Informatiker: Berufsbild, Studium und Ausbildung

Informatiker bei der Arbeit am Computer
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Informatik ist die Wissenschaft von der systematischen Verarbeitung von Informationen, vor allem mithilfe von Computersystemen. Informatiker sind Fachleute, die auf diesem Gebiet arbeiten – in der Softwareentwicklung, beim Aufbau von IT-Systemen oder in Forschung und Lehre.

Was ist Informatik?

Kaum ein Lebensbereich kommt heute ohne Computer aus. Entsprechend breit ist das Feld der Informatik. Zu ihren Pionieren zählt Konrad Zuse (mit vollem Namen Konrad Ernst Otto Zuse): Er baute 1941 mit der Z3 den ersten funktionsfähigen, frei programmierbaren Computer der Welt.

Die vier Teilgebiete der Informatik

Klassisch unterteilt man die Informatik in vier Bereiche:

  • Theoretische Informatik: die formalen Grundlagen – etwa Algorithmen, Berechenbarkeit und Automatentheorie.
  • Praktische Informatik: Methoden, Verfahren und Werkzeuge zur Lösung informationstechnischer Probleme, zum Beispiel Programmiersprachen, Compiler und Betriebssysteme.
  • Technische Informatik: die Hardware-Seite mit Rechnerarchitektur, Schaltungen und Rechnernetzen.
  • Angewandte Informatik: die Übertragung informatischer Methoden auf andere Fachgebiete.

In der angewandten Informatik arbeiten die meisten Informatiker. Aus ihr sind eigene Berufs- und Studienrichtungen hervorgegangen, darunter Wirtschaftsinformatik, Geoinformatik, Ingenieurinformatik, Medieninformatik, Bioinformatik, Chemoinformatik und Computerlinguistik. Andere Informatiker sind in Forschung und Lehre tätig, etwa an Hochschulen oder Schulen.

Schaubild: Informatiker

Wie wird man Informatiker? Studium und Ausbildung

Es führen zwei Hauptwege in den Beruf: ein Hochschulstudium oder – im deutschsprachigen Raum – die duale Ausbildung zum Fachinformatiker.

Studium an Universität oder Fachhochschule

Universitäten und Fachhochschulen bieten Informatik als Bachelor- und Master-Studium an; Universitäten zusätzlich das Lehramtsstudium für Schulen. Der Bachelor of Science hat eine Regelstudienzeit von sechs Semestern und umfasst 180 ECTS-Leistungspunkte. Darauf baut ein Master-Studium auf, das in der Regel weitere vier Semester dauert.

Ausbildung zum Fachinformatiker

Wer keinen Hochschulabschluss anstrebt, kann eine Ausbildung zum Fachinformatiker absolvieren. Sie ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, dauert drei Jahre und findet dual im Betrieb und in der Berufsschule statt. Seit der Ausbildungsverordnung von 2020 gibt es vier Fachrichtungen: Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse sowie Digitale Vernetzung. Das erste Ausbildungsjahr ist für alle Fachrichtungen gleich, danach folgt die Spezialisierung. Rechtlich ist keine bestimmte schulische Vorbildung vorgeschrieben – in der Praxis stellen Betriebe überwiegend Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss oder (Fach-)Hochschulreife ein.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert ein Informatikstudium?

Der Bachelor dauert in der Regelstudienzeit sechs Semester und umfasst 180 ECTS-Leistungspunkte. Ein darauf aufbauendes Master-Studium nimmt üblicherweise weitere vier Semester in Anspruch.

Was ist der Unterschied zwischen Informatikstudium und Ausbildung zum Fachinformatiker?

Das Studium führt zu einem akademischen Abschluss (Bachelor/Master) an einer Hochschule und ist stärker theoretisch-wissenschaftlich ausgerichtet. Die Ausbildung zum Fachinformatiker ist ein dualer, praxisnaher Ausbildungsberuf im Betrieb und in der Berufsschule und setzt keinen Hochschulabschluss voraus.

Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung zum Fachinformatiker?

Rechtlich ist keine bestimmte schulische Vorbildung vorgeschrieben. Ausbildungsbetriebe erwarten in der Praxis meist einen mittleren Bildungsabschluss oder die (Fach-)Hochschulreife sowie Interesse an Technik, Mathematik und logischem Denken.

Welche Fachrichtungen und Spezialisierungen gibt es in der Informatik?

In der Ausbildung zum Fachinformatiker gibt es vier Fachrichtungen: Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse sowie Digitale Vernetzung. Im Studium kann man sich unter anderem auf Wirtschaftsinformatik, Medieninformatik, Bioinformatik oder technische Informatik spezialisieren.

Weiterführende Quelle zum Berufsbild: