Zahntechniker

ri_ya @ Pixabay
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Zahntechniker fertigen unterschiedliche Zahnersatzteile wie Teil- und Vollprothesen, Zahnkronen, Brücken und Implantate an. Zusätzlich kann auch die Herstellung von Aufbissschienen und Zahnspangen dazugehören. Jedes Teil wird als Unikat individuell für den Patienten hergestellt. Zahntechniker arbeiten dabei mit unterschiedlichen Werkstoffen wie Kunststoff, Edelmetall, Dentallegierung, Keramik, Wachs oder Gips. Die Tätigkeiten werden mehrheitlich im Sitzen durchgeführt.

Die Aufträge für zahntechnische Arbeiten liefert ein Zahnarzt, der die Situation am Patienten einschätzt und mit einem geeigneten Material notwendige Abdrücke der Zähne nimmt. Diese gibt er dem Zahntechniker weiter, der auf dieser Basis die entsprechenden Arbeiten anfertigt. Dazu wird mit der Abdrucknahme ein Gipsmodell erstellt und die zu fertigenden Prothesen daran angepasst.
Reparaturen und Reinigungen von Zahnprodukten gehören ebenfalls zu den Arbeiten eines Zahntechnikers.

Persönliche Voraussetzungen

Zahntechniker müssen präzise und filigran arbeiten. Da die Fertigung ganzer Zähne zu den typischen Aufgaben gehören, ist Kreativität, Modellierfähigkeit und Sinn für Ästhetik wichtig.

Zu den Arbeitsgeräten gehören manuelle Handgeräte und kleine Löt-, Schweiß- und Schleifgeräte. Darüber hinaus nimmt die Digitalisierung und Automatisierung im Bereich der Zahntechnik kontinuierlich zu. CNC-Fertigung und 3D-Druck-Technologie werden immer häufiger in den Laboren verwendet. Ein technisches Verständnis für diese Geräte ist entsprechend notwendig.

Regelung der Ausbildung/Ablauf

Eine bestimmte schulische Voraussetzung ist nicht vorgeschrieben. Gute Kenntnisse in Mathematik, Chemie, Physik und Biologie sind empfehlenswert. Da es sich um eine duale Ausbildung handelt, verbringt der Auszubildende einen Teil seiner Zeit im Ausbildungsbetrieb und besucht zusätzlich eine Berufsschule. Typische Ausbildungsbetriebe sind Zahnärzte mit einem betriebsinternen Praxislabor oder spezielle zahntechnische Labore. Bei der Suche nach einem geeignetem Ausbildungsplatz kann neben der Suche in Stellenportalen und Tageszeitungen auch eine Anfrage an die zuständige Innung helfen.

Dauer der Ausbildung

Die Ausbildungsdauer beträgt dreieinhalb Jahre und wird von der Handwerkskammer geregelt. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Verkürzung um ein halbes Jahr möglich.

Abschluss

Die Ausbildung beinhaltet eine Zwischenprüfung gegen Ende des zweiten Ausbildungsjahres und schließt am Ende der Ausbildungszeit mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer ab. Die Prüfungen bestehen jeweils aus einem theoretischen und einem praktischen Teil.

Ausblick nach der Ausbildung

Geeignete Arbeitsplätze nach der Ausbildung finden sich in Praxislaboren von Zahnärzten, Zahnkliniken oder gewerbliche Dentallaboren, die Zahnärzten zuarbeiten. Alternativ besteht die Möglichkeit, als Vertriebsmitarbeiter für Hersteller von zahntechnischem Material und Zubehör zu arbeiten.

Die Arbeitszeiten sind in den meisten Fällen mit typische Bürozeiten vergleichbar. Einige Arbeitgeber geben einen Teil der Urlaubstage vor. Speziell Zahnärzte haben oft Betriebsurlaubszeiten, die nicht selten in die Ferienzeiten fallen.

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, die Prüfung zum Zahntechnikermeister abzulegen. Eine vorhergegangene Gesellenzeit ist nicht vorgeschrieben. Der Meisterbrief erweitert die Fachkenntnisse und berechtigt zur Ausbildung zukünftiger Zahntechniker. Außerdem ist ein Meisterbrief zur Führung eines eigenen Labors in der Regel notwendig. Ebenso besteht die Möglichkeit, als Abteilungsleiter in großen Laboren oder Ausbilder in Handwerkskammern zu arbeiten.

Neben dem Meister kann eine Fortbildung zum technischen Fachwirt oder Fachkaufmann gemacht werden. Diese Fachleute sind in zahntechnischen Betrieben oder bei Herstellern als Mitarbeiter im Büro oder Vertrieb gefragt.

Bei passenden Voraussetzungen ist auch ein anschließendes Studium möglich.

Häufige Fragen

  • Was verdient ein Zahntechniker? Das Gehalt hängt von vielen Faktoren ab und steigt mit zunehmender Berufserfahrung.
  • Hat der Beruf Zahntechniker Zukunft? Ja. Der Bedarf an Zahnersatzprodukten steigt kontinuierlich.
  • Ist eine Selbstständigkeit möglich? Ja. Die notwendigen Voraussetzungen können bei der örtlichen Handwerkskammer erfragt werden.

Hilfreiche Branchenlinks

Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI)

Zahntechnik Magazin

Inforportal für Zahntechniker