Synchronsprecher werden: Ausbildung, Wege und Berufsbild

synchronsprecher
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Berufsbild

Als Synchronsprecher*in verleiht man Film-, Serien- und Trickfiguren in der deutschen Fassung seine Stimme. Dazu kommen Sprechertexte für Dokumentationen, Werbespots und Computerspiele sowie Hörbücher und Hörspiele. Das Einsatzgebiet ist entsprechend breit.

Kern der Arbeit ist es, den deutschen Text möglichst lippensynchron auf die Bewegungen der Originalfiguren zu legen. Aufgenommen wird im Tonstudio meist in kurzen Sinneinheiten (sogenannten Takes), die der Synchronregisseur bzw. die Synchronregisseurin vorgibt. Die eigene Stimme ist dabei das wichtigste Kapital: Wer viele Stimmlagen, Betonungen und Emotionen glaubhaft treffen kann, bekommt mehr unterschiedliche Rollen.

Vorausgesetzt werden vor allem akzentfreies, hochdeutsches Sprechen, ein gutes Gehör, schnelles Textverständnis und schauspielerisches Einfühlungsvermögen. Der Beruf verlangt außerdem Ausdauer und Hartnäckigkeit, denn die Konkurrenz ist groß und man muss sich zunächst einen Namen machen, um regelmäßig gebucht zu werden. Viele üben das Sprechen zunächst neben einer anderen Tätigkeit aus.

Ausbildung

Ablauf

Für den Beruf gibt es keine bundesweit geregelte Ausbildung und keinen vorgeschriebenen Werdegang. Viele Synchronsprecher*innen kommen aus der Schauspielerei und sprechen zusätzlich oder ausschließlich. Grundsätzlich führen zwei Wege zum Ziel:

  • Sprecher- oder Synchronkurse an privaten Instituten und Sprechakademien. Sie lassen sich meist flexibel belegen und sind der direktere Einstieg, auch ohne vorheriges Schauspielstudium.
  • Schauspielstudium als breitere Grundlage, an das sich eine Sprecherausbildung anschließen kann.

Typische Inhalte eines Sprecherkurses sind zunächst Atem- und Artikulationsübungen, das Einstellen auf verschiedene Textarten und freies Sprechen, später der gezielte Einsatz von Stimmfarben, Emotionen und Voice-over sowie das Sprechen von Charakteren, die Verfeinerung der Stimmmodulation und die lippensynchrone Synchronisation von Filmfiguren.

Dauer

Eine feste Ausbildungsdauer gibt es nicht – sie hängt vom gewählten Weg ab. Sprecherkurse dauern je nach Anbieter einige Monate bis wenige Jahre. Ein Schauspielstudium an staatlichen und städtischen Hochschulen umfasst in der Regel acht Semester (rund vier Jahre) und schließt heute meist mit einem Bachelor ab. An privaten Schauspielschulen dauert die Ausbildung drei bis vier Jahre und endet mit einem (nicht-akademischen) Diplom.

Das Schauspielstudium als Grundlage

Alles, was ein spezieller Kurs vermittelt, lernt man im Schauspielstudium vertiefter. Allerdings ist die Konkurrenz um die Studienplätze groß, weshalb man sich an mehreren Schulen bewerben sollte. Ausgebildet wird überwiegend praktisch: Szenenstudium, Monologarbeit, Tanz und Gesang, Kamera- und Theatertraining sowie eine fundierte Sprechausbildung. Theoretisches Wissen kommt aus Theater- und Filmgeschichte, Dramaturgie, Textanalyse und rechtlichen Grundlagen hinzu.

Schaubild: Synchronsprecher

Abschluss und Ausblick

Nach einer Sprecher- oder Schauspielausbildung kann man als Synchronsprecher*in arbeiten – in der Regel freiberuflich. Feste Anstellungen sind die Ausnahme; Aufträge, Termine und Abrechnung organisiert man selbst. Üblicherweise bewirbt man sich mit einem Demoband bei Sprecheragenturen, das zeigt, wie vielseitig man die Stimme modulieren und sich in Figuren hineinversetzen kann.

Die Agenturen vermitteln je nach Auftragslage an die Tonstudios. Die Stimme großer Kinostars zu übernehmen, gelingt nur wenigen – leichter ist der Einstieg über Werbung, Computerspiele oder Hörspiele.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Wer nicht selbst vor dem Mikrofon stehen möchte, kann in die Synchronregie wechseln. Dort bearbeitet man die Dialogfassungen, gestaltet sie möglichst lippensynchron und leitet die Sprecher*innen bei den Aufnahmen an, damit Timing, Betonung und Emotion stimmen.

Weiterführende Informationen

Häufig gestellte Fragen

Braucht man eine Schauspielausbildung, um Synchronsprecher zu werden?

Nein. Der Beruf ist nicht bundesweit geregelt, eine bestimmte Ausbildung ist nicht vorgeschrieben. Viele Sprecher*innen kommen zwar aus der Schauspielerei, der Einstieg ist aber auch über spezielle Sprecher- und Synchronkurse möglich. Entscheidend sind Sprechtechnik, Stimme und schauspielerisches Gespür.

Wie findet man als Synchronsprecher Aufträge und Agenturen?

Üblich ist die Bewerbung bei Sprecheragenturen mit einem Demoband, das die Bandbreite der eigenen Stimme zeigt. Die Agenturen vermitteln dann je nach Auftragslage an Tonstudios. Der Einstieg gelingt meist leichter über Werbung, Computerspiele oder Hörspiele als über große Filmrollen.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Synchronsprecher?

Das hängt vom Weg ab. Eine feste Dauer gibt es nicht. Sprecherkurse dauern einige Monate bis wenige Jahre, ein Schauspielstudium an staatlichen Hochschulen in der Regel acht Semester und an privaten Schauspielschulen drei bis vier Jahre.

Welche Kosten entstehen bei einer Sprecher- oder Schauspielausbildung?

Das lässt sich nicht pauschal beziffern. An staatlichen Hochschulen fallen für das Schauspielstudium in der Regel nur die üblichen Semesterbeiträge an. Private Sprecherkurse und Schauspielschulen verlangen dagegen Gebühren, deren Höhe stark vom Anbieter und vom Umfang der Ausbildung abhängt.