Elektriker: Ausbildung, Fachrichtungen und Berufsbild

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Elektriker ist die umgangssprachliche Bezeichnung für den anerkannten Ausbildungsberuf Elektroniker/in im Handwerk. Elektrikerinnen und Elektriker planen, installieren und warten elektrische Anlagen und Verkabelungssysteme – in Wohnhäusern, Geschäftsgebäuden und Industrieanlagen. Je nach Auftrag arbeiten sie im Innen- oder Außenbereich.

Welche Aufgaben genau anfallen, hängt von der Fachrichtung und der Branche ab: In der Gebäudetechnik werden An­schlüsse verlegt sowie Sicherungen, Beleuchtung oder Steuerungen für Heizung und Klima installiert; in der Industrie stehen eher Fertigungs- und Automatisierungsanlagen im Mittelpunkt. Die Kernaufgabe bleibt gleich: elektrische Systeme sicher und funktionsfähig zu halten.

Ausbildung zum Elektriker: Ablauf und Fachrichtungen

Die Ausbildung ist dual aufgebaut und findet parallel im Betrieb und in der Berufsschule statt. Eine bestimmte schulische Vorbildung ist rechtlich nicht vorgeschrieben; in der Praxis stellen die Betriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit Hauptschul- oder mittlerem Schulabschluss ein. Solide Kenntnisse in Mathematik und Physik sowie technisches Zeichnen sind von Vorteil.

Seit der Neuordnung der Elektroberufe im Handwerk (2021) wird der Beruf Elektroniker/in in zwei Fachrichtungen ausgebildet:

Energie- und Gebäudetechnik: zuständig für Elektroanlagen in Gebäuden – etwa die elektrische Energieversorgung, Beleuchtung und Sicherungen sowie die Steuerung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen.

Automatisierungs- und Systemtechnik: Schwerpunkt sind industrielle Steuerungs- und Automatisierungssysteme, etwa Fertigungsanlagen, die analysiert, installiert und in Betrieb genommen werden.

Die frühere Fachrichtung Informations- und Telekommunikationstechnik ist in den eigenständigen Beruf Informationselektroniker/in übergegangen.

Dauer der Ausbildung

Die Ausbildung zum Elektroniker dauert dreieinhalb Jahre (42 Monate). Bei guten Leistungen oder einer einschlägigen Vorbildung kann die Ausbildungszeit auf Antrag verkürzt werden.

Schaubild: Elektroniker/in im Handwerk

Abschlussprüfung

Die Gesellenprüfung wird als gestreckte Abschlussprüfung in zwei Teilen durchgeführt; eine klassische Zwischenprüfung entfällt. Teil 1 findet im vierten Ausbildungshalbjahr statt – also vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres – und geht mit 30 Prozent in die Gesamtnote ein. Teil 2 folgt am Ende der Ausbildung und zählt 70 Prozent. Beide Teile umfassen praktische Arbeitsaufgaben sowie schriftliche Bestandteile.

Nach der Ausbildung

Ausgebildete Elektroniker arbeiten in vielfältigen Betrieben – von der Gebäudeverwaltung über den Maschinenbau bis zur Elektroinstallation. Da sich die Technik ständig weiterentwickelt, gehören regelmäßige Weiterbildungen zum Berufsalltag, um fachlich auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Nach einigen Jahren Berufserfahrung können Elektriker im Handwerk selbst ausbilden oder sich selbstständig machen. Dafür lässt sich die Meisterprüfung zum Elektrotechnikermeister bzw. zur Elektrotechnikermeisterin ablegen. Auch ein Studium ist möglich, zum Beispiel im Bereich Ingenieurwesen.

Tipp: Ausbildungsbetriebe lassen sich gezielt über Branchenverzeichnisse wie die Gelben Seiten finden und aktiv anschreiben.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zum Elektriker?

Die duale Ausbildung zum Elektroniker bzw. zur Elektronikerin im Handwerk dauert dreieinhalb Jahre. Bei guten Leistungen oder einschlägiger Vorbildung ist eine Verkürzung möglich.

Welche Fachrichtungen gibt es im Elektrohandwerk?

Der Beruf Elektroniker/in wird seit 2021 in den Fachrichtungen Energie- und Gebäudetechnik sowie Automatisierungs- und Systemtechnik ausgebildet. Die frühere Fachrichtung Informations- und Telekommunikationstechnik ist im Beruf Informationselektroniker/in aufgegangen.

Welche Voraussetzungen brauche ich für eine Ausbildung als Elektriker?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis erwarten Betriebe meist einen Hauptschul- oder mittleren Schulabschluss; Kenntnisse in Mathematik und Physik sowie technisches Verständnis sind hilfreich.

Elektriker oder Elektroniker – wo liegt der Unterschied?

Elektriker ist die umgangssprachliche Sammelbezeichnung. Der offizielle Ausbildungsberuf heißt Elektroniker/in und wird im Handwerk in verschiedenen Fachrichtungen ausgebildet.