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Was ein Raumausstatter macht
Der Beruf Raumausstatter verbindet Handwerk und Gestaltung: Fachkräfte statten Räume mit Bodenbelägen, Polstermöbeln, Wand- und Deckenbekleidungen sowie Sicht-, Licht- und Sonnenschutz aus. Viele dieser Elemente – etwa Vorhänge oder Polster – fertigen sie selbst an.
Vor der eigentlichen Umsetzung steht die Planung: Der Raumausstatter besichtigt die Räume, nimmt Maß, kalkuliert Material und Kosten und entwirft Skizzen für die Gestaltung. Ein großer Teil der Tätigkeit ist die Kundenberatung – von der Auswahl der Stoffe und Farben bis zur Umsetzung der Gestaltungsidee.
Für die Arbeit kommen Werkzeuge und Maschinen wie Nähmaschinen oder Tapezierwerkzeug zum Einsatz. Der Kontakt zum Kunden beginnt meist mit einem Beratungsgespräch, in dem Wünsche und Anforderungen an die Raumgestaltung geklärt werden.
Ausbildung zum Raumausstatter
Ablauf und Inhalte
Raumausstatter ist ein anerkannter Ausbildungsberuf im Handwerk (Gewerbe Nummer 27 der Handwerksordnung). Die Ausbildung ist dual aufgebaut: Die Auszubildenden lernen abwechselnd im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Im Betrieb stehen die praktischen handwerklichen Fertigkeiten im Vordergrund, in der Berufsschule unter anderem das Wissen über Textilien sowie Werk- und Hilfsstoffe.
Im ersten Ausbildungsjahr geht es vor allem um die Grundlagen:
- Be- und Verarbeiten von Werk- und Hilfsstoffen
- Messen und Anfertigen von Zeichnungen
- Umgang mit Werkzeugen, Geräten und Maschinen
Im weiteren Verlauf kommen Fertigkeiten wie Nähen, Polstern und Tapezieren hinzu. Neben dem Handwerk lernen die Auszubildenden auch, wirtschaftlich zu arbeiten – etwa Materialkosten zu kalkulieren und Rechnungen zu erstellen – und den Umgang mit Kunden.
Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt. Im weiteren Ausbildungsverlauf, vor allem im dritten Lehrjahr, rückt einer der fünf Schwerpunkte in den Vordergrund:
- Boden
- Polstern
- Raumdekoration
- Licht-, Sicht- und Sonnenschutzanlagen
- Wand- und Deckendekoration
Dauer
Die Ausbildung zum Raumausstatter dauert in der Regel drei Jahre. Die Regeldauer kann auf Antrag individuell verkürzt oder verlängert werden – etwa bei einem höheren Schulabschluss oder guten Leistungen. Über den Antrag entscheidet die zuständige Handwerkskammer.
Abschluss
Die Ausbildung endet mit der Gesellenprüfung. Sie besteht aus einem praktischen Teil A – einer Arbeitsaufgabe mit Fachgespräch – und einem schriftlichen Teil B mit den Bereichen Arbeitsplanung und Gestaltung, Fertigung und Montage sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Wer besteht, ist Geselle beziehungsweise Gesellin im Raumausstatter-Handwerk.
Nach der Ausbildung
Ausgelernte Raumausstatter können direkt in den Beruf einsteigen. Sie arbeiten in klassischen Raumausstattungsbetrieben, aber auch in Möbelhäusern oder in den Werkstätten von Theatern und Bühnen. Je nach gewähltem Schwerpunkt liegt der Tätigkeitsfokus auf einem der fünf Bereiche.
Im Schwerpunkt Polstern stellen Raumausstatter Polstermöbel her oder restaurieren ältere Stücke – meist in der Werkstatt. Wer den Schwerpunkt Boden gewählt hat, arbeitet vor allem mit Bodenbelägen, die verlegt, geschliffen oder poliert werden. Die Schwerpunkte Raumdekoration und Licht-, Sicht- und Sonnenschutzanlagen überschneiden sich inhaltlich stark: Hier fertigen Raumausstatter Gardinen, Kissen oder Rollos, häufig an der Nähmaschine im Nähatelier. Im Schwerpunkt Wand- und Deckendekoration bereiten sie Untergründe vor, entfernen alte Tapeten und bringen neue Wand- und Deckenbekleidungen an.
Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
Nach der Ausbildung lässt sich das Fachwissen gezielt vertiefen. Über Lehrgänge können sich Raumausstatter zum Beispiel zum Gestalter im Handwerk oder zum Restaurator im Raumausstatter-Handwerk weiterbilden.
Ein klassischer Weg ist die Meisterschule: Der Raumausstattermeister qualifiziert dazu, selbst Lehrlinge auszubilden, und ebnet den Weg in die Selbstständigkeit. Wer sich für Unternehmensführung interessiert, kann den Betriebswirt nach der Handwerksordnung anschließen. Mit einem entsprechenden Schulabschluss ist außerdem ein Studium möglich, etwa im Fach Innenarchitektur.
Häufig gestellte Fragen
Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung zum Raumausstatter?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis bringen die meisten Auszubildenden einen Haupt- oder mittleren Schulabschluss mit. Hilfreich sind gute Leistungen in Mathematik, im technisch-handwerklichen sowie im gestalterischen Bereich und handwerkliches Geschick.
Kann man die Ausbildung zum Raumausstatter verkürzen?
Ja. Die Regeldauer von drei Jahren kann auf Antrag individuell verkürzt werden, zum Beispiel bei einem höheren Schulabschluss oder guten Leistungen. Über die Verkürzung entscheidet die zuständige Handwerkskammer.
Welche fünf Schwerpunkte gibt es in der Ausbildung?
Die Ausbildungsordnung nennt fünf Schwerpunkte: Boden, Polstern, Raumdekoration, Licht-, Sicht- und Sonnenschutzanlagen sowie Wand- und Deckendekoration. Auf einen davon spezialisiert man sich im Laufe der Ausbildung, vor allem im dritten Lehrjahr.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Möglich sind unter anderem der Raumausstattermeister, der Gestalter im Handwerk, der Restaurator im Raumausstatter-Handwerk und der Betriebswirt nach der Handwerksordnung. Mit passendem Schulabschluss kommt auch ein Studium, etwa der Innenarchitektur, in Frage.













