Inhaltsverzeichnis

Die Bachelor- oder Masterarbeit ist geschrieben – doch bevor sie in den Druck geht, lohnt sich ein letzter gründlicher Durchgang. Bei einer sorgfältigen Endkontrolle lassen sich Flüchtigkeitsfehler, formale Verstöße und Zitierprobleme aufspüren, die sich sonst auf die Bewertung auswirken. Diese Checkliste führt Schritt für Schritt durch die wichtigsten Punkte vor der Abgabe.
1. Struktur und Gliederung prüfen
Prüfen Sie zuerst Grundform, grobe Gliederung und Kapitel Ihrer Arbeit – und ob Sie sich dabei an die Vorgaben Ihres Instituts gehalten haben. Eine wissenschaftliche Arbeit folgt in der Regel dieser Reihenfolge:
- Titelblatt (Deckblatt)
- gegebenenfalls Vorwort
- Inhaltsverzeichnis
- gegebenenfalls Abkürzungs-, Abbildungs-, Tabellen- und Symbolverzeichnis
- Textteil aus Einleitung, Hauptteil und Schluss
- Literaturverzeichnis
- Eigenständigkeitserklärung (auch Selbstständigkeits- oder eidesstattliche Erklärung genannt)
- gegebenenfalls Anhang
Achten Sie darauf, dass Kapitel und Unterkapitel logisch aufeinander aufbauen. Seitenumfang, Seitenränder, Schriftart und Zeilenabstand richten sich nach den Vorgaben Ihres Instituts oder Ihrer Prüfungsordnung – halten Sie sich strikt daran.
2. Deckblatt, Danksagung und Erklärungen
Kontrollieren Sie das Deckblatt: Sind alle geforderten Angaben vorhanden – Titel der Arbeit, Name, Matrikelnummer, Studiengang, betreuende Person und Abgabedatum? Richten Sie sich auch hier nach den Formalia Ihres Instituts.
Ein leicht übersehenes Detail sind Name und akademischer Titel Ihrer Betreuerin oder Ihres Betreuers – prüfen Sie die Schreibweise sorgfältig. Vergessen Sie die Eigenständigkeitserklärung nicht: Mit ihr versichern Sie, die Arbeit selbstständig und ohne unerlaubte Hilfsmittel verfasst sowie alle Zitate ordnungsgemäß kenntlich gemacht zu haben. Fehlt die Erklärung oder ist sie nicht unterschrieben, kann die Arbeit formal beanstandet werden. Prüfen Sie zuletzt auch eine eventuelle Danksagung.
3. Formalia bei Grafiken und Tabellen einhalten
Ein besonderes Augenmerk verdienen Grafiken, Abbildungen und Tabellen. Gehen Sie die folgenden Punkte durch:
- eindeutige Beschriftung und fortlaufende Nummerierung
- gute Lesbarkeit – nicht zu groß, nicht zu klein abgedruckt
- Verweis auf jede Abbildung an passender Stelle im Text
- Quellenangabe bei übernommenen oder angepassten Darstellungen
- Konzentration auf die wichtigsten Informationen statt Schnörkel und Farbspielereien
Die Grafiken sollten den Text ergänzen und seine zentralen Aussagen unterstützen.
4. Zitate und Quellenangaben prüfen
Beim Zitieren passieren die meisten Fehler. Grundregel: Alle Aussagen und Gedanken, die Sie aus fremden Quellen übernehmen, müssen Sie eindeutig kennzeichnen und mit einer Quellenangabe belegen – fremde Gedanken dürfen niemals als eigene ausgegeben werden. Bei wörtlichen Zitaten übernehmen Sie den genauen Wortlaut, bei sinngemäßen (indirekten) Zitaten geben Sie die Aussage in eigenen Worten wieder.
Welcher Zitierstil gilt, hängt vom Fach ab: Das Autor-Jahr-System (Harvard) nennt Autor und Jahr direkt im Text und wird vor allem in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften genutzt. Geisteswissenschaften, Jura und Geschichte arbeiten häufig mit Fußnoten, Medizin und Naturwissenschaften mit numerischen Systemen. Entscheidend ist, dass Sie einen Stil wählen und ihn einheitlich durchhalten. Eine Übersicht zum Harvard-Zitieren im Text hilft bei der Umsetzung.
