Skilehrer werden: Ausbildung, Qualifikationsstufen und Berufsbild

Skilehrer
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Ein Skilehrer bringt Menschen das Skifahren bei – vom ersten Kurvenschwung bis zur fortgeschrittenen Technik. Der Beruf verbindet sportliches Können mit der Fähigkeit, Wissen verständlich zu vermitteln. Wer in Deutschland professionell unterrichten möchte, durchläuft eine mehrstufige Ausbildung beim Deutschen Skilehrerverband. Dieser Überblick zeigt das Berufsbild, die Qualifikationsstufen und die Wege in den Beruf.

Berufsbild Skilehrer

Ein Skilehrer bringt Anfängern das Skifahren bei, verbessert die Technik erfahrener Skifahrer und begleitet teils auch Menschen, die an Wettkämpfen teilnehmen. Neben eigener Fahrpraxis zählen vor allem didaktische Fähigkeiten: Man muss Bewegungsabläufe erklären, Fehler erkennen und individuell auf die Schüler eingehen können.

Bei Anfängern stehen Sicherheit, die richtige Technik und die Grundfertigkeiten im Vordergrund. In Kursen für Fortgeschrittene geht es um anspruchsvollere Techniken. Viele Skilehrer beraten außerdem zur Ausrüstung und helfen bei der Auswahl von Skiern und Kleidung.

Unterrichtet wird nicht nur alpines Skifahren: Der Deutsche Skilehrerverband bildet in vier Disziplinen aus – Ski Alpin, Snowboard, Skilanglauf und Telemark. Je nach Ausbildung kann man sich also auf unterschiedliche Schneesportarten spezialisieren.

Ausbildung zum Skilehrer

In Deutschland werden professionelle Schneesportlehrer vom Deutschen Skilehrerverband e. V. (DSLV) ausgebildet und zertifiziert. Der DSLV mit Sitz in Grainau (Bayern) ist der Berufsverband der deutschen Schneesportlehrer: In ihm sind über 14.000 Schneesportlehrer sowie rund 270 professionelle Ski-, Snowboard- und Skilanglaufschulen organisiert. Er vertritt die beruflichen Interessen seiner Mitglieder im In- und Ausland.

Die vier Qualifikationsstufen

Die Ausbildung ist als duales System aufgebaut: Praxisphasen in einer Profi-Skischule wechseln sich mit Lehrgängen und Prüfungen ab. Sie gliedert sich in vier aufeinander aufbauende Stufen.

Schaubild: Skilehrer/in (DSLV)
  • Level 1 (früher Grundstufe): der Einstieg in die Ausbildung. Der Schwerpunkt liegt auf der Unterrichtsfähigkeit auf den Lernebenen „grün“ und „blau“ (Anfänger). Wer Level 1 bestanden hat, darf unter Anleitung eines staatlich geprüften Skilehrers eigenständig Unterricht erteilen.
  • Level 2: baut auf Level 1 und praktischer Unterrichtserfahrung auf. Die angehenden Lehrer lernen, den Unterricht bis zur Lernebene „rot“ zu gestalten und die Technik ihrer Schüler genauer zu analysieren.
  • Level 3 (früher Verbandsskilehrer): die höchste verbandsinterne Qualifikation. Sie berechtigt zum Erhalt der international anerkannten ISIA-Marke.
  • Staatlich geprüfter Skilehrer: die höchste, „meisterliche“ Stufe. Die staatliche Ausbildung und Prüfung führt der DSLV in Kooperation mit der Technischen Universität München durch – allerdings nur in den Disziplinen Ski Alpin und Snowboard. Der Abschluss ist international anerkannt und berechtigt dazu, eine eigene Skischule zu leiten.

Die ISIA-Marke vergibt der Internationale Skilehrerverband (ISIA), ein Zusammenschluss der nationalen Verbände. Sie bestätigt, dass Ausbildung, Sicherheitstraining und Fahrkönnen einem international anerkannten Mindeststandard entsprechen, und erleichtert die Arbeit im Ausland. Beim DSLV erhält sie, wer Level 3 und die staatliche Prüfung abgeschlossen hat.

