Berufsschullehrer werden: Ausbildung, Studium und Quereinstieg

Berufsschullehrer
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Berufsbild

Berufsschullehrer unterrichten an berufsbildenden Schulen (BBS) – dazu zählen etwa die Berufsschule im dualen System, Berufsfachschulen, Fachoberschulen und Fachschulen. Sie vermitteln je nach Schulform und Lehrplan theoretisches Fachwissen und bereiten Jugendliche und junge Erwachsene auf den Beruf vor. Anders als an allgemeinbildenden Schulen ist das Publikum im Schnitt älter: Viele Schülerinnen und Schüler stehen bereits in einer Ausbildung.

Zum Arbeitsalltag gehört mehr als der Unterricht selbst. Typische Aufgaben sind:

  • Unterricht in einer beruflichen Fachrichtung und in einem allgemeinbildenden Fach planen und halten
  • Lernstoff aufbereiten sowie Klassenarbeiten und Prüfungen erstellen und korrigieren
  • Leistungen bewerten und Zeugnisse vorbereiten
  • Auszubildende beraten und mit den Ausbildungsbetrieben zusammenarbeiten

Für den fachpraktischen Teil einer Ausbildung ist in der Regel der Betrieb zuständig; die Berufsschule konzentriert sich auf die fachtheoretischen und allgemeinbildenden Inhalte.

Ausbildung und Werdegang zum Berufsschullehrer

Der klassische Weg führt über ein Lehramtsstudium für berufsbildende Schulen. Studiert wird meist eine Kombination aus einer beruflichen Fachrichtung (zum Beispiel Metall-, Elektro-, Bautechnik, Wirtschaft, Pflege oder Sozialpädagogik) und einem allgemeinbildenden Unterrichtsfach. Das Studium ist in der Regel gestuft: ein lehramtsbezogener Bachelor und ein darauf aufbauender Master of Education.

Zugang und Voraussetzungen

  • Für das Studium wird eine Hochschulzugangsberechtigung (in der Regel das Abitur) benötigt. Ob ein Numerus clausus gilt, hängt von Hochschule und gewählter Fachrichtung ab – viele gewerblich-technische Fachrichtungen sind zulassungsfrei.
  • Häufig ist einschlägige Berufspraxis nachzuweisen. Je nach Hochschule gehört dazu ein mehrwöchiges Schulpraktikum an einer berufsbildenden Schule (an manchen Hochschulen mindestens vier Wochen); wer keine passende Berufsausbildung mitbringt, muss zusätzlich eine mehrmonatige berufspraktische Tätigkeit belegen – an einzelnen Hochschulen bis zu 52 Wochen.
  • Nach dem Master folgt der Vorbereitungsdienst – das Referendariat. Erst nach der Zweiten Staatsprüfung besteht die volle Lehrbefähigung.

Vorbereitungsdienst und Referendariat sind dabei zwei Bezeichnungen für dieselbe zweite Ausbildungsphase – keine getrennten Abschnitte.

Quer- und Seiteneinstieg

Weil an beruflichen Schulen – besonders in gewerblich-technischen Fachrichtungen und in Gesundheit und Pflege – Lehrkräfte fehlen, ist der Einstieg auch ohne klassisches Lehramtsstudium möglich. Man unterscheidet zwei Wege:

  • Quereinstieg: Wer einen passenden Hochschulabschluss mitbringt, absolviert den regulären Vorbereitungsdienst und erwirbt mit der Zweiten Staatsprüfung die volle Lehrbefähigung.
  • Seiteneinstieg: Hier steigt man direkt in den Unterricht ein und qualifiziert sich berufsbegleitend pädagogisch nach.

Vorausgesetzt wird meist ein einschlägiger, oft universitärer Hochschulabschluss – bevorzugt in einem Mangelfach – zusammen mit Berufserfahrung. Die genauen Bedingungen sind Ländersache und unterscheiden sich deutlich.

