Edelmetallprüfer

Edelmetallprüfer prüft Edelmetalle im Labor
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Edelmetallprüfer/innen untersuchen Edelmetalle und bestimmen deren Reinheit und Zusammensetzung. Bis 2025 war Edelmetallprüfer/in ein eigenständiger, bundesweit einheitlich geregelter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz mit einer Regelausbildungszeit von drei Jahren. Zum 1. August 2025 wurde dieser Ausbildungsberuf im Zuge der Neuordnung der Schmuckberufe aufgehoben.

Tätigkeiten

Das Hauptaufgabenfeld von Edelmetallprüfern/innen ist das Untersuchen von Edelmetallen wie Gold, Silber und Platin. Mithilfe verschiedener physikalischer und chemischer Verfahren ermitteln sie den Gehalt von Edelmetallen in Legierungen, Aschen oder Lösungen. Sie arbeiten in Materialprüfungsinstituten und in Betrieben, die Edelmetall erzeugen. Darüber hinaus sind sie in Betrieben tätig, die Schmuck herstellen, und übernehmen dort die Qualitätskontrolle und die Materialprüfung. Gefragt sind sie zum Beispiel bei Scheideanstalten, die auf Basis des aktuellen Goldkurses Altgold, Zahngold und Ähnliches ankaufen und verlässliche Angaben über Reinheit und Qualität des angebotenen Goldes benötigen. Edelmetallprüfer/innen prüfen Werkstoffe auf Zusammensetzung, Fehler und Eigenschaften und nutzen dazu Analyseverfahren wie die Elektrolyse und die Gravimetrie. Sie dokumentieren die Prüfergebnisse am Computer, fertigen Versuchs- und Prüfprotokolle an, stellen Messdaten grafisch dar und erstellen Gutachten und Berichte. Außerdem sind sie für die Instandhaltung, das Überwachen und das Bedienen technischer Anlagen zuständig. Auch das Reinigen und Pflegen der Messwerkzeuge gehört zu ihren Aufgaben.

Weiterbildung und Qualifizierung zum Edelmetallprüfer

Edelmetallprüfer/innen können sich zum Beispiel durch eine Anpassungsweiterbildung in der Werkstoffprüfung oder in der Qualitätskontrolle spezialisieren. Darüber hinaus kommen Aufstiegsfortbildungen wie die Prüfung zum/zur Industriemeister/in der Fachrichtung Metall oder zum/zur Techniker/in der Fachrichtung Galvanotechnik infrage. Mit einer Hochschulzugangsberechtigung ist außerdem ein Studium im Bereich Materialwissenschaften oder Werkstofftechnik möglich. Weitere Aufstiegsweiterbildungen sind zum Beispiel:

  • Staatlich geprüfte/r Techniker/in der Fachrichtung Werkstofftechnik
  • Technische/r Fachwirt/in
  • Güte- und Materialprüfer/in bzw. Qualitätsfachmann/-frau
  • Ingenieur/in für Materialwissenschaften
  • Ingenieur/in für Werkstofftechnik
  • Ingenieur/in für Chemietechnik
Schaubild: Edelmetallprüfer/in

Ausbildung zum Edelmetallprüfer

Die Berufsausbildung dauerte in der Regel drei Jahre und fand sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule statt; eine Verkürzung auf zwei Jahre war möglich. Sie endete mit dem erfolgreichen Bestehen der praktischen und theoretischen Abschlussprüfung. Eingestellt wurden überwiegend Bewerber mit einem mittleren Bildungsabschluss, in Einzelfällen reichte auch ein guter Hauptschulabschluss. Gute Noten in Chemie, Physik und Mathematik waren von Vorteil. Jugendliche unter 18 Jahren mussten ihrem künftigen Ausbildungsbetrieb eine Bescheinigung über die ärztliche Erstuntersuchung nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz vorlegen. Gefragt waren außerdem ein hohes Maß an Sorgfalt, Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit, da schon kleine Fehler die Messergebnisse verfälschen können.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es den Ausbildungsberuf Edelmetallprüfer noch?

Nein. Der eigenständige Ausbildungsberuf Edelmetallprüfer/in wurde zum 1. August 2025 im Zuge der Neuordnung der Schmuckberufe aufgehoben. Wer heute in diesem Bereich einsteigen möchte, orientiert sich an den neu geordneten Ausbildungen, insbesondere zum/zur Gold- und Silberschmied/in.

Wie lange dauerte die Ausbildung zum Edelmetallprüfer?

Die Ausbildung dauerte in der Regel drei Jahre. Bei entsprechenden Voraussetzungen war eine Verkürzung auf bis zu zwei Jahre möglich. Sie fand dual im Betrieb und in der Berufsschule statt.

Welche Schulfächer waren für die Ausbildung besonders wichtig?

Wichtig waren vor allem Chemie und Physik für das Verständnis der Analyseverfahren sowie Mathematik für Messungen und Berechnungen. Auch Grundkenntnisse in Informatik halfen bei der digitalen Dokumentation der Prüfergebnisse.

Worin unterscheiden sich Edelmetallprüfer und Werkstoffprüfer?

Edelmetallprüfer/innen konzentrierten sich auf Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin und deren Reinheitsbestimmung. Werkstoffprüfer/innen prüfen ein deutlich breiteres Werkstoffspektrum und wählen eine von vier Fachrichtungen (Metalltechnik, Kunststofftechnik, Systemtechnik oder Wärmebehandlungstechnik). Werkstoffprüfer/in ist zudem weiterhin ein eigenständiger, anerkannter Ausbildungsberuf.