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Der Beruf des Schauspielers ist bekannt, doch der Weg dorthin ist es kaum. Anders als bei geregelten Ausbildungsberufen gibt es für Schauspieler keine bundesweit einheitliche Ausbildungsordnung. Wer sich etwa auf eine Rolle in einer Film- oder Fernsehproduktion bewirbt, kann theoretisch auch ohne formale Ausbildung eine Chance haben. Solche Quereinstiege bleiben jedoch die Ausnahme: Agenturen, Theater und Casting-Verantwortliche achten in der Regel auf einen staatlich anerkannten Abschluss.
Ausbildung an Schauspielschulen
Eine formale Schauspielausbildung bieten vor allem staatliche Hochschulen für Musik und darstellende Kunst sowie staatlich anerkannte private Schauspielschulen an. Daneben existieren Privatschulen sehr unterschiedlicher Qualität bis hin zum berufsbegleitenden Privatunterricht. Nicht staatlich anerkannte Abschlüsse sind nur bedingt zu empfehlen, weil sie auf dem Arbeitsmarkt weniger gelten.
Die Ausbildung gilt als künstlerische Ausbildung, ähnlich einem Studium, und wird deshalb – anders als eine betriebliche Berufsausbildung – nicht vergütet, sondern ist gebührenpflichtig. An staatlichen Hochschulen fallen meist nur geringe Semesterbeiträge an (grob 100 bis 500 Euro pro Semester), dafür ist der Andrang groß. Private Schulen bieten kleinere Gruppen und eine engere Betreuung, sind aber deutlich teurer und können bis zu rund 7.000 Euro pro Jahr kosten. Zur Finanzierung beantragen viele angehende Schauspieler BAföG und bestreiten den Rest über Nebenjobs.
Voraussetzungen und Aufnahmeprüfung
Als schulische Voraussetzung wird in der Regel die Mittlere Reife oder das Abitur erwartet; bei besonderer Begabung sind Ausnahmen möglich. Wichtiger als der Zeugnisdurchschnitt ist das schauspielerische Talent. Die Schulen treffen zunächst anhand der schriftlichen Bewerbung eine Vorauswahl – hier zählt, wie überzeugend Bewerber ihre Motivation, bisherige praktische Erfahrungen und Talente darstellen.
Anschließend führen die staatlichen Ausbildungseinrichtungen in jedem Fall eine – meist mehrteilige – Aufnahmeprüfung durch. Dazu gehört üblicherweise ein Vorsprechen mit vorbereiteten Rollen. Der Wettbewerb ist hart: Bundesweit stehen jährlich bis zu 5.000 Bewerbern nur etwa 300 Ausbildungsplätze gegenüber.
Inhalte und Dauer der Ausbildung
Solide Ausbildungen dauern in der Regel drei bis vier Jahre; an staatlichen Hochschulen sind es meist acht Semester, also rund vier Jahre. Die konkreten Inhalte unterscheiden sich von Institut zu Institut, doch einige Bereiche sind an allen öffentlichen Instituten vertreten: dramatischer Unterricht, Stimm- und Sprecherziehung, musikalisches Training, Körpertraining, theoretischer Unterricht und Berufspraktika. Der Abschluss bestätigt in der Regel die sogenannte Bühnenreife.
Einsatzfelder gibt es viele: Schauspieler arbeiten an öffentlichen Theatern und privaten Bühnen, in Synchron- und Filmstudios, bei Funk und Fernsehen, an Freilicht- und Tournee-Theatern oder halten Lesungen. Weil die Arbeitsmarktsituation insgesamt schwierig ist, empfiehlt die Bundesagentur für Arbeit, vorab eine anderweitige Existenzgrundlage – etwa einen anerkannten Ausbildungsberuf oder ein Studium – aufzubauen.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung zum Schauspieler?
In der Regel drei bis vier Jahre. An staatlichen Hochschulen umfasst das künstlerische Studium meist acht Semester, also etwa vier Jahre.
Was kostet eine Schauspielschule und gibt es Fördermöglichkeiten?
Die Ausbildung wird nicht vergütet, sondern ist gebührenpflichtig. Staatliche Hochschulen erheben meist nur geringe Semesterbeiträge (etwa 100 bis 500 Euro pro Semester), private Schulen sind teurer und können bis zu rund 7.000 Euro jährlich kosten. Zur Finanzierung ist an vielen anerkannten Schulen eine BAföG-Förderung möglich.
Kann man auch ohne Schauspielschule Schauspieler werden?
Grundsätzlich ja, denn der Beruf ist nicht einheitlich geregelt und praktische Theatererfahrung ist keine zwingende Voraussetzung. In der Praxis erwarten Agenturen und Theater jedoch meist einen staatlich anerkannten Abschluss; reine Quereinstiege bleiben die Ausnahme.
Wie läuft die Aufnahmeprüfung ab?
Nach einer Vorauswahl über die schriftliche Bewerbung folgt eine meist mehrteilige Aufnahmeprüfung mit Vorsprechen. Aufgrund der hohen Bewerberzahlen sind die Plätze stark umkämpft.
Weblinks:
- https://de.wikipedia.org/wiki/Schauspielschule
- https://theaterakademie-koeln.de/
- http://www.schauspielschule-thueringen.de/













