Hygienebeauftragter

Hygienebeauftragter
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Rechtlicher Hintergrund

Vom Gesetzgeber wird gemäß §36 des Gesetzes zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz IfSG) die Einhaltung einer Infektionshygiene gefordert. Gerade zur Zeit der Corona-Pandemie kommt diesen Maßnahmen eine besondere Bedeutung zu.

Allgemeine Aufgaben eines Hygienebeauftragten

Das hauptsächliche Ziel von Hygienebeauftragten liegt in der Infektionsprävention. Für diese Aufgabe arbeiten sie als interner Dienstleister und begehen regelmäßig die jeweilige Einrichtung. Einsatzgebiete sind dabei unter anderem Krankenhäuser, Pflegestationen sowie Gebäude der Lebensmittelindustrie. Weiterhin erstellen sie Desinfektionspläne und wirken als Multiplikatoren um andere Mitarbeiter zu schulen.

Hygienebeauftragte im Gesundheitswesen und in der Pflege

Voraussetzungen

Die Voraussetzungen können je nach Bundesland variieren, lassen sich aber allgemein wie folgt beschreiben:
– Mindestalter 18 Jahre
– Mehrjährige Berufserfahrung im Gesundheitswesen (i.d.R. als Pflegerin/Pfleger) oder Führung einer Berufsbezeichnung nach dem Krankenpflegegesetz
– Gute Kenntnisse der deutschen Sprache in Wort und Schrift

Ablauf der Ausbildung

Ein Ausbildungsangebot zum Hygienebeauftragten bietet der Online-Campus www.hygienebeauftragter-online.de.
Grundsätzlich ist hierfür ein Zeitraum von maximal sechs Monaten vorgesehen. Die Inhalte sind in verschiedene Module unterteilt. Nach jedem Modul wird das vermittelte Wissen durch einen entsprechenden Test geprüft. Am Ende der Ausbildung erfolgt eine Abschlussprüfung, die ebenfalls über die Online-Anwendung des Campus durchgeführt wird. Nach erfolgreichem Abschluss wird das Zertifikat zum Hygienebeauftragten im Gesundheitswesen/in der Pflege verliehen.
Optional ist im Anschluss zusätzlich eine IHK-Zertifizierung möglich.

Ausbildungsinhalte im Detail

Die Inhalte der Online-Ausbildung sind in insgesamt 18 Kapitel gegliedert:
1. Mikrobiologie
2. Die Hygiene – Geschichte und Definition; Gesetze, Vorschriften und Richtlinien
3. Qualitätsmanagement in der Hygiene
4. Personalhygiene
5. Personalhygiene: Bekleidung
6. Haut-, Schleimhaut- und Wundantiseptik
7. Hygieneanforderungen im Krankenhaus und in Pflegeeinrichtungen
8. Betriebshygiene
9. Aufbereitung von Medizinprodukten
10. Hygienemanagement von externen Dienstleistern
11. Hygienepläne
12. Exkurs: Reinigung und Desinfektion umsetzen
13. Hygieneprobleme mit Pflege-/Schwerstpflegebedürftigen
14. Abfallentsorgung
15. Hygienemonitoring
16. Immunologie
17. Hygienebeauftragter im Gesundheitswesen
18. Hygieneschulungen

Einsatzgebiete für Hygienebeauftragte im Gesundheitswesen und in der Pflege
Der Einsatz von Hygienebeauftragten wird von verschiedenen Instanzen empfohlen, wie zum Beispiel dem Robert Koch Institut (RKI) und der Kommission für Kranken­haus­hygiene und Infektions­prävention (KRINKO). Entsprechende Arbeitsmöglichkeiten bestehen unter anderem in Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen. Auch Gesundheitsämter, Schulen und Kindertagesstätten können einen entsprechenden Bedarf haben, gerade zu Zeiten der Corona-Pandemie.

Spezialisierungen

Es werden gesonderte Ausbildungen zum Hygienebeauftragten in den Bereichen Lebensmittelindustrie und Pharmaindustrie angeboten, um die brachenspezifischen Besonderheiten zu berücksichtigen. In der Lebensmittelindustrie besteht die Hauptaufgabe der Hygienebeauftragten in der Sicherstellung der Lebensmittelsicherheit. Bezogen auf die Pharmabranche geht es im Schwerpunkt um die Einhaltung nationaler und internationaler Vorgaben für die Produktion von Pharmaprodukten.

Der Ablauf der Online-Kurse ist hierbei weitestgehend identisch zu den Kursen zum Gesundheitswesen, nur die Lerninhalte variieren entsprechend. So gibt es zum Beispiel Lehrinhalte zur Konservierung von Lebensmitteln sowie branchenspezifische Informationen.