Technischer Redakteur: Aufgaben, Weiterbildung und Berufsaussichten

Technische Redakteure sorgen dafür, dass sich komplexe Geräte und Anlagen verständlich bedienen lassen. Sie stehen an der Schnittstelle zwischen Technik und Anwender und übersetzen Fachwissen in klare Anleitungen, Handbücher und Online-Hilfen. Dieser Überblick zeigt, welche Aufgaben zum Beruf gehören, wie die Weiterbildung zum Technischen Redakteur abläuft und in welchen Branchen die Fachleute gebraucht werden.

Technischer Redakteur
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Berufsbild: Was macht ein Technischer Redakteur?

Technische Redakteure erklären verständlich, wie technische Produkte funktionieren und sicher zu benutzen sind. Sie erstellen unter anderem Bedienungs- und Gebrauchsanleitungen – etwa für Fernseher, Notebooks, Smartphones oder Küchengeräte –, außerdem Montage- und Reparaturanleitungen, Sicherheitshinweise, Systembeschreibungen, Online-Hilfen, Schulungsmaterial und Handbücher. Neben Text gehören dazu oft auch Grafiken, Tabellen, Fotos und Videos.

Der Beruf liegt an der Schnittstelle von Mensch und Technik: Wer ihn ausübt, muss die beschriebene Technik selbst verstehen und sie zugleich für die jeweilige Zielgruppe aufbereiten. Dazu kommen konzeptionelle Aufgaben – etwa Struktur, Layout und Informationsarchitektur – sowie das Verwalten der erstellten Inhalte. Häufig steuern Technische Redakteure auch die Übersetzung in mehrere Sprachen und passen Inhalte an länderspezifische und kulturelle Anforderungen an.

Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Recherche. Um ein Produkt korrekt beschreiben zu können, eignen sich Technische Redakteure laufend neues Wissen an, sammeln und bewerten Informationen und stimmen sich eng mit der Entwicklungsabteilung ab. Beim Beschreiben von Produktverwendungen berücksichtigen sie zudem normative und gesetzliche Vorgaben und integrieren zum Beispiel Warnhinweise, damit sich Geräte sicher anwenden lassen.

Womit Technische Redakteure arbeiten

Zur täglichen Ausstattung gehören spezialisierte Programme. Neben Textverarbeitung kommen vor allem Content-Management- und Redaktionssysteme, Terminologiemanagement- und Translation-Memory-Systeme sowie 2-D- und 3-D-Grafikwerkzeuge zum Einsatz.

Weiterbildung zum Technischen Redakteur

„Technischer Redakteur“ ist kein anerkannter Ausbildungsberuf mit bundeseinheitlicher Ausbildungsordnung, sondern eine Weiterbildung. Sie wird von unterschiedlichen Bildungseinrichtungen angeboten; Ablauf und Inhalte richten sich nach deren internen Vorgaben. Einige Lehrgänge schließen mit einem Zertifikat ab, etwa einem IHK-Zertifikat oder der tekom-Zertifizierung.

Schaubild: Technischer Redakteur

Zugangsvoraussetzungen

Der Zugang ist auf mehreren Wegen möglich. Anerkannt werden in der Regel ein Hochschul- oder Fachhochschulstudium, eine abgeschlossene Berufsausbildung, ein Techniker- oder Meisterabschluss oder langjährige Berufserfahrung, zum Beispiel in der technischen Dokumentation.

Beim Studium sind viele Richtungen möglich – von Ingenieur- und Naturwissenschaften über Geistes- und Sozialwissenschaften bis zum Lehramt. Günstig ist eine technische Vorbildung. Neben den formalen Voraussetzungen erwarten die Anbieter meist technisches Grundverständnis, Freude am Schreiben und Gestalten von Texten, solide IT-Kenntnisse und Grundkenntnisse in Englisch, da ein Teil der Lerninhalte englischsprachig ist.

Inhalte der Weiterbildung

Die Lehrgänge vermitteln unter anderem:

  • professionelles Deutsch und Terminologiearbeit
  • mehrsprachiges Erstellen von Dokumenten
  • Informationsbeschaffung und Informationsentwicklung
  • Strukturierung und Standardisierung, XML und Content-Management
  • Visualisierung, Bildbearbeitung und Mediengestaltung
  • Online-Dokumentation und Medienproduktion
  • rechtliche und normative Anforderungen an die technische Dokumentation

Je nach Anbieter sind ein Praktikum oder eine Abschlussarbeit in die Weiterbildung integriert.

