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Chemiker beschäftigen sich mit den kleinsten Teilen der Materie – den Atomen und Molekülen. Sie erforschen die Eigenschaften und Kombinationsmöglichkeiten verschiedenster Stoffe und leiten daraus Anwendungen für den Alltag ab. Das Fach ist breit, entsprechend umfassend fallen Ausbildung und Berufseinstieg aus.
Ausbildung: Studium der Chemie
Der klassische Weg in den Beruf führt über ein naturwissenschaftliches Hochschulstudium. Wer Chemie studieren möchte, sollte folgende Voraussetzungen mitbringen:
- Interesse an analytischem Denken
- gute Grundkenntnisse in Mathematik, Physik, Chemie und Biologie
- Englischkenntnisse
- Freude am Umgang mit technischen Geräten und an Laborexperimenten
- Fähigkeit zur Selbstorganisation und selbstständigem Arbeiten
Inhalte des Studiums
In den ersten Semestern vermittelt das Bachelorstudium die wichtigsten Grundlagen und Bezugsfächer der Chemie: anorganische Chemie, organische Chemie, physikalische und experimentelle Chemie, Biochemie sowie Mathematik und Physik. In jedem Semester steht mindestens ein Laborpraktikum auf dem Stundenplan, das meist in einem Labor auf dem Hochschulgelände absolviert wird.
In den höheren Semestern vertiefen Wahlpflichtmodule einzelne Themenfelder, etwa Molekül- und Festkörperchemie, bioanorganische Chemie, statistische Thermodynamik, Toxikologie, Rechtskunde oder Quantenmechanik. Das anschließende Masterstudium setzt eigene Schwerpunkte, die auch in unterschiedliche Berufsfelder führen. Beispiele:
- Wirtschaftschemie
- Bauchemie
- Didaktik für das Lehramt
- nachhaltige Chemie
- physikalische Chemie
- Lebensmittelchemie
- Umweltchemie
Dauer und Abschluss der Ausbildung
Der Einstieg beginnt mit einem sechssemestrigen Bachelorstudium (180 Leistungspunkte), das mit dem Bachelor of Science (B.Sc.) abschließt. Darauf folgt ein viersemestriges Masterstudium (120 Leistungspunkte) mit dem Abschluss Master of Science (M.Sc.).
In kaum einem anderen Fach ist die Promotion so verbreitet wie in der Chemie: Nach Erhebungen der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) führt rund vier von fünf Masterabschlüssen später zu einer Promotion. Wer in Forschung und Entwicklung arbeiten möchte, sollte daher zumindest für ein Promotionsstudium offen sein. Die Promotion zum Dr. rer. nat. dauert in der Regel etwa drei bis vier Jahre. Vom ersten Semester bis zum Doktorgrad vergehen damit rund neun bis zehn Jahre.
Berufliche Perspektiven
Chemikerinnen und Chemiker arbeiten in sehr unterschiedlichen Branchen – in der Industrie, in Forschungseinrichtungen, im Bildungssektor und in der öffentlichen Verwaltung. Typische Arbeitgeber und Einsatzfelder sind:
- Hochschulen
- Schulen
- Pharmaindustrie
- Kosmetikindustrie
- Automobilindustrie
- Elektroindustrie
- Behörden
Die Berufsbezeichnung Chemiker ist rechtlich nicht geschützt – sie darf grundsätzlich jeder führen. Geschützt sind dagegen die akademischen Grade, über die sich die Qualifikation nachweisen lässt: Diplom-Chemiker (Dipl.-Chem.), B.Sc., M.Sc. oder Dr. rer. nat.
Ein Hochschulstudium ist nicht der einzige Weg in die Chemie. Auch mehrere Ausbildungsberufe mit Chemiebezug sind staatlich anerkannt, und der Einstieg ist ohne Hochschulreife möglich. Beispiele:
- Chemikant
- Chemielaborant
- Baustoffprüfer
- chemisch-technischer Assistent
- Produktionsfachkraft Chemie
- Fachkraft für Hygieneüberwachung
- Schädlingsbekämpfer
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Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert ein Chemiestudium bis zur Promotion?
Das Bachelorstudium umfasst sechs Semester, der Master vier Semester. Rechnet man die anschließende Promotion (etwa drei bis vier Jahre) hinzu, vergehen vom Studienbeginn bis zum Doktortitel rund neun bis zehn Jahre.
Welche Voraussetzungen brauche ich für ein Chemiestudium?
Formal wird für das Bachelorstudium in der Regel die (Fach-)Hochschulreife vorausgesetzt; die genauen Zulassungsbedingungen unterscheiden sich je nach Hochschule. Inhaltlich helfen gute Kenntnisse in Chemie, Mathematik und Physik, solides Englisch sowie Freude an Laborarbeit und selbstständigem Arbeiten.
Ist die Berufsbezeichnung Chemiker gesetzlich geschützt?
Nein. Die Bezeichnung Chemiker ist nicht geschützt und darf grundsätzlich frei verwendet werden. Geschützt sind nur die akademischen Grade wie B.Sc., M.Sc., Dr. rer. nat. oder das frühere Diplom (Dipl.-Chem.), die eine abgeschlossene Ausbildung belegen.
Welche Ausbildungsberufe gibt es alternativ zum Chemiestudium?
Wer nicht studieren möchte, kann eine anerkannte Ausbildung mit Chemiebezug absolvieren – etwa als Chemikant, Chemielaborant, chemisch-technischer Assistent oder Produktionsfachkraft Chemie. Diese Wege stehen auch ohne Hochschulreife offen.













