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Berufsbild Bibliothekar
Wer sich für Medien und Informationen begeistert, gern strukturiert arbeitet und mit Menschen zu tun hat, findet im Beruf des Bibliothekars ein breites Tätigkeitsfeld. Eine Besonderheit: Der Beruf lässt sich über drei verschiedene Ausbildungs- und Studienwege erreichen und steht damit Menschen unterschiedlicher schulischer Vorbildung offen.
Diese Fähigkeiten sind für den Beruf hilfreich:
- EDV-Grundkenntnisse und Interesse am Umgang mit Datenbanken
- Organisationstalent
- Kommunikationsfähigkeit und Kundenorientierung
- Ordnungssinn und Genauigkeit
- sehr gute Deutschkenntnisse
In allen drei Wegen geht es im Kern um dasselbe: Informationen zu sammeln, zu ordnen und so aufzubereiten, dass Nutzerinnen und Nutzer sie schnell finden und verwenden können.
Ausbildungswege zum Bibliothekar
Drei Wege führen in den Beruf:
- duale Ausbildung als Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste (FaMI)
- Bachelorstudium im Bibliotheks- und Informationswesen
- darauf aufbauendes Masterstudium
1. Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FaMI)
Die Ausbildung als Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste ist ein staatlich anerkannter dualer Ausbildungsberuf und dauert drei Jahre. Auszubildende wählen eine von fünf Fachrichtungen:
- Archiv
- Bibliothek
- Information und Dokumentation
- Medizinische Dokumentation
- Bildagentur
Zu den Hauptaufgaben gehören die Beschaffung von Informationen und deren kundenorientierte Aufbereitung. Je nach Fachrichtung kommen Tätigkeiten wie der Aufbau und die Pflege von Beständen und Archiven oder die Bewertung neuer Informationen hinzu.
2. Bachelorstudium im Bibliothekswesen
Das Bachelorstudium umfasst in der Regel sechs bis sieben Semester, also etwa drei bis dreieinhalb Jahre. Zu Beginn stehen Grundlagen der Informationstechnologie auf dem Plan, darunter der Umgang mit Datenbanken und grundlegende Programmierkenntnisse.
Neben fachlichen Inhalten vermittelt das Studium Management-Kompetenzen für den Umgang mit großen Informationsmengen: Daten in unterschiedlichen Formaten müssen so erschlossen und gespeichert werden, dass auch andere sie überblicken und nutzen können. Typische Schwerpunkte sind:
- Arbeitsmethoden in Bibliotheken und in der Informationsverwaltung
- analoge und digitale Informationstechnologie
- Informationsproduktion und -aufbereitung
- Informationsmanagement
- berufspraktische Grundlagen, meist mit Praxissemester
3. Masterstudium im Bibliothekswesen
Das darauf aufbauende, konsekutive Masterstudium vertieft den wissenschaftlichen Bereich und dauert in der Regel rund zwei Jahre. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Datenanalyse, Statistik, Mensch-Maschine-Interaktion sowie der Aufbau und die Gestaltung digitaler Informationssysteme. Auch die Wissenschaftskommunikation gehört dazu – stets mit dem Ziel, Informationen nutzerorientiert aufzubereiten.
Berufliche Perspektiven
Bibliothekare arbeiten nicht nur in öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken und Archiven. Auch Museen und Hochschulen bieten Einsatzmöglichkeiten. Da öffentliche Einrichtungen nur begrenzt Personal einstellen, kommen zusätzlich Arbeitgeber wie Unternehmen, Verlage, Parteien, Verbände oder Religionsgemeinschaften infrage.
Im öffentlichen Dienst hängt die Laufbahn vom Abschluss ab: Mit einem Bachelorabschluss starten Absolventen in der Regel im gehobenen Dienst. Der Einstieg in den höheren Dienst setzt üblicherweise einen Masterabschluss oder eine Promotion voraus.
Bibliothekar im Vergleich
Medien erschließen und katalogisieren, Datenbanken pflegen, Nutzerinnen bei der Recherche beraten und Veranstaltungen organisieren.
Passt der Beruf zu dir?
- Handwerk & Technik kaum
- Menschen & Beratung deutlich
- Gestaltung kaum
- Zahlen & Organisation prägend
- Draußen & Natur kaum
- Körperlicher Einsatz gelegentlich
- Verantwortung kaum
- Ungewöhnliche Arbeitszeiten gelegentlich
Passt, wenn du …
- ordnet und katalogisiert gern
- arbeitet gern mit Datenbanken
- hilft Suchenden weiter
Eher schwierig, wenn du …
- liest ungern Regeln zur Erschließung
- will viel Bewegung im Job
Ähnliche Berufe: Jurist · Verwaltungswirt · Verwaltungsfachangestellter · Volljurist · Justizfachwirt
Quellen: Passungsprofil: redaktionelle Bewertung von berufe.eu.
Häufig gestellte Fragen
Welcher Ausbildungsweg zum Bibliothekar ist der schnellste?
Die duale FaMI-Ausbildung dauert drei Jahre. Ein Bachelorstudium umfasst dagegen meist sechs bis sieben Semester. Welcher Weg passt, hängt vom angestrebten Aufgabenbereich und der späteren Laufbahn ab.
Welche Voraussetzungen braucht man für ein Bibliothekswesen-Studium?
Für ein Bachelorstudium ist in der Regel die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife nötig. Unter bestimmten Bedingungen können auch beruflich Qualifizierte ohne Abitur zugelassen werden.
Wo kann ein Bibliothekar arbeiten?
Neben öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken und Archiven kommen Museen, Hochschulen sowie Unternehmen, Verlage, Verbände und weitere Organisationen als Arbeitgeber infrage.
Welchen Unterschied macht Bachelor oder Master für die Beamtenlaufbahn?
Im öffentlichen Dienst führt ein Bachelorabschluss in der Regel in den gehobenen Dienst. Für den höheren Dienst sind üblicherweise ein Masterabschluss oder eine Promotion erforderlich.













