E-Commerce Manager: Aufgaben, Ausbildung und Weiterbildung

Online Marketing
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Der Onlinehandel wächst seit Jahren, und mit ihm der Bedarf, alle digitalen Vertriebs- und Marketingaktivitäten eines Unternehmens gezielt zu steuern. Genau das ist die Aufgabe eines E-Commerce-Managers: Er verantwortet Aufbau und Betrieb des Online-Handels und verbindet dabei die Bereiche Vertrieb, Logistik, Buchhaltung und Marketing. Zusätzlichen Schub bekam das Berufsbild durch die COVID-19-Pandemie, die viele Unternehmen zum schnellen Ausbau ihrer Online-Kanäle gezwungen hat.

Weil das Management des Online-Handels zahlreiche Schnittstellen zwischen Vertrieb, Logistik, Buchhaltung und Marketing verbindet, ist auch die enge Zusammenarbeit mit der IT ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Umsetzung.

Aufgaben eines E-Commerce-Managers

Zu den Aufgaben eines E-Commerce-Managers gehören:

  • der Aufbau eines Online-Shops (z. B. mit Shopify) mit dem Ziel eines stimmigen und funktionalen Gesamtkonzepts
  • die Auswahl des Sortiments und die laufende Pflege der Angebotspalette samt Festlegung der Online-Preise
  • die Produktvorstellung und -beschreibung
  • Vertrieb und Vermarktung in den verschiedenen Online-Marketing-Disziplinen:
  • der Aufbau eines Retourenmanagements
  • die Sicherstellung der Kundenzufriedenheit
  • die laufende Weiterentwicklung und Optimierung der gesamten Plattform

Gefragt sind dafür nicht nur analytische Fähigkeiten und Kundenorientierung, sondern auch ein Gespür für Weiterentwicklung, gepaart mit Kommunikationsstärke und wirtschaftlichem Verständnis.

Ausbildung zum Kaufmann/-frau im E-Commerce

Wer den klassischen Einstieg sucht, absolviert die Ausbildung zum Kaufmann/-frau im E-Commerce. Sie ist seit dem 1. August 2018 ein staatlich anerkannter dualer Ausbildungsberuf in Industrie- und Handelsunternehmen und war der erste neue kaufmännische Ausbildungsberuf seit rund zehn Jahren. Zuständige Stelle ist die Industrie- und Handelskammer (IHK).

Ablauf der dualen Ausbildung

Als duale Ausbildung wechseln sich betriebliche und schulische Phasen ab: Die Praxis wird im Ausbildungsbetrieb vermittelt, die theoretischen Inhalte in der Berufsschule.

Dauer der Ausbildung

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Bei entsprechenden Leistungen ist eine Verkürzung möglich; das ist mit dem Ausbildungsbetrieb und der IHK abzustimmen.

Prüfung

Anders als bei vielen älteren Ausbildungsberufen gibt es keine separate Zwischenprüfung, sondern eine gestreckte Abschlussprüfung in zwei Teilen. Teil 1 findet in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt (Prüfungsbereich „Sortimentsbewirtschaftung und Vertragsanbahnung“) und geht bereits in das Gesamtergebnis ein. Teil 2 folgt am Ende der Ausbildung und umfasst die schriftlichen Bereiche „Geschäftsprozesse im E-Commerce“, „Kundenkommunikation im E-Commerce“ und „Wirtschafts- und Sozialkunde“ sowie ein mündliches Fachgespräch zu einem projektbezogenen Prozess. Wer besteht, ist geprüfte/r Kaufmann/-frau im E-Commerce.

Schaubild: E-Commerce Manager

Ausblick nach der Ausbildung

Nach dem Abschluss stehen mehrere Wege offen. Typische Arbeitgeber sind große Handelsunternehmen mit bereits bestehenden oder im Aufbau befindlichen digitalen Vertriebskanälen sowie Agenturen im Bereich E-Commerce, die andere Unternehmen dabei von außen beraten. Da immer mehr Betriebe ihren Onlinehandel professionalisieren, sind entsprechend qualifizierte Fachkräfte gefragt.

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Auf die Ausbildung lässt sich mit einem Studium aufbauen, etwa in Wirtschaftsinformatik oder Betriebswirtschaftslehre mit E-Commerce-Schwerpunkt; ein einschlägiges Bachelorstudium dauert in der Regel drei bis dreieinhalb Jahre.

Ohne Studium führt die IHK-Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Fachwirt im E-Commerce weiter. Dieser Abschluss ist im Deutschen Qualifikationsrahmen dem Niveau 6 (Bachelor-Niveau) zugeordnet und wird je nach Anbieter meist berufsbegleitend über ein bis zwei Jahre absolviert.

Alternative: Fernstudium zum E-Commerce Manager

„E-Commerce Manager“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Neben der dualen Ausbildung bieten private Institute Fernlehrgänge oder Fernstudiengänge an, mit denen man sich zeitlich flexibel für den Bereich weiterqualifizieren kann.

Häufig gestellte Fragen

Ist „E-Commerce Manager“ ein anerkannter Ausbildungsberuf?

„E-Commerce Manager“ ist eine Job- und Weiterbildungsbezeichnung, aber keine geschützte Berufsbezeichnung. Der staatlich anerkannte duale Ausbildungsberuf heißt Kaufmann/-frau im E-Commerce und besteht seit 2018.

Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung zum Kaufmann im E-Commerce?

Rechtlich ist keine bestimmte schulische Vorbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen die meisten Betriebe Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Schulabschluss oder Hochschulreife ein. Hilfreich sind Interesse am Online-Handel, kaufmännisches Verständnis sowie gute Kenntnisse in Deutsch und Mathematik.

Was ist der Unterschied zwischen der Ausbildung und einem Fernstudium zum E-Commerce Manager?

Die Ausbildung zum Kaufmann/-frau im E-Commerce ist ein dualer, staatlich anerkannter Ausbildungsberuf mit IHK-Abschluss, der drei Jahre in Betrieb und Berufsschule dauert. Ein Fernlehrgang oder Fernstudium „E-Commerce Manager“ ist dagegen eine Weiterbildung privater Anbieter, meist zeitlich flexibel und ohne festen Ausbildungsbetrieb; der Abschluss ist ein Anbieterzertifikat, kein anerkannter Ausbildungsberuf.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung im E-Commerce?

Nach der Ausbildung bieten sich die IHK-Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Fachwirt im E-Commerce (DQR-Niveau 6), ein einschlägiges Studium (z. B. Wirtschaftsinformatik oder BWL mit E-Commerce-Schwerpunkt) sowie Spezialisierungen in Feldern wie SEO, SEA oder Online-Marketing an.

Weiterführende Links

Informationen der Industrie- und Handelskammer:
Kaufmann/-frau im E-Commerce – IHK Nord Westfalen

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