behandlungspflege zu leisten. Der Demenzexperte baut dagegen auf einer bereits abgeschlossenen Ausbildung auf und übernimmt eine fachlich vertiefte, beratende Rolle.

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