Inhaltsverzeichnis

Der Speditionskaufmann organisiert den Transport, den Umschlag und die Lagerung von Waren. Wichtig zu wissen: Die Bezeichnung „Speditionskaufmann“ ist umgangssprachlich weiterhin gebräuchlich, offiziell heißt der Beruf seit dem 1. August 2004 aber Kaufmann bzw. Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung. Mit der Neuordnung wurde die alte Speditionskaufmann-Verordnung von 1996 abgelöst und der Bereich der logistischen Dienstleistungen stärker in den Vordergrund gerückt.
Aufgaben im Überblick
Speditionskaufleute sorgen dafür, dass Güter zuverlässig von A nach B gelangen. Dazu organisieren und steuern sie die Aufträge, planen Transporte und Fracht und wählen den passenden Verkehrsträger – ob per Lkw, Bahn, Schiff oder Flugzeug. Sie beauftragen Frachtführer und stellen die nötigen Transportdokumente wie Frachtbriefe oder Ladelisten aus.
Ein zweiter Schwerpunkt ist die Beratung und Betreuung von Kunden. Speditionskaufleute empfehlen etwa die passende Transportart oder eine Zwischenlagerung. Da viele Aufträge grenzüberschreitend abgewickelt werden, gehört die Kommunikation auf Englisch zum Arbeitsalltag.
Hinzu kommt der kaufmännische Teil: Speditionskaufleute kalkulieren Preise, erstellen Angebote und berücksichtigen dabei alle Nebenkosten. Nach Abschluss eines Auftrags schreiben sie die Rechnung, kontrollieren den Zahlungseingang und überwachen die laufenden Transporte.
Die Ausbildung
Ablauf und Inhalte
Die Ausbildung ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und läuft als klassische duale Ausbildung in Industrie und Handel ab. Sie gliedert sich in einen betrieblichen und einen schulischen Teil: In der Berufsschule wird das theoretische Grundwissen vermittelt, im Ausbildungsbetrieb wird es praktisch angewendet.
Das Ausbildungsberufsbild der Ausbildungsordnung umfasst unter anderem folgende Bereiche:
- Prozessorientierte Leistungserstellung in Spedition und Logistik
- Speditionelle und logistische Leistungen (Lagerung, Umschlag, Versand)
- Arbeitsorganisation, Information und Kommunikation
- Anwenden der englischen Sprache bei Fachaufgaben
- Verträge, Haftung und Versicherungen
- Marketing
- Gefahrgut, Schutz und Sicherheit
- Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
In den ersten beiden Jahren stehen vor allem die speditionellen und logistischen Grundlagen sowie Arbeitsorganisation und Kommunikation im Mittelpunkt. Im dritten Lehrjahr werden die Inhalte vertieft und die Vorbereitung auf die Abschlussprüfung rückt in den Fokus.
Dauer
Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen – etwa bei guten Leistungen oder einem höheren Schulabschluss – lässt sie sich auf zweieinhalb oder zwei Jahre verkürzen.
Abschlussprüfung
Die Abschlussprüfung besteht aus vier Prüfungsbereichen: Leistungserstellung (schriftlich, 180 Minuten), Kaufmännische Steuerung und Kontrolle (schriftlich, 90 Minuten), Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlich, 90 Minuten) sowie ein fallbezogenes Fachgespräch (mündlich, höchstens 30 Minuten). Wer besteht, darf die Berufsbezeichnung führen.
Voraussetzungen
Rechtlich ist keine bestimmte schulische Vorbildung vorgeschrieben – Betriebe dürfen frei entscheiden, wen sie ausbilden. In der Praxis stellen die meisten Ausbildungsbetriebe jedoch Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss oder Hochschulreife ein. Hilfreich sind Organisationstalent, Freude am Umgang mit Zahlen, Sorgfalt sowie gute Deutsch- und Englischkenntnisse.
Nach der Ausbildung
Ausgelernte Speditionskaufleute finden in vielen Bereichen der Logistikbranche Arbeit – etwa in der Güterbeförderung per Bahn, Straße, Schiff oder Flugzeug sowie bei Speditionen und Kurierdiensten. Als kaufmännischer Beruf spielt sich der Arbeitsalltag überwiegend im Büro ab; bei Aufgaben wie Frachtkontrollen ist man auch im Lager oder auf dem Betriebsgelände unterwegs.
Fort- und Weiterbildung
Nach der Ausbildung gibt es mehrere Wege, sich weiterzuqualifizieren. Über eine Aufstiegsfortbildung kann man etwa den Fachwirt für Güterverkehr und Logistik, den Verkehrsfachwirt oder den Betriebswirt anstreben und so leitende Positionen übernehmen. Wer die entsprechende Hochschulzugangsberechtigung mitbringt, kann zudem ein Studium anschließen – etwa in Logistik oder Verkehrsbetriebswirtschaft – und sich damit für Führungsaufgaben qualifizieren.
Weiterführende Links
Häufig gestellte Fragen
Wie heißt der Beruf heute offiziell?
Offiziell heißt der Beruf seit dem 1. August 2004 Kaufmann bzw. Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung. Die ältere Bezeichnung „Speditionskaufmann“ wird umgangssprachlich weiter verwendet, ist aber nicht mehr die aktuelle Ausbildungsbezeichnung.
Welchen Schulabschluss braucht man für die Ausbildung zum Speditionskaufmann?
Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben. In der Praxis stellen die meisten Betriebe jedoch Auszubildende mit mittlerem Bildungsabschluss oder Hochschulreife ein.
Wie lange dauert die Ausbildung und kann man sie verkürzen?
Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre. Bei guten Leistungen oder einem höheren Schulabschluss ist eine Verkürzung auf zweieinhalb oder zwei Jahre möglich.
Wie ist die Abschlussprüfung aufgebaut?
Sie besteht aus vier Bereichen: drei schriftlichen Teilen (Leistungserstellung, Kaufmännische Steuerung und Kontrolle, Wirtschafts- und Sozialkunde) und einem mündlichen fallbezogenen Fachgespräch.
Welche Weiterbildungen gibt es nach der Ausbildung?
Möglich sind zum Beispiel Aufstiegsfortbildungen zum Fachwirt für Güterverkehr und Logistik, zum Verkehrsfachwirt oder zum Betriebswirt. Mit Hochschulzugangsberechtigung kommt auch ein Studium, etwa in Logistik oder Verkehrsbetriebswirtschaft, in Frage.













