Marktforscher – Berufsbild, Wege in den Job und Aufgaben

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Marktforscher untersuchen, ob für ein Produkt Bedarf besteht, wie Kundinnen und Kunden es wahrnehmen und wie sich der Absatz entwickeln dürfte. Dazu führen sie Marktanalysen durch und werten die Erwartungen, Meinungen und das Verhalten von Menschen systematisch aus.

Marktforschung ist zweckgerichtet: Auftraggeber aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung wollen zu einer konkreten Fragestellung belastbare Informationen. Unternehmen lassen die Bedürfnisse und die Zufriedenheit ihrer Kundschaft ermitteln, in der politischen Meinungsforschung geht es um die Stimmung der Wählerschaft, und auch Mitarbeiterbefragungen für die Arbeitsforschung gehören in dieses Feld.

Wege in den Beruf

Es gibt zwei typische Einstiege. Der klassische akademische Weg führt über ein Studium der Wirtschafts- oder Sozialwissenschaften, häufig mit Schwerpunkt Marketing; ebenso gefragt sind Psychologie, Soziologie oder Statistik. Kenntnisse in Analytik und Statistik sind in jedem Fall von Vorteil. Praktika oder Nebenjobs in dem Bereich helfen, früh praxisnahe Erfahrungen zu sammeln.

Daneben gibt es einen anerkannten dualen Ausbildungsberuf: die oder den Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung (FAMS). Die Ausbildung dauert drei Jahre und setzt in der Regel einen mittleren Schulabschluss voraus. Auszubildende lernen, an der Planung, Organisation und Durchführung von Forschungsprojekten mitzuwirken, Daten aufzubereiten, Statistiken auszuwerten und an Untersuchungsberichten mitzuarbeiten.

Schaubild: Marktforschung

Qualitative und quantitative Marktforschung

Methodisch unterscheidet man zwei Ansätze. Die qualitative Marktforschung untersucht Erwartungen, Einstellungen und Verhaltensweisen der Kundschaft – etwa in Einzelinterviews oder Gruppendiskussionen; dafür konzipieren Auftraggeber und Forschende gemeinsam ausführliche Leitfäden, um möglichst genaue Informationen einer Zielgruppe zu erhalten. Die quantitative Marktforschung arbeitet mit standardisierten Fragebögen und größeren Datenmengen, die statistisch ausgewertet werden; hier stehen messbare Größen wie Verkaufszahlen im Vordergrund.

In beiden Fällen ermitteln Marktforscher Zusammenhänge in den Daten und leiten daraus Handlungsempfehlungen für den Auftraggeber ab. Die Auswertungen fließen in Statistiken und Prognosen ein, die auch spätere Entscheidungen stützen.

Forschungsgebiete

Ein wichtiges Feld ist die Online-Research: Viele Befragungen laufen digital, erreichen große Stichproben und sind für Befragte wie Institute vergleichsweise einfach zu handhaben. In der Konsumgüterforschung werden Meinungen bestimmter Zielgruppen zu neuen oder bereits bestehenden Produkten erhoben. Die Politik- und Wahlforschung befragt Bevölkerungsgruppen quer durch alle sozialen Schichten, um Prognosen – etwa für Wahlen – erstellen zu können.

Arbeitsbranchen

Marktforscher arbeiten vor allem in Marketing– oder Marktforschungsabteilungen größerer Unternehmen sowie in spezialisierten Marktforschungsinstituten. Auch in Industrie und Handel gibt es Stellen in Marktforschungsteams. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie ein Unternehmen seine Ziele erreichen kann.

Weblinks zum Thema Marktforschung

Häufig gestellte Fragen

Welches Studium braucht man, um Marktforscher zu werden?

Gefragt sind wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Studiengänge, oft mit Marketing-Schwerpunkt, außerdem Psychologie, Soziologie oder Statistik. Ein bestimmter Studiengang ist nicht zwingend vorgeschrieben – entscheidend sind solide Kenntnisse in Statistik und Datenanalyse.

Geht es auch ohne Studium?

Ja. Mit dem anerkannten Ausbildungsberuf „Fachangestellte/r für Markt- und Sozialforschung“ (FAMS) führt ein dualer Weg in das Feld. Die Ausbildung dauert drei Jahre und setzt üblicherweise einen mittleren Schulabschluss voraus.

Was ist der Unterschied zwischen qualitativer und quantitativer Marktforschung?

Die qualitative Marktforschung ergründet Einstellungen und Motive, etwa über Interviews und Gruppendiskussionen. Die quantitative Marktforschung misst mit standardisierten Fragebögen und statistischen Verfahren größere Datenmengen. In der Praxis werden beide Ansätze häufig kombiniert.

In welchen Branchen arbeiten Marktforscher?

Vor allem in Marktforschungsinstituten und in den Marketing- oder Marktforschungsabteilungen größerer Unternehmen, außerdem in Industrie und Handel sowie in Einrichtungen der empirischen Wirtschafts- und Sozialforschung.

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