Astronaut

Astronaut werden
© Vadimsadovski ID: 139734558 stock.adobe.com

Die unendlichen Weiten des Weltalls – was für viele wie ein Abenteuer klingt, ist für andere harter Arbeitsalltag. Seit die Menschheit aktiv das All erforscht, sind 534 Menschen in die Schwerelosigkeit gereist. Der Beruf ist herausfordernd, die Ausbildung langwierig und anspruchsvoll. Wer auf der Raumstation ISS landen darf, hängt von der eigenen Leistungsfähigkeit und fachlichen Kompetenz ab. Was ist nötig, um Astronaut bzw. Raumfahrer zu werden?

Ausbildung und/oder Werdegang zum Beruf

Astronauten widmen sich der Erforschung des Weltalls. Sie erkunden die Auswirkungen kosmischer Strahlen oder explorieren die globalen Folgen des Klimawandels. Die Entdeckung neuer, erdähnlicher Planeten gehört ebenfalls zum Arbeitsalltag. Da sich die Schwerelosigkeit unmittelbar auf die körperliche Fitness auswirkt, stehen ausgedehnte Sporteinheiten auf dem Tagesplan. Um die Muskeln vor einem Abbau zu bewahren, sind zweistündige Trainingseinheiten jeden Tag obligatorisch.

Wer sich für den Beruf des Astronauten interessiert, muss mit einem längerfristigen Arbeitsumfeld im Weltall zurechtkommen. Die Raumstation ISS befindet sich bspw. in einer Entfernung von ca. 400 km zur Erdoberfläche. Dort kreist sie innerhalb von anderthalb Stunden um den Planeten. Als Raumfahrer gehört es zum Job, auf dieser Station Zeit zu verbringen. Wie ist die Ausbildung bzw. der Werdegang zum Astronauten aufgebaut? Der folgende Abschnitt widmet sich dieser Thematik.

Regelung der Ausbildung / Ablauf

Die Gesundheit steht für Astronauten an erster Stelle. Damit sie für die Arbeit in der Schwerelosigkeit geeignet sind, sind sowohl Alkohol als auch Rauchen tabu. Eine Kontrolle des gesundheitlichen Zustands ist in diesem Berufsfeld Teil der Ausbildung und der Auswahlverfahren.

Um ins Weltall fliegen zu können, brauchen Astronauten fundierte wissenschaftliche Kenntnisse. Deswegen startet die Ausbildung üblicherweise mit einem naturwissenschaftlich ausgerichtetem Studium (Technik, Biologie, Physik, Chemie, Medizin). Es sind mittlerweile gezielt Studiengänge zur Luft- und Raumfahrttechnik absolvierbar.

Das Studium gliedert sich in einen grundständigen Studiengang, der mit einem Bachelorgrad abschließt. Für die Ausbildung zum Raumfahrer ist ein spezialisierender Masterabschluss notwendig. Im Anschluss daran entscheiden sich viele Astronauten für eine Promotion und den Doktorgrad. Das ist jedoch keine zwingende Vorgabe. Vielmehr verfügt die Hälfte aller Raumfahrer über einen Doktortitel. Der höchste akademische Grad erhöht u. U. die Ausbildungschancen.

Nach dem Studium ist die Bewerbung und Ausbildung als sog. Astronautenanwärter bei der ESA erreichbar. Dieser Ausbildungsteil geht mit einem umfassenden Auswahlverfahren einher. Die hohe Konkurrenz durch die zahlreichen Mitbewerbenden macht einwandfreie Studiennoten unerlässlich, um Erfolg zu haben.

Wer diese Bewerbungsphase durchsteht, absolviert zunächst die Grundausbildung. Darin werden die wissenschaftlichen Kenntnisse auf die Bereiche der Raumstation und ESA spezialisiert. Das Tauchtraining, bei dem Astronautenanwärter einen Raumanzug tragen, gehört ebenfalls zu diesen Teil des Werdegangs.

Weitere zu erlangende und vertiefende Kenntnisse und Kompetenzen, die zur Ausbildung gehören:

  • Elektrotechnik: Transportsysteme, Raumstation, Sojus-Rakete etc.
  • Grundkenntnisse der Medizin
  • Navigation
  • Missionstraining

Dauer der Ausbildung

Die zeitintensive und anspruchsvolle Ausbildung zum Astronauten ist in mehrere Abschnitte gegliedert. Diese beanspruchen insgesamt ca. 10 Jahre. Das erforderliche Studium bis zum Masterabschluss dauert im Regelfall zwischen 9 und 12 Semester (d. h. 4,5 bis 6 Jahre).

Eine Promotion und das Erlangen eines Doktorgrads nimmt weitere 3 Jahre in Anspruch. Die sich anschließende Ausbildung zum Astronauten dauert 4 Jahre. Dabei gliedert sich dieser Bildungsabschnitt wie folgt:

  1. 1-jährige Grundausbildung
  2. 1-jähriger Fortgeschrittenenkurs
  3. 18-monatige Missionsvorbereitung in den internationalen Ausbildungszentren (d. h. in Europa, Japan, Kanada, Russland und USA)

Abschluss – der Ausblick

Die Raumstation ISS ist nach der Astronautenausbildung für 6 Raumfahrer der neue Arbeitsplatz. Der ISS-Aufenthalt dauert ca. ein halbes Jahr. Nach dieser Missionszeit findet auf der Erde eine Rehabilitationsphase statt. Da die Muskulatur und die Knochen durch die Schwerelosigkeit im Weltall signifikant belastet sind und sich ohne gezieltes Training abbauen, ist eine solche Reha für Astronauten unerlässlich.

Ausblick nach der Ausbildung

Astronaut Ausbildung
© daniilvolkov ID: 443370395 stock.adobe.com

Astronauten bekommen nach der anspruchsvollen Ausbildung nicht automatisch die Chance, ins Weltall zu fliegen. Die europäische Weltraumorganisation (ESA) sucht bspw. nicht jährlich neue Raumfahrer. Daher ist der Konkurrenzkampf in diesem Berufsfeld enorm. Eine hohe Belastbarkeit, Stressresistenz, körperliche Fitness und wissenschaftliche Kompetenz gehören für Raumfahrer zum beruflichen Alltag. Wer all diese Fähigkeiten vereinen kann und zugleich die strikten Auswahlverfahren durchsteht, bekommt unter Umständen die Gelegenheit, den Traum in die Realität umzusetzen.

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Berufsbild

Astronauten verfügen über umfassende, naturwissenschaftliche und technische Kompetenzen. Sie sind im hohen Maße sportlich und beherrschen exzellent mindestens die englische Sprache. Damit gehören Raumfahrer zu den Allroundern, die für ihr jeweiliges Heimatland ins All fliegen.

Die ausgesprochen geringen Ausbildungschancen, gepaart mit den enormen Ansprüchen bieten wenig Raum für weiterbildende bzw. gezielte Fortbildungsmaßnahmen. Astronauten kümmern sich vorwiegend um wissenschaftlich fundierte Forschung und darum, die eigenen Kompetenzen auf den aktuellen Stand der Wissenschaft zu halten.

Weiterführende Informationen

Gehälter und Gehaltsdaten zum Astronaut:

Das Durchschnittsgehalt liegt bei 50.000€ pro Jahr. Die Spanne geht dabei von 74.000€ bis 35.500€.

Passende Weiterbildungen: Ähnliche Berufe: Lebenslauf und Bewerbung: