Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme – Aufgaben, Ausbildung und Berufsbild

Avionik-Instrumente im Flugzeug-Cockpit
Military_Material / Pixabay

Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme rüsten Luftfahrzeuge aller Art mit elektronischen Leitungen, Instrumenten und kompletten Avionik-Systemen aus; außerdem überprüfen, warten und reparieren sie diese Geräte. Sie arbeiten an Hubschraubern und Segelflugzeugen ebenso wie an Sportflugzeugen, Linienmaschinen und Militärflugzeugen. Weil die Sicherheit im Luftverkehr wesentlich von der komplexen Flugzeugelektronik abhängt, tragen sie eine hohe Verantwortung. Auf Flughäfen nehmen sie Störungsmeldungen der Piloten entgegen, suchen die Systemfehler und beheben sie. Bei Flugzeugherstellern und -ausrüstern installieren sie auch vollständige luftfahrttechnische Systeme. Nach dem Einbau und bei Wartungsarbeiten prüfen sie die elektronischen Anlagen mit unterschiedlichen Messsystemen. Alle Arbeitsschritte dokumentieren sie detailliert; Mess- und Prüfergebnisse halten sie in Protokollen fest und archivieren sie. Mit ihren elektronischen Diagnosesystemen prüfen sie zudem die pneumatischen und hydraulischen Systeme der Flugzeuge.

Arbeitsumfeld

Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme arbeiten in Betrieben der Luft- und Raumfahrtindustrie, bei Fluggesellschaften, in Flugschulen und bei der Bundeswehr. Auch wenn sie meist im Team arbeiten, erledigen sie ihre Aufgaben weitgehend selbständig. Dabei hilft ihnen die häufig englischsprachige Arbeits- und Reparaturanweisung des jeweiligen Geräteherstellers. Englisch als Luftverkehrssprache beherrschen sie ohnehin, da sprachliche Missverständnisse folgenschwer sein können. Bei der Organisation der Arbeitsabläufe halten sie sich streng an vorgegebene Ablaufpläne und Regelungen, die Zuverlässigkeit und Qualität sichern sollen. Auf Flughäfen arbeiten sie häufig unter Zeitdruck, weil die Standzeiten der Flugzeuge möglichst kurz sein sollen. Da Flugzeuge rund um die Uhr gewartet werden, ist Schichtdienst üblich.

Ausbildung zum Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme

Die Ausbildung zum Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme dauerte dreieinhalb Jahre. Sie verband den Berufsschulunterricht mit der praktischen Ausbildung im Betrieb – bei einem Flugzeughersteller, in einem Wartungsbetrieb, bei einer Luftfahrtgesellschaft oder bei der Bundeswehr. Nach dem Berufsbildungsgesetz war für die Zulassung zur Ausbildung keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung vorgeschrieben; die Betriebe stellten allerdings überwiegend Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss ein. Als Monoberuf ließ sich die Ausbildung in fünf Einsatzgebieten vertiefen: Fluggeräteproduktion, Fluggerätinstandhaltung, Fluggerätüberholung, flugtechnische Ausrüstungen und Raumfahrtsysteme.

Aus dem Beruf wird der Fluggerätelektroniker

Wichtig zu wissen: Die Berufsbezeichnung wurde neu geordnet. Mit der Verordnung über die Berufsausbildung zum Fluggerätelektroniker aus dem Jahr 2013 heißt der duale Ausbildungsberuf heute Fluggerätelektroniker beziehungsweise Fluggerätelektronikerin. Wer diesen Weg einschlagen möchte, bewirbt sich also unter der aktuellen Bezeichnung; Aufgaben und Einsatzfelder sind eng verwandt geblieben.

Verdienst

Wie viel Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme beziehungsweise Fluggerätelektroniker verdienen, lässt sich nicht pauschal sagen: Der Verdienst hängt von Qualifikation, Berufserfahrung und übertragener Verantwortung ab und unterscheidet sich zudem nach Region, Branche und Tarifbindung. Eine aktuelle Orientierung bietet der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.

Schaubild: Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zum Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme?

Die Ausbildung dauerte dreieinhalb Jahre und fand dual im Betrieb und in der Berufsschule statt. Seit der Neuordnung 2013 wird sie unter der Bezeichnung Fluggerätelektroniker angeboten und dauert weiterhin dreieinhalb Jahre.

Welche Voraussetzungen braucht man für diesen Beruf?

Rechtlich ist nach dem Berufsbildungsgesetz keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen die Betriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss ein; gefragt sind außerdem gute Englischkenntnisse sowie Sorgfalt und technisches Verständnis.

Wo kann man nach der Ausbildung arbeiten?

Einsatzorte sind Betriebe der Luft- und Raumfahrtindustrie, Fluggesellschaften, Wartungsbetriebe, Flugschulen und die Bundeswehr. Die Tätigkeiten reichen von der Fluggeräteproduktion über die Instandhaltung bis zu Raumfahrtsystemen.

Heißt der Beruf heute anders?

Ja. Mit der Verordnung über die Berufsausbildung zum Fluggerätelektroniker aus dem Jahr 2013 wurde die Bezeichnung Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme durch Fluggerätelektroniker abgelöst. Aufgaben und Einsatzfelder sind weitgehend gleich geblieben.