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Das Berufsbild
Maßschneiderinnen und Maßschneider fertigen Kleidung als Einzelstück nach den Maßen und Wünschen ihrer Kundschaft. Der Arbeitsalltag gliedert sich im Wesentlichen in drei Bereiche.
Am Anfang steht die Kundenberatung. Maßschneider führen persönliche Beratungsgespräche, stellen verschiedene Stoffarten vor und nehmen die Körpermaße – klassisch mit dem Maßband, zunehmend auch mit digitalen Messsystemen.
Der zweite Bereich ist der Entwurf und die Planung. Dazu gehören Modellskizzen, das Erstellen von Schnittmustern und die Umsetzung von Änderungswünschen an bestehenden Kleidungsstücken.
Der dritte Bereich ist die eigentliche Schneiderarbeit: Zuschneiden, Nähen und Anpassen. Maßschneider stellen individuelle Kleidungsstücke her oder ändern getragene Stücke passgenau ab.
Die Ausbildung zum Maßschneider
Ablauf der Ausbildung
Maßschneider ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf im Handwerk; die Ausbildung verläuft dual, also im Wechsel zwischen dem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule. Seit der Neuordnung 2004 wird der Beruf in den beiden Schwerpunkten Damen und Herren ausgebildet.
In der Berufsschule lernen die Auszubildenden unter anderem, Textilien zu unterscheiden, Material zu berechnen und Entwurfsskizzen anzufertigen. Hinzu kommen Themen wie Körperproportionen, Farblehre, Modetypen und Stilkunde.
Im Betrieb wird das theoretische Wissen in die Praxis übertragen. Der Einstieg erfolgt meist über einfache Näharbeiten; nach und nach kommen Material- und Kostenplanung sowie die Kundenberatung hinzu. Der direkte Kontakt zur Kundschaft steht dabei im Vordergrund.
Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt, die den Ausbildungsstand feststellt. Den Abschluss bildet die Gesellenprüfung mit einem praktischen und einem schriftlichen Teil. Im praktischen Teil fertigen die Prüflinge eine Arbeitsaufgabe an und führen darüber ein Fachgespräch.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert drei Jahre. Bei entsprechender Vorbildung oder guten Leistungen kann sie auf Antrag verkürzt werden.
Nach der Ausbildung
Wer die Gesellenprüfung besteht, findet Anstellung zum Beispiel in Maßateliers und Schneidereien, im Bekleidungseinzelhandel oder in den Kostümabteilungen von Theater, Oper und Film.
Für die Weiterentwicklung stehen mehrere Wege offen: die Weiterbildung zum Maßschneidermeister beziehungsweise zur Maßschneidermeisterin, die zur Selbstständigkeit und zur Ausbildung eigener Lehrlinge berechtigt, sowie Fortbildungen wie Gestalterin bzw. Gestalter im Handwerk oder Betriebswirtin bzw. Betriebswirt nach der Handwerksordnung. Mit (Fach-)Abitur ist außerdem ein Studium möglich, etwa in Bekleidungstechnik, Textiltechnik oder Modedesign.
Voraussetzungen
Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben; die Betriebe entscheiden selbst, wen sie einstellen. Hilfreich sind handwerkliches Geschick, ein Auge für Gestaltung sowie Freude am Umgang mit Menschen. Gute Noten in Fächern wie Kunst und Werken sind von Vorteil, weil Skizzen und Schnittmuster zum täglichen Handwerk gehören.
Häufig gestellte Fragen
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Ausbildung zum Maßschneider?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Wichtiger sind handwerkliches Geschick, gestalterisches Talent und Sorgfalt. Gute Leistungen in Kunst und Werken sind hilfreich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Maßschneider?
Sie dauert regulär drei Jahre und schließt mit der Gesellenprüfung ab. Eine Verkürzung ist auf Antrag möglich.
Worin unterscheidet sich der Maßschneider vom Textil- und Modeschneider?
Der Maßschneider ist ein Handwerksberuf und fertigt individuelle Kleidung als Einzelstück nach Kundenmaß an. Der Textil- und Modeschneider ist dagegen ein IHK-Ausbildungsberuf, der überwiegend auf die industrielle Serien- und Kollektionsfertigung ausgerichtet ist.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Gesellenprüfung kann man den Meistertitel erwerben, sich als Gestalter im Handwerk oder Betriebswirt nach der Handwerksordnung weiterbilden oder – mit (Fach-)Abitur – ein Studium in Bekleidungstechnik oder Modedesign aufnehmen.













