Fragen, die Sie im Vorstellungsgespräch stellen sollten

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Wer im Vorstellungsgespräch ausschließlich Fragen beantwortet, verschenkt eine Chance. Eigene Rückfragen gehören zu fast jedem Bewerbungsgespräch dazu – und sie zeigen dem Arbeitgeber, dass echtes Interesse an der Stelle besteht und dass Sie sich vorbereitet haben. Die Bundesagentur für Arbeit rät ausdrücklich dazu, eigene Fragen zu stellen, um Interesse am Unternehmen zu zeigen. Dieser Beitrag erklärt, welche Fragen sich lohnen, wann der richtige Moment dafür ist und welche Fragen Sie besser vermeiden.

Warum eigene Fragen so wichtig sind

Ein Vorstellungsgespräch ist keine einseitige Prüfung, sondern ein Kennenlernen, bei dem beide Seiten herausfinden, ob sie zueinander passen. Wer gute Rückfragen stellt, signalisiert Engagement und Vorbereitung – und macht das Gespräch für die Gegenseite angenehmer. Personalverantwortliche unterhalten sich lieber mit einem interessierten Gegenüber, als einer schweigenden Wand Frage um Frage zu stellen. Fragen an den richtigen Stellen machen aus einer monotonen Abfrage ein echtes Gespräch.

Umgekehrt gilt: Wer am Ende gar keine Frage hat, wirkt schnell passiv oder wenig interessiert. Anders als beim gefürchteten Klassiker nach den eigenen Schwächen im Bewerbungsgespräch sind Sie bei den eigenen Fragen selbst am Zug. Sie müssen dabei weder besonders raffiniert noch besonders zahlreich fragen: Einige wenige, gut gewählte Fragen zu Themen, die Ihnen wirklich wichtig sind, wirken stärker als eine lange Liste.

Selbstbewusst, aber nicht überheblich

Der richtige Ton liegt zwischen Schüchternheit und Selbstüberschätzung. Sie müssen sich nicht als beste Kraft aller Zeiten verkaufen – das wirkt schnell aufgesetzt. Genauso wenig hilft es, aus Nervosität ganz zu verstummen. Gute Rückfragen sind hier der natürliche Mittelweg: Sie zeigen Selbstbewusstsein und Interesse, ohne aufzutrumpfen. Wichtig ist, dass die Fragen zum Gesprächsverlauf passen und nicht wirken, als hätten Sie sie nur auswendig gelernt.

Der richtige Zeitpunkt für Ihre Fragen

Die Bundesagentur für Arbeit gliedert das Vorstellungsgespräch in mehrere Phasen; gegen Ende ist eine eigene Phase ausdrücklich für die Fragen der Bewerberinnen und Bewerber vorgesehen. In der Regel beginnt die Personalverantwortliche mit Fragen zum Lebenslauf und zur Motivation. Danach werden häufig das Unternehmen und die Stelle vorgestellt – spätestens dann ist Raum für Ihre eigenen Fragen.

Sie müssen aber nicht bis zum Schluss warten. Passende Fragen dürfen sich auch aus dem Gespräch heraus ergeben: Fällt zum Beispiel das Thema Weiterbildung, können Sie direkt nachhaken, wie ein bestimmtes Angebot in der Praxis abläuft oder wie frühere Teilnehmende es bewertet haben. Ein gutes Gespür für den richtigen Moment entsteht, wenn Sie aufmerksam zuhören, statt starr Ihre Liste abzuarbeiten.

Gute Fragen: konkrete Beispiele

Die folgenden Fragen lassen sich an fast jedes Gespräch anpassen. Wählen Sie die aus, die zu Ihnen und zur Stelle passen – und die nicht ohnehin schon auf der Unternehmenswebsite beantwortet werden.

Zur Stelle und den Aufgaben

  • Wie sieht ein typischer Arbeitstag in dieser Position aus?
  • Welche Aufgaben stehen in den ersten Monaten im Vordergrund?
  • Woran würden Sie nach der Einarbeitung erkennen, dass ich die Rolle gut ausfülle?

