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Ein Hygienebeauftragter sorgt in Einrichtungen des Gesundheitswesens, der Pflege und in weiteren Bereichen für die Infektionsprävention. Die Rolle ist kein eigener Ausbildungsberuf, sondern eine Zusatzqualifikation, die auf einen Gesundheits- oder Pflegeberuf aufbaut.
Rechtlicher Hintergrund
Der Gesetzgeber fordert die Einhaltung der Infektionshygiene. Nach § 36 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) müssen bestimmte Einrichtungen Hygienepläne aufstellen und innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Infektionshygiene festlegen; das Gesundheitsamt überwacht die Einhaltung. Für Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen regelt § 23 IfSG die Krankenhaushygiene und Infektionsprävention. Die dort genannte Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht die maßgeblichen Empfehlungen.
Aufgaben eines Hygienebeauftragten
Das zentrale Ziel eines Hygienebeauftragten ist die Infektionsprävention. Als interner Ansprechpartner begeht er regelmäßig die Einrichtung, erstellt Desinfektions- und Hygienepläne und schult als Multiplikator die übrigen Mitarbeitenden. Typische Einsatzorte sind Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen sowie Betriebe der Lebensmittelindustrie.
Hygienebeauftragte im Gesundheitswesen und in der Pflege
Voraussetzungen
Feste, bundesweit einheitliche Zugangsvoraussetzungen gibt es nicht – die Qualifikation orientiert sich an den KRINKO-Empfehlungen, die genauen Bedingungen legen die Bildungsanbieter fest. Üblich sind:
- Volljährigkeit (Mindestalter 18 Jahre)
- einschlägige Berufserfahrung in einem Gesundheits- oder Pflegeberuf – etwa als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann nach dem Pflegeberufegesetz, das seit 2020 das frühere Krankenpflegegesetz ablöst
- gute Kenntnisse der deutschen Sprache in Wort und Schrift
Ablauf der Weiterbildung
Die Weiterbildung wird häufig als berufsbegleitender Online-Kurs angeboten und erstreckt sich über mehrere Monate. Die Inhalte sind in Module gegliedert; nach jedem Modul folgt ein Test, am Ende eine Abschlussprüfung. Nach erfolgreichem Abschluss wird ein Zertifikat zum Hygienebeauftragten im Gesundheitswesen beziehungsweise in der Pflege ausgestellt. Je nach Anbieter ist optional eine zusätzliche Zertifizierung, etwa über eine IHK, möglich.
Ausbildungsinhalte im Überblick
Die Lerninhalte lassen sich zu mehreren Themenfeldern bündeln:
- Grundlagen: Mikrobiologie, Immunologie sowie Geschichte, Definition und rechtlicher Rahmen der Hygiene (Gesetze, Vorschriften, Richtlinien).
- Personal- und Betriebshygiene: Personalhygiene einschließlich Bekleidung, Haut-, Schleimhaut- und Wundantiseptik sowie Betriebshygiene.
- Einrichtungsbezogene Hygiene: Hygieneanforderungen in Krankenhaus und Pflegeeinrichtung, Hygiene bei Pflege- und Schwerstpflegebedürftigen sowie die Aufbereitung von Medizinprodukten.
- Organisation und Kontrolle: Qualitätsmanagement, Hygienepläne, Hygienemanagement externer Dienstleister, Reinigung und Desinfektion, Abfallentsorgung und Hygienemonitoring.
- Vermittlung: Aufgaben des Hygienebeauftragten im Gesundheitswesen und die Durchführung von Hygieneschulungen.
Einsatzgebiete
Der Einsatz von Hygienebeauftragten wird von Fachinstanzen wie dem RKI und der KRINKO empfohlen. Arbeitsmöglichkeiten bestehen in Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen, ebenso in Gesundheitsämtern, Schulen und Kindertagesstätten.
Spezialisierungen
Neben dem Gesundheitswesen gibt es gesonderte Weiterbildungen für die Lebensmittel- und die Pharmaindustrie, die die branchenspezifischen Besonderheiten berücksichtigen. In der Lebensmittelindustrie steht die Lebensmittelsicherheit im Vordergrund, in der Pharmabranche die Einhaltung nationaler und internationaler Vorgaben für die Produktion. Der Kursablauf ähnelt dem im Gesundheitswesen; lediglich die Lerninhalte – etwa zur Konservierung von Lebensmitteln – unterscheiden sich.
Häufig gestellte Fragen
Ist die Ausbildung zum Hygienebeauftragten staatlich anerkannt?
Hygienebeauftragter ist kein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, sondern eine Zusatzqualifikation. Sie stützt sich auf die Empfehlungen der KRINKO beim RKI; die Zertifikate stellen die jeweiligen Bildungsanbieter aus, teilweise ergänzt um eine IHK-Zertifizierung.
Kann man die Weiterbildung berufsbegleitend absolvieren?
Ja. Viele Anbieter führen die Weiterbildung als Online-Kurs durch, der sich neben dem Beruf absolvieren lässt. Die Module werden mit Tests abgeschlossen, den Abschluss bildet eine Prüfung.
Welche Voraussetzungen muss man erfüllen?
Üblich sind Volljährigkeit, einschlägige Berufserfahrung in einem Gesundheits- oder Pflegeberuf und gute Deutschkenntnisse. Bundesweit einheitliche Vorgaben gibt es nicht; die genauen Voraussetzungen legen die Anbieter fest, die Qualifikation orientiert sich an den KRINKO-Empfehlungen.
Was kostet die Weiterbildung?
Die Gebühren hängen von Anbieter, Umfang und Format ab. Verbindliche Kosten und mögliche Fördermöglichkeiten nennt der jeweilige Bildungsanbieter.













