Konditor: Ausbildung, Aufgaben und Perspektiven

Konditor dekoriert eine Torte in der Backstube
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Konditoren stellen feine Süßwaren her – von Torten und Pralinen über Desserts und Kleingebäck bis hin zu Arbeiten aus Marzipan, Schokolade und Zucker. Der Beruf des Konditors ist ein anerkannter Ausbildungsberuf im Lebensmittelhandwerk. Der folgende Überblick zeigt, welche Voraussetzungen gelten, wie die Ausbildung aufgebaut ist und welche Perspektiven sie eröffnet.

Voraussetzungen für die Ausbildung

Für die Ausbildung zum Konditor ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Wichtiger sind Freude am handwerklichen Arbeiten, Sorgfalt sowie ein Gespür für Geschmack und Gestaltung.

Da im Lebensmittelbereich gearbeitet wird, benötigt der Auszubildende vor Beginn der Tätigkeit eine Bescheinigung des Gesundheitsamts über die Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz (IfSG).

Jugendliche unter 18 Jahren müssen vor Ausbildungsbeginn zudem eine ärztliche Bescheinigung über eine Erstuntersuchung nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz vorlegen.

Ausbildung zum Konditor

Die Ausbildung zum Konditor dauert drei Jahre und findet im dualen System statt – also im Wechsel zwischen dem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule. Vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres legt der Auszubildende eine Zwischenprüfung ab. Den Abschluss bildet die Gesellenprüfung nach dem dritten Ausbildungsjahr.

Erstes und zweites Lehrjahr im Betrieb

  • Umgang mit Kommunikations- und Informationstechnik
  • Arbeiten im Team und Vorbereiten von Arbeitsabläufen
  • Qualitätssicherung
  • Umsetzung der Hygienemaßnahmen
  • Umgang mit technischen Geräten, Maschinen und Anlagen
  • Kontrolle und Lagerung von Lebensmitteln und Verpackungen
  • Herstellung und Weiterverarbeitung von Massen, feinen Backwaren, Cremes und Füllungen
  • Herstellung von Salzgebäck, Käsegebäck und Partygebäck
  • Gestaltung und Dekoration von Konditoreierzeugnissen und Torten
  • Beratung und Verkauf

Erstes Lehrjahr in der Berufsschule

  • Herstellung einfacher Teige und Massen
  • Herstellung feiner Backwaren
  • Unterweisung eines neuen Mitarbeiters
  • Beratung und Verkauf
  • Gestaltung und Werbung

Zweites Lehrjahr in der Berufsschule

  • Herstellung von feinen Backwaren aus Massen
  • Herstellung von kleinen Gerichten
  • Herstellung von Cremes, Füllungen und Süßspeisen
  • Entwurf und Herstellung von Torten und Desserts

Drittes Lehrjahr im Betrieb

  • Vertiefung der Kenntnisse aus den beiden ersten Ausbildungsjahren
  • Herstellung von Spezial- und Dauergebäck
  • Herstellung von Marzipan-, Schokoladen- und Nougaterzeugnissen
  • Herstellung von Pralinen
  • Herstellung von Süßspeisen
  • Herstellung von Speiseeis und Speiseeiserzeugnissen
  • Herstellung von Zuckererzeugnissen
  • Herstellung von kleinen Gerichten unter Verwendung frischer Rohstoffe

Drittes Lehrjahr in der Berufsschule

  • Verarbeitung von Zucker
  • Herstellung von Erzeugnissen mit und aus Kuvertüre
  • Arbeiten mit Marzipan
  • Herstellung von Spezialgebäcken
  • Herstellung von Speiseeis
  • Planung und Durchführung einer Aktionswoche

Die Ausbildung schließt mit der Gesellenprüfung zum Konditor ab.

Schaubild: Konditor/-in

Perspektiven und Weiterbildung

Nach der Ausbildung arbeiten Konditoren in Konditoreien, Feinbäckereien, Confiserien und Konditorei-Cafés sowie im Patisseriebereich großer Restaurants und Hotels.

Zur Weiterentwicklung stehen zwei Wege offen: Die Anpassungsweiterbildung hält das berufliche Wissen aktuell und passt es an neue Entwicklungen an. Aufstiegsweiterbildungen eröffnen dagegen neue berufliche Positionen.

Mögliche Aufstiegsweiterbildungen sind unter anderem:

  • Konditormeister
  • Techniker für Lebensmitteltechnik
  • Verkaufsleiter im Lebensmittelhandwerk
  • Industriemeister für Süßwaren
  • Fachmann für kaufmännische Betriebsführung
  • Ausbilder
  • Ernährungswissenschaftler beziehungsweise Ökotrophologe (FH)

Wer den Meistertitel erwirbt, kann einen eigenen Betrieb führen oder selbst Auszubildende ausbilden.

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Häufige Fragen

Welche schulischen Voraussetzungen sind für die Ausbildung sinnvoll?

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Sinnvoll sind solide Grundkenntnisse, handwerkliches Geschick sowie Interesse an Lebensmitteln und gestalterischem Arbeiten. Viele Betriebe stellen Bewerber mit Haupt- oder Realschulabschluss ein.

Wie sind die Arbeitszeiten als Konditor?

Die Arbeit beginnt häufig in den frühen Morgenstunden, damit die Waren rechtzeitig frisch bereitstehen. Üblich ist eine Fünf-Tage-Woche; gearbeitet wird oft auch am Wochenende, dafür gibt es an anderen Tagen einen Ausgleich.

Wie kann man die Ausbildung zum Konditor verkürzen?

Unter bestimmten Voraussetzungen lässt sich die Ausbildungszeit verkürzen. Ein entsprechender Antrag wird gemeinsam von Auszubildendem und Ausbildungsbetrieb bei der zuständigen Handwerkskammer gestellt. Gründe können zum Beispiel ein höherer Schulabschluss oder sehr gute Leistungen in der Ausbildung sein.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Gesellenprüfung?

Neben der Anpassungsweiterbildung zum Aktualisieren des Fachwissens bieten sich Aufstiegsweiterbildungen an – etwa zum Konditormeister, zum Techniker für Lebensmitteltechnik oder zum Industriemeister für Süßwaren. Der Meistertitel ermöglicht zudem die Selbstständigkeit und die Ausbildung eigener Lehrlinge.