Zahnarzt

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Die Ausübung der Zahnheilkunde als Zahnarzt erfordert ein abgeschlossenes Hochschulstudium der Zahnmedizin. Hauptinhalte des Faches sind Diagnose und Therapie von Krankheiten der Zähne, der Mundhöhle und des Kiefers. Der weite Umfang der humanmedizinischen Zahnheilkunde umfasst aber auch Prophylaxe bishin zu operativen Eingriffen, die ein bereits ausgebildeter Zahnarzt nur nach Absolvierung bestimmter Weiterbildungslehrgänge in eigener Verantwortung, beispielsweise als Oralchirurg oder Mund-Kiefer- und Gesichtschirurg, durchführen darf. Außerdem umfasst der Studienbereich die Herstellung von kieferorthopädischen Geräten und Zahnersatz sowie ästhetische Aufgaben.

Der Beginn eines Studiums der Zahnheilkunde ist an die Voraussetzung der allgemeinen Hochschulreife gekoppelt. Ebenso wie in der Humanmedizin bieten in Deutschland bestimmte Universitäten das Studienfach aber auch für Interessenten an, die kein Abitur, dafür aber einen Berufsabschluss mit mehrjähriger Berufserfahrung vorweisen können. Vor einer möglichen Aufnahme eines Studiums sind entsprechende Nachweise sowie die Teilnahme an Aufnahmetests erforderlich. Interessenten für ein Studium der Zahnmedizin sollten ein gut ausgeprägtes feinmotorisches Geschick zum Umgang mit den komplexen Apparaturen ebenso mitbringen wie eine gute sensorische Wahrnehmung und Geduld und Empathie im Umgang mit Patienten.

Ein fertig ausgebildeter Zahnarzt muss zum lebenslangen Lernen im Sinne von Weiterbildung mit wissenschaftlichem Literaturstudium bereit sein. Denn Medizin und Zahnmedizin sind als Wissenschaften ständig im Fluss. Zahnärzte sind in ihrer Praxis häufig einem immensen Zeit- und Kostendruck ausgesetzt, verbunden mit raumgebundener und anhaltend konzentrierter Tätigkeit. Die hohen manuellen und psychischen Anforderungen des Zahnarztberufes sind nicht zu unterschätzen. Das eigentliche Studium unterliegt in Deutschland dem Bundesgesetz zur Ausübung der Zahnheilkunde sowie die zugehörige Approbationsordnung. Bundesweit gibt es 30 zahnmedizinische Hochschulen. Die Anzahl der verfügbaren Studienplätze ist beschränkt, eine Bewerbung erfolgt für Abiturienten über die Zentralstelle zur Vergabe von Studienplätzen, ZVS.

Das Studium mit einer Regelstudienzeit von 10 Semestern gliedert sich in einen vorklinischen und klinischen Abschnitt. Besonders in den ersten Semestern werden die Grundkurse zum Teil gemeinsam mit der Humanmedizin durchgeführt. Vollzeitstudientage mit bis zu 10 Stunden Lernprogramm sind dabei keine Seltenheit. Im Anschluss an das Regularstudium findet das Prüfungshalbjahr statt. Praktika, Vorlesungen aber auch Ferienkurse prägen das Grundstudium. Im Hauptstudium steht die Vermittlung von theoretischen und praktischen Inhalten am Patienten im Vordergrund. Materialien und Instrumente für die Praxiskurse müssen von den Studierenden in der Regel selbst gekauft werden, was einen erheblichen Kostenfaktor darstellt.

Im Laufe eines Studiums der Zahnmedizin sind verschiedene staatliche Prüfungen zu absolvieren. Bereits nah dem zweiten Semester findet eine erste naturwissenschaftliche Vorprüfung statt, der Röntgentest mit der zahnärztlichen Vorprüfung muss zum Ende des fünften Semesters abgelegt werden. Nach erfolgreichem Abschluss des zehnten Semesters kann dann die Approbation als Zahnarzt erfolgen. Bei Nichtbestehen können einzelne Module gemäß der jeweils geltenden Ausbildungs- und Approbationsordnungen auch wiederholt werden. In der Regel schließt sich eine zweijährige Assistenzzeit bei einem niedergelassenen zahnärztlichen Kollegen an. Um die Zulassung zur Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen zu erhalten, sollen in dieser Phase auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse erworben werden.

Mehr als 80 Prozent der Zahnärzte sind in freier Praxisniederlassung tätig. In Verwaltung oder Forschung sind bundesweit nur einige wenige Stellen verfügbar. Es können Weiterbildungen zum Kieferorthopäden, zum Oralchirurgen oder zum Zunge-Mund-Kieferchirurgen einschließlich eines Studiums der Humanmedizin angestrebt werden. In Zukunft ist eher mit einer Stagnation der Studentenzahlen zu rechnen, denn in Deutschland herrscht seit einigen Jahren eine zahnmedizinische Überversorgung, die statistisch mit etwa 15 Prozent angegeben wird.

Seit Jahren steht der wachsenden Zahl der Zahnärzte eine abnehmende Zahl der Häufigkeit von Karies sowie der Produktion von Prothesen gegenüber. Bei den Zahnentfernungen sind Rückgänge von etwa 20 Prozent, bei den Füllungen um etwa 32 Prozent innerhalb eines Zehnjahreszeitraumes zu verzeichnen. Durch die Zunahme der Zahnarztdichte, insbesondere in Ballungsräumen und Großstädten, können viele Zahnärzte nur vom Praxisalltag allein kaum noch existieren. Trotz dieser Berufsaussichten bereitet der Zahnarztberuf alleine schon wegen seiner hohen technischen Komplexität viel Freude. Zukünftige Zahnärzte müssen ein gewisses Maß an Idealismus mitbringen.


Links zum Beruf Zahnarzt:

http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=58680

http://www.bildungsmarkt-sachsen.de/berufelexikon/berufsbild/beruf/zahnarzt/id:100080100000009121

http://www.zahnaerzte-hh.de/job-karriere/berufswunsch-zahnarzt/traumberuf-zahnarzt.html

Weiterbildungen für Zahnärzte gibt es u.a. zum CMD Spezialisten

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