Innenarchitekt: Aufgaben, Studium und Berufszugang

Innenarchitekt bei der Raumplanung am Schreibtisch
stux – Pixabay

Ein Innenarchitekt konzipiert und gestaltet die Innenräume von Gebäuden. Er verbindet gestalterische, funktionale und technische Anforderungen mit wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Gesichtspunkten und begleitet Räume von der ersten Skizze bis zur Bauüberwachung.

Berufsbild: Was ein Innenarchitekt macht

Bei der Planung eines Projekts berücksichtigen Innenarchitekten vorhandene Gebäudestrukturen, die Proportionen von Räumen, technische Anlagen, Licht, Farben und Materialien sowie Außenflächen und Außenbereiche. Bei alten Gebäuden prüfen sie, ob denkmalpflegerische Auflagen vorliegen.

Am Anfang steht das Gespräch mit den Kunden: Innenarchitekten ermitteln deren Vorstellungen und Wünsche, unterbreiten Vorschläge und legen erste Skizzen vor. Im Rahmen eines Bauauftrags erarbeiten sie detaillierte Entwürfe und fertigen genaue Pläne für die Ausführung durch Baufirmen und Handwerker an. Sie erstellen Kostenvoranschläge, holen Angebote von Handwerksbetrieben und Lieferfirmen ein, wirken an der Genehmigungsplanung mit und überwachen die Bauausführung.

Gearbeitet wird vorwiegend im Büro oder Atelier und direkt bei den Kunden, etwa auf der Baustelle. Beim Planen, Kalkulieren und Berechnen sind Computer mit spezieller Bauplanungssoftware und CAD-Programmen das wichtigste Hilfsmittel; ein großer Teil des Arbeitstages entfällt daher auf Bildschirmarbeit.

Ausbildung: Studium der Innenarchitektur

Ablauf und Studiengänge

Grundlage für die Arbeit als Innenarchitekt ist ein abgeschlossenes grundständiges Studium der Innenarchitektur. Auch duale Studiengänge, die das Studium mit einer betrieblichen Ausbildung verbinden, werden angeboten, sind aber selten. Infrage kommen zum Beispiel:

  • Innenarchitektur (Bachelor)
  • Interior Design (Bachelor)
  • Innenarchitektur – Raum Inszenierung Design (Bachelor)

Zu den Pflichtmodulen zählen unter anderem Baukonstruktion, Bauphysik, Gebäudelehre, Grundlagen der Möbelgestaltung, Innenausbau, Prinzipien des Konstruierens, Inszenierung und Designtheorie. Hinzu kommen Wahlmodule, etwa zu Fotografie, Modellbau, Lichtgestaltung oder Darstellungstechniken. Je nach Studiengang und Hochschule sind unterschiedlich lange Praxisphasen integriert – als Praxissemester, Praxismodule oder externe Praktika, die in der Regel bei Bau-, Ingenieur- oder Planungsbüros absolviert werden.

Dauer und Abschluss

Die Regelstudienzeit für ein Bachelorstudium der Innenarchitektur liegt bei sechs bis acht Semestern, abhängig von der Hochschule. Der Abschluss wird meist als Bachelor of Arts (B.A.) vergeben, je nach Programm auch als Bachelor of Engineering (B.Eng.).

Geschützte Berufsbezeichnung und Architektenliste

Schaubild: Innenarchitekt

„Innenarchitekt“ bzw. „Innenarchitektin“ ist eine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung. Führen darf sie nur, wer bei einer Länderarchitektenkammer in die Architekten- (beziehungsweise Architekten- und Stadtplaner-)Liste eingetragen ist. Voraussetzung dafür ist je nach Bundesland ein Vollzeitstudium von mindestens drei bis vier Jahren, ergänzt um in der Regel mindestens zwei Jahre praktische Berufserfahrung in den wesentlichen Aufgaben der Fachrichtung. Mit der Eintragung ist die volle Bauvorlageberechtigung für die Berufsaufgaben der Fachrichtung verbunden.

