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Ein Psychologe hat Psychologie an einer Universität studiert und das Studium mit einem Master of Science (früher Diplom) abgeschlossen. Die Psychologie ist eine empirische Wissenschaft: Sie untersucht menschliches Erleben und Verhalten und stützt sich in der Forschung vorrangig auf sozialwissenschaftliche empirische Methoden und Statistik. Die Berufsbezeichnung „Psychologe“ ist zwar nicht durch ein eigenes Berufsgesetz geregelt, aber rechtlich geschützt – führen darf sie nur, wer ein Psychologiestudium abgeschlossen hat.
Studium und Voraussetzungen
Der Weg in den Beruf führt über ein Universitätsstudium der Psychologie. Es gliedert sich in einen Bachelor mit einer Regelstudienzeit von sechs Semestern und einen darauf aufbauenden Master von vier Semestern – zusammen rund fünf Jahre. Bereits im Studium vertiefen sich Studierende in Anwendungsfeldern wie der Klinischen oder der Arbeitspsychologie. Für die eigenständige heilkundliche Behandlung von Patientinnen und Patienten reicht das Psychologiestudium allein nicht aus; dafür ist eine zusätzliche Qualifikation zum Psychotherapeuten erforderlich (siehe unten).
Arbeitsfelder und Tätigkeiten
Psychologen arbeiten in sehr unterschiedlichen Feldern – etwa in Wissenschaft und Forschung, im Gesundheitswesen sowie in Bildungs- und sozialen Einrichtungen. Typische Tätigkeiten sind Diagnostik, Intervention, Beratung und Training; im Vordergrund steht dabei die Anwendung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Die drei großen Anwendungsbereiche sind:
- Klinische Psychologie – Diagnostik und Behandlung psychischer Störungen; die therapeutische Tätigkeit erfordert über das Studium hinaus eine zusätzliche Qualifikation.
- Arbeits- und Organisationspsychologie – hier ist ein Psychologe vorrangig in der Unternehmens- und Personalberatung tätig, coacht Führungskräfte und entwickelt Assessment-Center und andere Personalauswahlverfahren.
- Pädagogische Psychologie – Lernen, Erziehung und Entwicklung, etwa an Schulen oder in Beratungsstellen.
Weitere Arbeitsfelder sind die Markt- und Meinungsforschung, die Tätigkeit bei Polizei, Gericht und im Strafvollzug oder als Verkehrspsychologe. Ebenso arbeiten Psychologen bei psychosozialen Beratungsstellen, in Jugend- und Sozialämtern sowie in der Schule.
Psychologe und Psychotherapeut – der Unterschied
„Psychologe“ und „Psychotherapeut“ werden häufig verwechselt, meinen aber nicht dasselbe. Psychologe ist, wer ein Psychologiestudium abgeschlossen hat. Psychotherapeut darf sich nur nennen, wer zusätzlich eine Approbation besitzt und damit Psychotherapie heilkundlich ausüben darf. Seit der Reform des Psychotherapeutengesetzes zum 1. September 2020 führt der Weg über einen darauf ausgerichteten Bachelor und einen Master „Klinische Psychologie und Psychotherapie“; die Approbation wird nach einer staatlichen Prüfung im Anschluss an den Master erteilt. Für die kassenärztliche Tätigkeit folgt danach noch eine mehrjährige Weiterbildung zum Fachpsychotherapeuten. Wer sein Studium vor der Reform begonnen hat, kann den früheren Ausbildungsweg innerhalb einer Übergangsfrist weiter nutzen.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert das Psychologiestudium bis zum Master?
In der Regel rund fünf Jahre: sechs Semester im Bachelor und vier Semester im darauf aufbauenden Master. Die tatsächliche Studiendauer kann je nach Hochschule und individuellem Verlauf abweichen.
Welche Voraussetzungen braucht man, um Psychotherapeut zu werden?
Nach dem seit September 2020 geltenden Psychotherapeutengesetz ein psychotherapeutisch ausgerichtetes Studium – Bachelor plus Master „Klinische Psychologie und Psychotherapie“ – mit anschließender staatlicher Approbationsprüfung. Erst mit der Approbation darf die Berufsbezeichnung Psychotherapeut geführt werden.
Worin unterscheiden sich Psychologe und Psychotherapeut?
Ein Psychologe hat Psychologie studiert. Ein Psychotherapeut besitzt zusätzlich die Approbation zur heilkundlichen Psychotherapie. Nicht jeder Psychologe ist zugleich Psychotherapeut.
Ist die Berufsbezeichnung „Psychologe“ geschützt?
Ja. Sie ist zwar nicht durch ein eigenes Berufsgesetz definiert, darf aber nur führen, wer ein Psychologiestudium abgeschlossen hat; unberechtigtes Führen kann rechtlich verfolgt werden.











