Inhaltsverzeichnis

Berufsbild Implantologe
Implantologen setzen Zahnimplantate in den Knochen von Ober- und Unterkiefer ein. In der Regel sind es spezialisierte Zahnärzte, häufig mit oralchirurgischer oder kieferchirurgischer Ausrichtung, die sich auf das Setzen von Implantaten konzentriert haben.
Die Implantate ersetzen verloren gegangene Zähne oder versorgen ganz zahnlose Kiefer. Sie bestehen meist aus Titan, seltener aus Keramik (Zirkoniumdioxid). Neben klassischen Implantaten kommen auch schmale Mini-Implantate zum Einsatz, die als kleine Schrauben im Kieferknochen verankert werden.
Ist Implantologe ein geschützter Beruf?
Implantologie ist keine eigenständige Gebiets- oder Fachzahnarztbezeichnung. Rechtlich darf jede approbierte Zahnärztin und jeder approbierte Zahnarzt Implantate setzen und sich Implantologe nennen – die Bezeichnung ist nicht geschützt. Die einzige geschützte chirurgische Gebietsbezeichnung in diesem Umfeld ist der Fachzahnarzt für Oralchirurgie; auch Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen setzen Implantate. Die eigentliche implantologische Qualifikation wird deshalb erst nach der Approbation über Fort- und Weiterbildung erworben, nicht bereits im Studium.
Qualifikation und Weiterbildung
Weil es keine staatliche Weiterbildungsordnung für Implantologie gibt, haben die wissenschaftlichen Fachgesellschaften ein gestuftes Qualifikationsmodell etabliert. Zentraler Einstieg ist das Curriculum Implantologie, das unter anderem die DGI, die DGZI oder die DGOI anbieten.
Das Curriculum Implantologie der DGI umfasst neun Wochenend-Blöcke mit über 130 Fortbildungsstunden und dauert rund anderthalb Jahre. Es verbindet Theorie mit praktischen Übungen und endet mit einer Abschlussprüfung, bei der behandelte Patientenfälle vorgestellt werden. Die praktische Erfahrung sammeln Zahnärzte dabei nicht in einem Kurs am Patienten, sondern in der eigenen Praxis oder in anerkannten Fortbildungsstätten.
Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie
Wer die Bezeichnung Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie führen möchte, muss die Kriterien der Konsensuskonferenz Implantologie erfüllen: ein abgeschlossenes Curriculum, mindestens drei Jahre implantologische Tätigkeit sowie den Nachweis von mindestens 200 gesetzten Implantaten oder 70 Versorgungsfällen je Kiefer. Die Zertifizierung gilt fünf Jahre und muss danach erneut belegt werden. Fachgesellschaften wie die DGI führen darüber hinaus weitere Stufen (etwa „Experte“ und „Spezialist“) mit steigenden Anforderungen an Fallzahlen, Berufserfahrung und wissenschaftliche Tätigkeit.
Master of Science Implantologie
Den höchsten akademischen Grad auf diesem Gebiet bildet der Master of Science in oraler Implantologie. Er ist postgradual und staatlich anerkannt. Der berufsbegleitende Studiengang dauert rund zwei Jahre (24 Monate) und richtet sich an approbierte Zahnärzte mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung und implantologischer Vorerfahrung. Er endet mit einer schriftlichen und mündlichen Prüfung sowie der Verteidigung der Masterthesis. Pflicht für die Berufsausübung ist der Master nicht – er dokumentiert eine besonders umfangreiche Qualifikation.
Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
Auch nach der Grundqualifikation bilden sich Implantologen laufend weiter. Verbreitet sind praktische Kurse wie Anatomie- und Nahttechnik-Kurse am Humanpräparat, in denen etwa Knochenspreizung und Knochenspaltung geübt werden. Ergänzend laden Fachgesellschaften jährlich zu Kongressen ein – etwa dem Deutschen Implantologen-Tag –, auf denen sich Behandler über neue Techniken austauschen.
Lesenswert
- Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI)
- Deutsche Gesellschaft für zahnärztliche Implantologie (DGZI)
- Berufsverband Deutscher Oralchirurgen (BDO)
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Weiterbildung zum Implantologen?
Das grundlegende Curriculum Implantologie (zum Beispiel der DGI) dauert mit neun Wochenend-Blöcken und über 130 Fortbildungsstunden rund anderthalb Jahre. Der weiterführende, berufsbegleitende Master of Science umfasst etwa zwei Jahre (24 Monate).
Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um sich Implantologe nennen zu dürfen?
Rechtlich genügt die Approbation als Zahnarzt – die Bezeichnung „Implantologe“ ist nicht geschützt. Für den zertifizierten Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie verlangt die Konsensuskonferenz dagegen ein abgeschlossenes Curriculum, mindestens drei Jahre implantologische Tätigkeit und den Nachweis von mindestens 200 gesetzten Implantaten oder 70 Versorgungsfällen je Kiefer.
Ist Implantologe ein Fachzahnarzt?
Nein. Implantologie ist keine geschützte Gebiets- oder Fachzahnarztbezeichnung. Die zugehörige geschützte chirurgische Weiterbildung ist der Fachzahnarzt für Oralchirurgie; Implantate setzen zudem Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen.
Ist der Master of Science Implantologie Pflicht für die Berufsausübung?
Nein. Der Master ist freiwillig und belegt eine besonders umfangreiche Qualifikation. Für das Setzen von Implantaten reicht rechtlich die zahnärztliche Approbation; strukturierte Fortbildung und Zertifikate erhöhen jedoch Kompetenz und Nachweisbarkeit.