Die Tätigkeit eines Innenarchitekten lässt sich auch ohne Eintragung ausüben; die geschützte Berufsbezeichnung darf man dann jedoch nicht führen und ist nicht bauvorlageberechtigt. In Deutschland waren Anfang 2024 rund 6.700 Innenarchitektinnen und Innenarchitekten in die Architektenlisten eingetragen.

Ausblick nach dem Studium

Innenarchitekten arbeiten als Angestellte oder selbstständig. Sie finden Beschäftigung in Innenarchitektur- und Ingenieurbüros, in Ateliers, die Möbel entwerfen und herstellen, in Betrieben für Raumausstattung sowie bei Möbelherstellern und Bauträgern. Wer für Denkmalschutzbehörden tätig ist, entwickelt Konzepte für die Raumnutzung unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten.

Überall dort, wo Räume funktional genutzt, gestalterisch aufgewertet oder barrierefrei eingerichtet werden sollen, ist ihr Spezialwissen gefragt – die Auftraggeber reichen von Arztpraxen, Bäderbetrieben und Messeveranstaltern über Konzert- und Musikveranstalter bis zu Gaststätten, Restaurants und Privatpersonen. Wichtig für den Beruf sind neben Kreativität eine sorgfältige, exakte Arbeitsweise (etwa beim Aufmaß), Flexibilität bei kurzfristigen Änderungswünschen, Kommunikationsstärke und Verhandlungsgeschick im Umgang mit Kunden, Handwerksbetrieben und Lieferanten sowie eine selbstständige Arbeitsweise.

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Zahlreiche Kurse, Seminare und Lehrgänge helfen Innenarchitekten, sich zu spezialisieren und weiterzuentwickeln, zum Beispiel in diesen Bereichen:

  • Raumgestaltung und Raumausstattung
  • Allgemeine Architektur
  • Kommunikative Fähigkeiten und Verhandlungsführung
  • Management von Bauprojekten
  • Baurecht
  • Baustellenleitung und Baustellenüberwachung
  • Baubiologie, energieeffizientes und ökologisches Bauen
  • Teamarbeit und Führung
  • Computer Aided Design (CAD)

Für Führungspositionen, Aufgaben in Wissenschaft und Forschung oder besonders spezialisierte Aufträge ist in der Regel ein Masterstudium oder eine Promotion, gegebenenfalls auch eine Habilitation erforderlich. Als weiterführende Studiengänge bieten sich zum Beispiel an:

  • Innenarchitektur (weiterbildend)
  • Denkmalpflege (weiterbildend)
  • Design (weiterbildend)
  • Ausstellungsdesign (weiterbildend)

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Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert das Studium zum Innenarchitekten?

Das Bachelorstudium der Innenarchitektur dauert in der Regel sechs bis acht Semester. Es schließt meist mit dem Bachelor of Arts (B.A.), je nach Hochschule auch mit dem Bachelor of Engineering (B.Eng.) ab.

Ist Innenarchitekt eine geschützte Berufsbezeichnung?

Ja. Die Bezeichnung „Innenarchitekt“ darf nur führen, wer bei einer Länderarchitektenkammer in die Architektenliste eingetragen ist. Die Tätigkeit selbst kann man auch ohne Eintragung ausüben, dann jedoch ohne den geschützten Titel und ohne Bauvorlageberechtigung.

Was ist nötig, um in die Architektenliste eingetragen zu werden?

Erforderlich sind je nach Bundesland ein Vollzeitstudium von mindestens drei bis vier Jahren sowie in der Regel mindestens zwei Jahre praktische Berufserfahrung in den wesentlichen Aufgaben der Fachrichtung. Mit der Eintragung erhält man die volle Bauvorlageberechtigung.

Welche Studiengänge führen zum Beruf des Innenarchitekten?

Der übliche Weg ist ein grundständiges Studium der Innenarchitektur oder des Interior Design, das an einigen Hochschulen auch als duales Studium angeboten wird. Für Spezialisierungen und Führungsaufgaben folgt häufig ein Masterstudium.