Davon zu trennen ist der Lehrer für Fachpraxis (auch technischer Lehrer oder Fachlehrer). Diese Lehrkräfte übernehmen den fachpraktischen Unterricht, etwa in der Werkstatt. Für sie gelten andere Voraussetzungen: statt eines Studiums eine abgeschlossene Berufsausbildung, eine Meister- oder Technikerqualifikation und mehrjährige Berufserfahrung.

Schaubild: Berufsschullehrer

Dauer

Eine bundesweit einheitliche Dauer gibt es nicht, weil Schule und Lehrerbildung Ländersache sind. Das Studium umfasst in der gestuften Form üblicherweise einen sechssemestrigen Bachelor und einen viersemestrigen Master, zusammen rund zehn Semester. Der anschließende Vorbereitungsdienst dauert je nach Bundesland meist etwa 18 Monate, in einzelnen Ländern kürzer oder länger. Beim Quer- oder Seiteneinstieg richtet sich die Dauer nach dem jeweiligen Landesmodell.

Ausblick nach der Ausbildung

Ausgebildete Berufsschullehrer arbeiten an berufsbildenden Schulen wie Berufsschulen, Berufsfachschulen oder Fachschulen. Weil an diesen Schulen sehr unterschiedliche Bildungsgänge zusammenkommen, ist das Einsatzfeld breiter als etwa an einer Grundschule. Ob und wo eine Stelle frei ist, hängt stark von der Fachrichtung und vom Bundesland ab – gerade in den Mangelfächern werden Lehrkräfte gesucht.

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Berufsbild

Wie in anderen Lehrämtern gehört Fortbildung zum Berufsalltag. Möglich sind unter anderem:

  • fachliche und didaktische Fortbildungen in der eigenen Fachrichtung
  • Erweiterung der Lehrbefähigung um ein zusätzliches Fach oder eine weitere berufliche Fachrichtung
  • Zusatzqualifikationen, etwa für den Unterricht in Deutsch als Zweitsprache oder in der Beratung
  • Übernahme von Funktionsstellen und Aufgaben in der Schulentwicklung

Häufig gestellte Fragen

Welche Voraussetzungen brauche ich für den Quereinstieg als Berufsschullehrer?

In der Regel einen einschlägigen, meist universitären Hochschulabschluss – bevorzugt in einem Mangelfach – sowie einschlägige Berufserfahrung. Beim Quereinstieg absolvierst du anschließend den Vorbereitungsdienst und erwirbst mit der Zweiten Staatsprüfung die volle Lehrbefähigung. Die konkreten Bedingungen legen die Bundesländer fest und unterscheiden sich deutlich.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Berufsschullehrer insgesamt?

Das Lehramtsstudium umfasst in der gestuften Form meist rund zehn Semester (sechs im Bachelor, vier im Master of Education). Danach folgt der Vorbereitungsdienst, der je nach Bundesland überwiegend etwa 18 Monate dauert. Eine bundesweit einheitliche Gesamtdauer gibt es nicht.

Braucht man für das Berufsschullehramt zwingend ein Studium?

Für das klassische Berufsschullehramt ja – über ein Lehramtsstudium und den anschließenden Vorbereitungsdienst. Daneben gibt es den Quer- und Seiteneinstieg für Menschen mit passendem Hochschulabschluss. Für den fachpraktischen Unterricht als Lehrer für Fachpraxis genügt dagegen häufig eine Berufsausbildung mit Meister- oder Technikerqualifikation und Berufserfahrung.

Welche Fächer und Fachrichtungen werden an Berufsschulen besonders gesucht?

Besonders hoch ist der Bedarf in den gewerblich-technischen Fachrichtungen – etwa Metall-, Elektro-, Fahrzeug- und Bautechnik oder Informatik – sowie zunehmend in Gesundheit und Pflege. Gerade in diesen Mangelbereichen sind Quer- und Seiteneinsteiger willkommen. Welche Fächer konkret gesucht werden, hängt vom Bundesland und von der aktuellen Personallage ab.

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