Dauer und Form

Eine feste Dauer gibt es nicht. Wie lange die Weiterbildung dauert, hängt vom Anbieter und von der gewählten Form ab – etwa Vollzeit, Teilzeit, Fernunterricht oder Volontariat. Die genaue Dauer erfährt man am besten direkt beim jeweiligen Bildungsanbieter.

Abschluss und Berufsbezeichnungen

Nach erfolgreichem Abschluss darf die Berufsbezeichnung Technischer Redakteur geführt werden. Für den Beruf sind weitere Bezeichnungen gebräuchlich, etwa Information Developer, Information Architect oder User Assistance Designer; international spricht man unter anderem von Technical Writer, Technical Editor, Technical Author oder Technical Communicator.

Wo arbeiten Technische Redakteure?

Weil praktisch jedes Unternehmen, das ein technisches Produkt entwickelt, gesetzlich Informationen dazu bereitstellen muss, ist die technische Kommunikation branchenübergreifend gefragt. Typische Arbeitgeber sind Betriebe des Maschinen- und Anlagenbaus, die Automobilindustrie, die Informations- und Telekommunikationstechnik, die Softwareentwicklung, die Medizintechnik sowie Hersteller von Unterhaltungselektronik und Konsumgütern. Hinzu kommen Dienstleister für technische Dokumentation und Verlage.

Fort- und Weiterbildung

Im Berufsfeld technische Dokumentation ist laufende Weiterbildung üblich, weil sich Technik und Werkzeuge schnell weiterentwickeln. Zuletzt gewinnt der Einsatz Künstlicher Intelligenz an Bedeutung, etwa bei der computergestützten Texterstellung – ein Thema, mit dem sich Technische Redakteure zunehmend befassen. Sinnvoll sind unter anderem:

  • kommunikative Kompetenzen
  • Online-Recherche und Internetnutzung
  • Mediengestaltung, Webdesign und Multimediaproduktion
  • Desktop-Publishing und Textverarbeitung
  • technisches Englisch
  • technisch-naturwissenschaftliches Basiswissen
  • Content-Management-Systeme und ihre Anwendung

Wer eine Führungsposition anstrebt, kann ein Studium anschließen. Passende Richtungen sind zum Beispiel Technische Redaktion beziehungsweise Technische Kommunikation sowie Journalistik – jeweils als grundständiger oder weiterführender Studiengang.

Hilfreiche Links zum Beruf

Häufig gestellte Fragen

Welche Voraussetzungen braucht man für die Weiterbildung zum Technischen Redakteur?

Zugang bekommt in der Regel, wer ein Hochschul- oder Fachhochschulstudium, eine abgeschlossene Berufsausbildung, einen Techniker- oder Meisterabschluss oder langjährige einschlägige Berufserfahrung mitbringt. Das Studium kann aus ganz unterschiedlichen Richtungen kommen – von Ingenieur- und Naturwissenschaften bis zu Geistes-, Sozialwissenschaften und Lehramt. Erwartet werden außerdem technisches Grundverständnis, Freude am Schreiben, IT-Kenntnisse und Grundkenntnisse in Englisch.

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Technischen Redakteur?

Eine einheitliche Dauer gibt es nicht. Sie hängt vom Bildungsanbieter und von der Form ab – Vollzeit, Teilzeit, Fernunterricht oder Volontariat. Am zuverlässigsten erfährt man die konkrete Dauer direkt beim jeweiligen Anbieter.

In welchen Branchen arbeiten Technische Redakteure?

Weil jedes Unternehmen mit einem technischen Produkt gesetzlich Informationen dazu bereitstellen muss, sind Technische Redakteure branchenübergreifend gefragt. Häufige Arbeitgeber sind Maschinen- und Anlagenbau, Automobilindustrie, Informations- und Telekommunikationstechnik, Softwareentwicklung, Medizintechnik sowie Hersteller von Unterhaltungselektronik und Konsumgütern; dazu Dienstleister für technische Dokumentation und Verlage.

Ist Technischer Redakteur ein Ausbildungsberuf oder eine Weiterbildung?

Es handelt sich um eine Weiterbildung, nicht um einen anerkannten Ausbildungsberuf mit bundeseinheitlicher Ausbildungsordnung. Ablauf und Inhalte legen die einzelnen Bildungsanbieter fest; manche Lehrgänge schließen mit einem Zertifikat ab, etwa einem IHK-Zertifikat oder der tekom-Zertifizierung.