SEA Manager: Aufgaben, Weiterbildung und Einstieg

SEA Manager
SEA Manager | © Simon Pixabay.com

Was macht ein SEA Manager?

Ein SEA Manager verantwortet die Suchmaschinenwerbung eines Unternehmens: Er plant, schaltet und steuert bezahlte Anzeigenkampagnen und ist damit ein zentraler Teil des Performance-Marketings. Nahezu alle großen Suchmaschinen bieten bezahlte Werbeplätze (sogenannte Ads) an, über die Firmen gezielt neue Kunden erreichen.

Damit unterscheidet sich Suchmaschinenwerbung (SEA) klar von der Suchmaschinenoptimierung (SEO): SEO soll eine Website langfristig auf die vorderen Plätze der unbezahlten, organischen Suchergebnisse bringen und braucht dafür entsprechend Zeit. Beide Disziplinen zusammen bilden das Suchmaschinenmarketing (SEM).

Schaubild: SEA Manager

Bezahlte Anzeigen erscheinen oberhalb oder neben den organischen Treffern und verschaffen Firmen auch kurzfristig Sichtbarkeit. Die Anzeige muss dazu so gestaltet sein, dass Nutzer sie anklicken und auf die verlinkte Seite gelangen – das steigert den Traffic. Über solche Anzeigen verdienen Suchmaschinen wie Google und Bing einen großen Teil ihres Geldes. Anders als eine Print-Anzeige lassen sich SEA-Kampagnen laufend nachjustieren und optimieren.

Ein SEA Manager beobachtet, welche Suchbegriffe die besten Klickraten erzielen, und richtet seine Kampagnen darauf aus. Zahlreiche Tools erlauben eine genaue Auswertung des Suchverhaltens der Zielgruppe. Dabei arbeitet er eng mit dem SEO- und Marketing-Team zusammen, um den Return on Investment zu verbessern. Besonders Firmen ohne lokales Ladengeschäft sind auf diese Arbeit angewiesen.

Was ist SEA genau?

SEA steht für Search Engine Advertising, auf Deutsch Suchmaschinenwerbung. Damit lässt sich unabhängig von der organischen Optimierung einer Website eine prominente Position in den Suchergebnissen erreichen. SEA basiert auf einem Auktionsmodell: Werbetreibende legen fest, wie viel ihnen ein Klick wert ist, und zahlen in der Regel erst dann, wenn ein Nutzer die Anzeige tatsächlich anklickt (Cost-per-Click). Neben dem Gebot entscheidet bei Google Ads auch der Qualitätsfaktor der Anzeige über Position und Klickpreis. Ein Vorteil: Die Werbung lässt sich gezielt auf Regionen und Zielgruppen ausrichten.

Der Schwerpunkt liegt auf dem kurzfristigen Erfolg – das Werbebudget ist begrenzt. Deshalb sollte SEA durch langfristig ausgerichtetes SEO ergänzt werden. Beide Teilgebiete gehören als Ganzes zum Marketing-Mix eines Unternehmens; weitere Ziele sind der Markenaufbau oder mehr Bestellungen im Online-Shop.

Aufgaben des SEA Managers

Das Aufgabengebiet ist breit, denn ein SEA Manager muss sich in die Nutzer hineinversetzen: Wonach sucht die Zielgruppe? Wie gewinnt man ihre Aufmerksamkeit? Gefragt sind daher nicht nur Kennzahlen, sondern auch Kreativität und ein Gespür für Psychologie. Eine strukturierte Arbeitsweise, analytisches Denken und ein Verständnis für Zahlen sind wünschenswert, ebenso eine regelmäßige Marktbeobachtung – das Online-Marketing entwickelt sich schnell, und einmal erworbenes Wissen veraltet rasch.