Zu Team und Einarbeitung

  • Wie ist das Team zusammengesetzt, mit dem ich zusammenarbeiten würde?
  • Wie läuft die Einarbeitung ab, und wer wäre meine erste Ansprechperson?

Zu Weiterbildung und Entwicklung

  • Welche Weiterbildungsangebote gibt es, und wie kann ich als Angestellte oder Angestellter daran teilnehmen?
  • Welche Entwicklungsmöglichkeiten bietet die Stelle mittelfristig?

Zum Unternehmen

  • Wie würden Sie die Zusammenarbeit und das Miteinander im Unternehmen beschreiben?
  • Vor welchen Aufgaben steht die Abteilung gerade besonders?

Zum Abschluss

  • Wie sehen die nächsten Schritte im Bewerbungsprozess aus?
  • Wann kann ich mit einer Rückmeldung rechnen?

Gerade die letzte Frage empfiehlt die Bundesagentur für Arbeit ausdrücklich: Fragen Sie ruhig nach, wann Sie mit einem Feedback rechnen können.

Fragen, die Sie besser vermeiden

Nicht jede Frage hinterlässt einen guten Eindruck. Erkundigen Sie sich nicht nach Dingen, die klar auf der Unternehmenswebsite oder in der Stellenanzeige stehen – das wirkt, als hätten Sie sich nicht vorbereitet. Auch Fragen, die ausschließlich eigene Vorteile betreffen, etwa Urlaub oder Feierabend, sollten nicht Ihre erste Frage sein. Heben Sie solche organisatorischen Punkte für später auf, wenn ohnehin über die Rahmenbedingungen gesprochen wird.

So bereiten Sie Ihre Fragen vor

Sehen Sie sich vor dem Termin die Website des Unternehmens an – Leitbild, Angebote für Arbeitnehmer, aktuelle Meldungen – und notieren Sie, was Sie darüber hinaus wissen möchten. Über Karriere-Netzwerke wie Xing und LinkedIn lässt sich außerdem oft herausfinden, wer Ihnen im Gespräch gegenübersitzt und welchen Werdegang die Person hat. Die Bundesagentur für Arbeit rät, die Fragen vorab aufzuschreiben und Zettel und Stift zum Gespräch mitzunehmen – so haben Sie Ihre Punkte zur Hand und können sich Notizen machen.

Häufig gestellte Fragen

Welche Fragen sollte man als Bewerber im Vorstellungsgespräch stellen?

Gut geeignet sind Fragen zur Stelle und zu den Aufgaben, zur Einarbeitung und zum Team, zu Weiterbildung und Entwicklung sowie zu den nächsten Schritten im Bewerbungsprozess. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt, das Interesse am Unternehmen durch eigene Fragen zu zeigen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eigene Rückfragen?

Meist gibt es gegen Ende des Gesprächs eine eigene Phase für die Fragen der Bewerberinnen und Bewerber. Passende Fragen dürfen sich aber auch früher aus dem Gespräch ergeben – etwa direkt, wenn ein Thema wie Weiterbildung angesprochen wird.

Welche Fragen sollte man im Vorstellungsgespräch vermeiden?

Fragen, deren Antwort offensichtlich auf der Unternehmenswebsite oder in der Stellenanzeige steht, sowie Fragen, die ausschließlich eigene Vorteile betreffen und zu früh gestellt werden. Beides kann den Eindruck mangelnder Vorbereitung oder mangelnden Interesses erwecken.

Wie bereitet man sich auf eigene Fragen vor?

Informieren Sie sich vorab über das Unternehmen und notieren Sie offene Punkte. Die Bundesagentur für Arbeit rät, die Fragen aufzuschreiben und Zettel und Stift zum Gespräch mitzunehmen, um sich Notizen machen zu können.