Gesundheitsmanager: Aufgaben, Studium und Quereinstieg

Gesundheitsmanager prüft Kennzahlen und Dokumente zur Personal- und Bedarfsplanung
skeeze / Pixabay

Das Gesundheitswesen in Deutschland wird regelmäßig angepasst. Während es in einigen Regionen zur Schließung oder Zusammenlegung von Krankenhäusern und Pflegeheimen kommt, werden sie in anderen Gegenden erweitert und ausgebaut. Die Struktur von Pflege- und Betreuungseinrichtungen verändert sich nachhaltig durch den Grundsatz „ambulant vor stationär“.

Diese Veränderungsprozesse werden von Gesundheitsmanagern geplant, gesteuert und umgesetzt. Der Beruf verbindet medizinisch-pflegerische Ziele mit betriebswirtschaftlichem Denken und deckt entsprechend ein breites Aufgabenspektrum ab.

Aufgabenfelder des Gesundheitsmanagers

Gesundheitsmanager erfüllen in ihrem Beruf eine Art Doppelfunktion: Sie tragen dazu bei, dass die Versorgung der Patienten auf einem hohen Niveau erfolgt, und sorgen zugleich dafür, dass die Arbeitsbedingungen für das Pflegepersonal stimmen. Dabei dürfen sie die betriebswirtschaftlichen Faktoren und die Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Einrichtung nicht aus dem Blick verlieren. Weil der Schwerpunkt der Arbeit in der Regel im betriebswirtschaftlichen Bereich liegt, ist für das Berufsbild auch die Bezeichnung „Gesundheitsökonom“ gebräuchlich.

Ihren beruflichen Weg können Gesundheitsmanager auf zwei Arten gehen: anbieterorientiert – also innerhalb einer einzelnen Einrichtung – oder gemeindebezogen. Je nach Arbeitgeber übernehmen sie dabei unterschiedliche Tätigkeiten:

  • Personalführung
  • Finanzverwaltung und Controlling
  • Einkauf
  • Bedarfsplanung und Sicherstellung der Versorgung durch Ärzte und Krankenhäuser
  • Entwicklung und Betreuung von Maßnahmen zur Suchtprävention
  • Vermittlung zwischen Ärzten, Patienten, Krankenhäusern und Herstellern von Medikamenten
  • Ausbau von Kinderbetreuungsmöglichkeiten für Mitarbeiter
  • Ausbau innerbetrieblicher Sport- und Freizeitangebote
Schaubild: Gesundheitsmanager

Branchen und Arbeitgeber

Gesundheitsmanager kommen in ganz unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz:

  • Kliniken und Gesundheitszentren
  • Alten- und Pflegeheime
  • Krankenkassen
  • Gesundheitsämter
  • Kassenärztliche Vereinigungen und Ärztekammern
  • Hochschulen
  • Verbraucherorganisationen

Studium und Ausbildung zum Gesundheitsmanager

Der klassische Weg in den Beruf führt über ein Studium. Das grundständige Studienfach Gesundheitsmanagement beziehungsweise Gesundheitsökonomie verbindet Wirtschaftswissenschaften mit Gesundheitswissenschaft und Medizinmanagement und schließt je nach Ausrichtung mit einem Bachelor of Arts oder Bachelor of Science ab. Angeboten werden solche Studiengänge an Fachhochschulen und Universitäten sowie im dualen System an dualen Hochschulen. Die Regelstudienzeit für den Bachelor liegt meist bei sechs Semestern, an manchen Hochschulen bei bis zu acht.

Auch ein breiter angelegtes gesundheitswissenschaftliches Fach – etwa Medizin, Pharmazie oder Biologie – in Kombination mit einer betriebswirtschaftlichen Qualifikation kann in den Beruf führen.

Für examinierte Pflegekräfte und andere Gesundheitsberufe ist der Quereinstieg vergleichsweise gut möglich. Wer eine einschlägige Berufsausbildung abgeschlossen hat und mehrere Jahre Berufserfahrung im Gesundheitswesen nachweisen kann, kann sich über IHK-Zertifikatslehrgänge im (betrieblichen) Gesundheitsmanagement weiterqualifizieren.

Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung

Voraussetzung für ein Studium im Gesundheitsmanagement ist in der Regel die allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder die Fachhochschulreife. Viele Hochschulen lassen daneben auch beruflich Qualifizierte mit passendem Berufsabschluss und einschlägiger Berufserfahrung zum Studium zu. Die Alternative für Quereinsteiger mit Berufsausbildung und Erfahrung im Gesundheitssektor ist die Weiterbildung über die IHK.

Weil die Nachfrage nach diesen Studiengängen hoch ist, richten einige Hochschulen den Zugang über einen Numerus clausus oder ein Eignungsverfahren ein. Welche Mindestnote nötig ist, unterscheidet sich von Hochschule zu Hochschule und von Semester zu Semester; teilweise werden auch ein Eignungstest oder einschlägige Berufserfahrung verlangt.

Häufig gestellte Fragen

Welche Studiengänge eignen sich für den Einstieg als Gesundheitsmanager?

Am direktesten passt ein grundständiges Studium in Gesundheitsmanagement oder Gesundheitsökonomie (Bachelor of Arts oder Bachelor of Science). Es verbindet Betriebswirtschaft mit Gesundheitswissenschaft und Medizinmanagement. Auch gesundheitswissenschaftliche oder betriebswirtschaftliche Studiengänge mit entsprechender Schwerpunktsetzung sind ein gangbarer Weg.

Ist ein Quereinstieg ohne Studium möglich?

Ja. Für examinierte Pflegekräfte und andere Gesundheitsberufe mit mehrjähriger Berufserfahrung führen IHK-Zertifikatslehrgänge im Gesundheitsmanagement in den Beruf. Zusätzlich lassen viele Hochschulen beruflich Qualifizierte auch ohne Abitur zum Studium zu.

Wie lange dauert ein Bachelorstudium im Gesundheitsmanagement?

Die Regelstudienzeit beträgt meist sechs Semester (180 Credit Points); berufsbegleitende oder duale Varianten können bis zu acht Semester dauern.

Worin unterscheiden sich Gesundheitsmanager und Gesundheitsökonom?

Die Begriffe werden weitgehend synonym verwendet; die Bundesagentur für Arbeit führt Gesundheitsökonom als ähnliche Berufsbezeichnung. „Gesundheitsökonom“ betont dabei stärker die wirtschaftswissenschaftliche Seite des Berufsbilds.