Zum Alltag gehören unter anderem:

  • Werbekampagnen in Suchmaschinen planen, überprüfen und ausspielen
  • Keyword-Gebote überwachen und Keyword-Listen erstellen
  • Entwicklungen der Suchmaschinen-Branche verfolgen
  • Budget im Einklang mit den Unternehmenszielen steuern
  • Anzeigen im Such- und Display-Netzwerk von Google Ads und anderen Plattformen schalten
  • kreative Textanzeigen texten und grafische Anzeigen gestalten

Ausbildung und Weiterbildung zum SEA Manager

Eine bundesweit einheitlich geregelte Ausbildung zum SEA Manager gibt es nicht – die Techniken ändern sich zu schnell, als dass feste Lehrinhalte lange Bestand hätten. SEA Manager ist deshalb ein typischer Weiterbildungsberuf, der auch Quereinsteigern den Weg ins Online-Marketing öffnet. Besonders geeignet ist er für Menschen, die bereits in angrenzenden Feldern arbeiten: IT-Fachleute, Webmaster und Programmierer lernen, konsequent vom Kunden her zu denken, und eignen sich Wissen über die Besonderheiten des E-Commerce an.

Zur Weiterbildung gehören technische Grundlagen wie HTML, Tracking und Web-Analyse sowie fundiertes Wissen im Online-Marketing. Eine große Rolle spielt die Benutzerfreundlichkeit, damit Bestellvorgänge möglichst reibungslos ablaufen. Auch rechtliche Grundlagen sind wichtig, denn für Online-Shops gelten zahlreiche gesetzliche Vorgaben.

Die Lehrgänge finden an Fachakademien, bei der IHK oder als Fernstudium statt. Fernunterricht hat den Vorteil, dass Teilnehmer das Gelernte sofort am Arbeitsplatz anwenden können und zeitlich wie örtlich unabhängig bleiben, da der Stoff über ein Web Based Training vermittelt wird. Die Angebote tragen bei den Anbietern zum Teil unterschiedliche Namen, folgen aber meist einem ähnlichen Lehrplan. Wichtigste Voraussetzung ist eine Affinität zu Computern und Internet.

Typische Themen auf dem Lehrplan:

  • Grundlagen des Marketings
  • praktische Tools und Automation
  • Online-Marketing
  • Umgang mit Shop-Software und Content-Management-Systemen
  • Online-Recht
  • Suchmaschinenwerbung mit Google und Bing

Mit der zunehmenden Digitalisierung – auch im Mittelstand – entstehen vielfältige Jobmöglichkeiten für SEA-Fachleute. Wer versteht, wie Performance-Marketing funktioniert, hat gute Perspektiven, denn immer mehr Geschäft läuft online. Entsprechend suchen viele Firmen gezielt nach passendem Fachpersonal.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen SEA und SEO?

SEA (Suchmaschinenwerbung) nutzt bezahlte Anzeigen, um sofort sichtbar zu sein; die Kosten fallen laufend an, meist pro Klick. SEO (Suchmaschinenoptimierung) zielt auf die organischen, unbezahlten Ergebnisse und wirkt eher langfristig. Beide sind Teildisziplinen des Suchmaschinenmarketings (SEM) und ergänzen sich.

Welche Voraussetzungen braucht man für den Einstieg als SEA Manager?

Einen festen Ausbildungsweg gibt es nicht. Gefragt sind analytisches Denken, ein sicherer Umgang mit Zahlen und Tools sowie eine ausgeprägte Affinität zu Computern und Internet. Weil es ein Weiterbildungsberuf ist, gelingt der Einstieg auch Quereinsteigern, etwa aus IT oder E-Commerce.

Wie läuft die Weiterbildung zum SEA Manager ab?

Da es keine bundesweit geregelte Ausbildung gibt, bieten Fachakademien, IHKs und Fernlehrinstitute Kurse unter teils unterschiedlichen Bezeichnungen an. Dauer und Umfang hängen vom Anbieter und Format ab – von kompakten Lehrgängen bis zu mehrmonatigen Fernstudien. Vermittelt werden unter anderem Online-Marketing, Tracking und Web-Analyse, Tools sowie rechtliche Grundlagen.

Womit arbeitet ein SEA Manager im Alltag?

Vor allem mit Anzeigenplattformen wie Google Ads (früher Google AdWords) und ergänzenden Analyse- und Keyword-Tools. Dazu kommen das Steuern von Geboten und Budgets, das Erstellen von Anzeigentexten und die laufende Auswertung der Kampagnen-Kennzahlen.