Elektro- und Informationstechnik studieren: Studium, Inhalte und Berufsaussichten

Wer schon als Kind gerne gebastelt und getüftelt hat, findet im Studium der Elektro- und Informationstechnik ein passendes Fach. In diesem Ingenieurbereich werden Systeme und Produkte entwickelt, die Nachrichten übertragen, Daten verarbeiten und speichern oder den Alltag auf andere Weise erleichtern – von der Energieversorgung über die Fahrzeugelektronik bis zur Medizintechnik. Wichtig zur Einordnung: Das akademische Studium führt zum Ingenieurberuf und ist nicht mit einer Tätigkeit als EDV- oder IT-Techniker im Anwendersupport zu verwechseln. Nach dem Abschluss des Studiums sind die Einsatzbereiche vielseitig, und Elektroingenieurinnen und -ingenieure gehören zu den gesuchten MINT-Fachkräften.

Studienmöglichkeiten und Abschluss

Ein Studium der Elektro- und Informationstechnik ist an zahlreichen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften (früher: Fachhochschulen) möglich. Zunächst absolvieren Sie ein Bachelorstudium: An Universitäten dauert es in der Regel sechs Semester und schließt mit dem Bachelor of Science (B.Sc.) ab, an Hochschulen für angewandte Wissenschaften meist sieben Semester mit dem Bachelor of Engineering (B.Eng.) – häufig inklusive Praxissemester. Darauf aufbauend können Sie in einem Masterstudium von drei bis vier Semestern den Master of Science (M.Sc.) oder Master of Engineering (M.Eng.) erwerben.

Das Studium findet üblicherweise in Vollzeit statt und besteht aus Vorlesungen, Seminaren, Laborübungen, Projekten und Praktika. Einige Hochschulen erwarten schon vor Studienbeginn ein Vorpraktikum in einem Industriebetrieb. Der Zugang ist nicht bundesweit zulassungsbeschränkt; an einzelnen Hochschulen gibt es jedoch einen örtlichen Numerus clausus für diese Studienrichtung.

Schaubild: Elektro- und Informationstechnik studieren

Studieninhalte und Besonderheiten

Am Anfang steht der Erwerb von Grundlagenwissen in Mathematik, Physik und Mechanik sowie in der Programmierung. Danach lernen Sie die zentralen Bereiche der Elektro- und Informationstechnik kennen und vertiefen den Stoff aus Vorlesungen und Seminaren in Übungen und Projekten. Über Wahlmodule erhalten Sie zusätzlich Einblicke in angrenzende Gebiete wie Informatik, Betriebswirtschaftslehre und Maschinenbau.

Das Masterstudium widmet sich einem Vertiefungsbereich, beispielsweise der Energietechnik, der Automatisierungs- und Regelungstechnik, der Kommunikations- und Hochfrequenztechnik, der Mikro- und Nanoelektronik oder der Elektromobilität. Ein wichtiger Bestandteil von Bachelor- und Masterstudium ist das Industriepraktikum beziehungsweise Praxissemester, in dem Sie in einem Betrieb an einer konkreten Problemlösung arbeiten. Ob Sie dafür einen Betrieb in Deutschland oder im Ausland wählen, hängt unter anderem von Ihren Sprachkenntnissen und Ihren Plänen für die Zeit nach dem Studium ab. Weitere Praktika in der vorlesungsfreien Zeit helfen, für den Berufseinstieg die passende Richtung zu finden.

Berufliche Aussichten für Absolventen

Einen einzigen, fest umrissenen Einsatzbereich gibt es nicht – dafür sind die Möglichkeiten in der Industrie umso breiter. Elektroingenieurinnen und -ingenieure arbeiten unter anderem in der Elektroindustrie, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automobilindustrie, der Energiewirtschaft, der Halbleiter- und Mikroelektronikindustrie, der Kommunikationstechnik und der Medizintechnik sowie in Ingenieurbüros und Forschungseinrichtungen. Der klassische Einstieg erfolgt häufig über Entwicklung und Forschung im industriellen Umfeld.

Aufgrund der anhaltenden Nachfrage nach MINT-Fachkräften sind die Aussichten auf eine Anstellung gut; auch im Ausland finden sich passende Jobangebote. Mit wachsender Berufserfahrung kommen Aufgaben in Projektplanung, Vertrieb oder Führung hinzu. Alternativ können Sie mit einer Promotion in Lehre und Forschung an einer Hochschule bleiben. Wie sich der Verdienst konkret entwickelt, hängt stark von Qualifikation, Branche, Region und Arbeitgeber ab; einen Überblick bietet der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.

Häufig gestellte Fragen

Welche Voraussetzungen brauche ich für ein Studium der Elektro- und Informationstechnik?

Vorausgesetzt wird eine Hochschulzugangsberechtigung, also die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife beziehungsweise die Fachhochschulreife. Gute Kenntnisse und Interesse in Mathematik und Physik sind wichtig. Einige Hochschulen verlangen ein Vorpraktikum, und an einzelnen Standorten gilt ein örtlicher Numerus clausus.

Wie lange dauert das Studium?

Der Bachelor dauert in der Regel sechs Semester an Universitäten und sieben Semester an Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Ein darauf aufbauendes Masterstudium umfasst üblicherweise drei bis vier Semester.

Welche Berufsfelder stehen Absolventen offen?

Typische Arbeitgeber sind Unternehmen der Elektro- und Automobilindustrie, der Energiewirtschaft, der Halbleiter- und Mikroelektronik, der Kommunikations- und Medizintechnik sowie Ingenieurbüros und Forschungseinrichtungen. Die Aufgaben reichen von Entwicklung und Forschung über Projektierung bis zu Vertrieb und Führung.

Ist ein Masterabschluss für den Berufseinstieg notwendig?

Nein. Bereits der Bachelor qualifiziert für den Berufseinstieg. Ein Master vertieft das Fachwissen und kann für bestimmte Positionen oder eine spätere Promotion sinnvoll sein, ist aber keine zwingende Voraussetzung.