Voraussetzungen und Dauer

Für den Einstieg über Level 1 muss man mindestens 16 Jahre alt sein und sicher auf schwarzen Pisten in paralleler Skistellung fahren können. Vor dem Lehrgang sind ein aktueller Erste-Hilfe-Kurs und ein vorbereitendes Theorie-Selbststudium nachzuweisen. Der Level-1-Lehrgang selbst gliedert sich in einen ersten Ausbildungsteil (2 Tage) und einen zweiten Teil mit Prüfung (4 Tage).

Wie lange der gesamte Weg dauert, hängt von der angestrebten Stufe ab: Zwischen den Levels liegt jeweils vorgeschriebene Praxiserfahrung, und bis zum staatlich geprüften Skilehrer kommen zahlreiche weitere Lehrgänge hinzu – unter anderem zu Theorie, Risikomanagement, Technik und Methodik – samt Praktikum. Die Ausbildung sollte man nicht überstürzen: Als Skilehrer trägt man Verantwortung für die Sicherheit anderer Menschen.

Arbeiten als Skilehrer

Viele Skilehrer arbeiten angestellt in einer Skischule eines Skigebiets. Möglich sind auch die selbstständige Tätigkeit oder das „Reisen mit dem Schnee“, um über eine längere Saison hinweg zu arbeiten. Angeboten werden sowohl Privatstunden als auch Gruppenkurse.

Weil die Skisaison auf den Winter beschränkt ist, verbinden viele den Beruf mit einer zweiten Tätigkeit im Sommer – manche unterrichten auf Gletschern oder wechseln auf die Südhalbkugel, wo dann Skisaison ist. Was man verdient, hängt von Qualifikation, Erfahrung, Region und Arbeitgeber ab; eine höhere Qualifikationsstufe kann sich dabei bemerkbar machen.

Fort- und Weiterbildung als Skilehrer

Der Beruf verlangt Geduld, klare Kommunikation und die Fähigkeit, auf einzelne Schüler einzugehen. Sinnvoll sind zusätzliche Kurse zu Sicherheit und Erster Hilfe – solche Nachweise verlangen manche Arbeitgeber ohnehin. Wer gut unterrichten kann, ist im Vorteil, selbst wenn das eigene fahrerische Niveau nicht an das der Spitzenfahrer heranreicht. Innerhalb des DSLV-Systems führt der Weg über die Level 1 bis 3 bis hin zum staatlich geprüften Skilehrer, der auch zur Leitung einer eigenen Skischule berechtigt.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zum Skilehrer?

Das hängt von der Qualifikationsstufe ab. Der Einstiegslehrgang Level 1 besteht aus einem ersten Ausbildungsteil (2 Tage) und einem zweiten Teil mit Prüfung (4 Tage). Höhere Stufen setzen jeweils zusätzliche Praxiserfahrung und weitere Lehrgänge voraus; bis zum staatlich geprüften Skilehrer summieren sich zahlreiche Kurse und Praktika.

Welche Voraussetzungen muss man für Level 1 erfüllen?

Man muss mindestens 16 Jahre alt sein und sicher auf schwarzen Pisten in paralleler Skistellung fahren können. Außerdem sind ein aktueller Erste-Hilfe-Kurs und ein vorbereitendes Theorie-Selbststudium nachzuweisen.

Welche Qualifikationsstufen gibt es beim DSLV?

Der DSLV bildet in vier Stufen aus: Level 1 (Einstieg), Level 2, Level 3 sowie den staatlich geprüften Skilehrer. Level 3 berechtigt zur ISIA-Marke; die staatliche Prüfung gibt es in den Disziplinen Ski Alpin und Snowboard und berechtigt zur Leitung einer eigenen Skischule.

Kann man als Skilehrer auch im Sommer arbeiten?

Die klassische Skisaison ist der Winter. Im Sommer unterrichten manche Skilehrer auf Gletschern oder wechseln auf die Südhalbkugel, wo dann Winter ist. Viele verbinden den Beruf ohnehin mit einer zweiten, saisonal passenden Tätigkeit.

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