Warum das so wichtig ist: Ein Plagiat gilt als Täuschung. Wird es festgestellt, bewerten viele Prüfungsordnungen die betreffende Leistung als „nicht ausreichend“ (5,0), und eine Wiederholung kann ausgeschlossen sein; Abschlussarbeiten werden zudem an das Prüfungsamt gemeldet. Sauberes Zitieren schützt also nicht nur die Note, sondern den gesamten Abschluss.
5. Verzeichnisse kontrollieren
Gehen Sie Ihre Verzeichnisse gezielt durch:
- vollständige und fehlerfreie Tabellen-, Abbildungs- und Abkürzungsverzeichnisse
- verständliche, eindeutige Tabellen- und Abbildungstitel
- korrekte Seitenangaben im Inhaltsverzeichnis
- alle im Text verwendeten Abkürzungen im Abkürzungsverzeichnis – alphabetisch geordnet und mit ihrer Bedeutung
- Literaturverzeichnis exakt nach den Vorgaben Ihres Faches
Informieren Sie sich am besten schon vor dem Erstellen über die Vorgaben und nutzen Sie ein gängiges Literaturverwaltungsprogramm, um sich Arbeit zu ersparen. Das fertige Literaturverzeichnis sollten Sie zum Schluss noch einmal genau durchgehen.
6. Sprachstil und Argumentation
Nicht nur die Formalia zählen: Achten Sie auf schlüssige Argumentation, nachvollziehbare Schlussfolgerungen und angemessene Formulierungen. Vermeiden Sie umgangssprachliche Wendungen, zu lange Schachtelsätze, unnötige Wiederholungen und ausschmückende Darstellungen. Die Sprache sollte sachlich, klar und verständlich sein – übertrieben gehobene Formulierungen haben in einer Abschlussarbeit nichts zu suchen.
7. Der letzte Schritt: Druck und Bindung
Wenn Inhalt und Form geprüft sind, geht die Arbeit in den Druck. Informieren Sie sich vorher über die Vorgaben Ihres Instituts oder Ihrer Dozentin zu Druck und Bindung – etwa zu Papierformat (üblich ist DIN A4), ein- oder beidseitigem Druck und Bindeart. Erst wenn diese Endkontrolle erledigt ist, können Sie Ihre Abschlussarbeit beruhigt abgeben.
Häufig gestellte Fragen
Welche Formalia muss eine Abschlussarbeit einhalten?
Die konkreten Vorgaben legt Ihr Institut beziehungsweise die Prüfungsordnung fest – dazu zählen Seitenränder, Schriftart, Zeilenabstand und der Zitierstil. Der Aufbau folgt meist einer festen Reihenfolge: Titelblatt, Verzeichnisse, Textteil (Einleitung, Hauptteil, Schluss), Literaturverzeichnis, Eigenständigkeitserklärung und gegebenenfalls Anhang.
Wie vermeide ich Zitierfehler in meiner Bachelor- oder Masterarbeit?
Kennzeichnen Sie jede fremde Aussage und belegen Sie sie mit einer Quellenangabe. Wählen Sie den in Ihrem Fach üblichen Zitierstil – etwa das Autor-Jahr-System (Harvard), Fußnoten oder ein numerisches System – und wenden Sie ihn einheitlich an. Ein Literaturverwaltungsprogramm reduziert Flüchtigkeitsfehler.
Welche Fehler führen bei Abschlussarbeiten zu ernsten Problemen?
Formale Nachlässigkeiten wie unvollständige Verzeichnisse oder falsche Seitenangaben wirken unsauber. Gravierend ist vor allem ein Plagiat: Es gilt als Täuschung und wird nach vielen Prüfungsordnungen mit „nicht ausreichend“ (5,0) bewertet, eine Wiederholung kann ausgeschlossen sein. Sorgfältiges Zitieren und eine gründliche Endkontrolle beugen dem vor.
Wie sollte eine Abschlussarbeit vor dem Druck final überprüft werden?
Gehen Sie die Arbeit systematisch durch: Gliederung und Struktur, Deckblatt und Erklärungen, Grafiken und Tabellen, Zitate und Quellen, Verzeichnisse sowie Sprache und Rechtschreibung. Erst danach drucken und binden Sie die Arbeit nach den Vorgaben Ihres Instituts.