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Fertigungsmechaniker und Fertigungsmechanikerinnen bauen Einzelteile und Baugruppen zu industriellen Serienerzeugnissen zusammen – vom Küchengerät über Kraftfahrzeugkomponenten bis hin zu kompletten Maschinen und Anlagen. Sie verbinden Bauteile über Schraub-, Steck- oder Klebeverbindungen und arbeiten dabei nach Funktions- und Montageplänen oder technischen Zeichnungen. Häufig müssen einzelne Teile vor dem Einbau umgeformt oder angepasst werden, damit sie sich in eine größere Einheit einfügen lassen.
Zu den Aufgaben gehört außerdem das Verlegen und Anschließen elektrischer Leitungen und Kabel. Nach der Montage prüfen Fertigungsmechaniker die Funktionsfähigkeit der Geräte oder Maschinen, justieren Baugruppen und übernehmen Aufgaben der Qualitätssicherung in automatisierten Fertigungsprozessen.
Beschäftigung finden sie vor allem in der Serienfertigung der Metall- und Elektroindustrie: im Maschinen- und Anlagenbau, im Fahrzeugbau sowie bei Herstellern von Haushaltsgeräten oder medizintechnischen Geräten.
Die Ausbildung zum Fertigungsmechaniker
Fertigungsmechaniker ist ein nach dem Berufsbildungsgesetz staatlich anerkannter Ausbildungsberuf im Bereich Industrie und Handel. Die duale Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Rechtsgrundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung zum Fertigungsmechaniker und zur Fertigungsmechanikerin aus dem Jahr 2013.
Im ersten Ausbildungsjahr lernen Auszubildende grundlegende Fertigungstechniken kennen: verschiedene Verfahren des Spanens wie Bohren oder Fräsen, das Trennen von Blechen und Rohren, das Zusammenfügen von Werkstücken sowie den Einsatz von Werkzeugen zum Spannen und Ausrichten. Im zweiten Jahr kommen der sachgerechte Transport von Montageteilen, das Montieren von Bauteilen und Baugruppen und der Umgang mit EDV-Systemen in der Produktion hinzu. Das dritte Lehrjahr behandelt das Verlegen und Anschließen elektrischer Leitungen und Baugruppen nach Anschluss- und Verlegeplänen, das Justieren von Baugruppen sowie das Prüfen der Gesamtfunktion montierter Geräte.
Prüfung: gestreckte Abschlussprüfung
Seit der Neuordnung des Berufs im Jahr 2013 gibt es keine klassische Zwischenprüfung mehr. Stattdessen wird eine gestreckte Abschlussprüfung in zwei Teilen abgelegt: Teil 1 findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und fließt in das Gesamtergebnis ein, Teil 2 folgt am Ende der Ausbildung. Geprüft wird bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK). Teil 2 umfasst die Bereiche Montageauftrag, Auftrags- und Funktionsanalyse, Montagetechnik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.
Zugangsvoraussetzungen
Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Schulabschluss ein. Wichtiger als der formale Abschluss sind handwerkliches Geschick, technisches Verständnis und eine sorgfältige Arbeitsweise, denn Montagepläne und Funktionszeichnungen wollen sicher gelesen werden.
Weiterbildung und Aufstieg
Nach der Ausbildung stehen mehrere Wege offen. Mit einschlägiger Berufserfahrung ist die Aufstiegsfortbildung zum Industriemeister oder zur Industriemeisterin der Fachrichtung Metall möglich, ebenso die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker oder zur Technikerin, etwa im Bereich Maschinentechnik. Wer eine Hochschulzugangsberechtigung mitbringt oder über die Fortbildung erwirbt, kann ein Studium anschließen, zum Beispiel Maschinenbau oder Produktionstechnik.
Häufig gestellte Fragen
Welchen Schulabschluss braucht man für die Ausbildung zum Fertigungsmechaniker?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen die Betriebe jedoch überwiegend Auszubildende mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Schulabschluss ein.
Wie lange dauert die Ausbildung und wie wird geprüft?
Die duale Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Geprüft wird in Form einer gestreckten Abschlussprüfung: Teil 1 vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres, Teil 2 am Ende der Ausbildung, jeweils bei der Industrie- und Handelskammer. Eine gesonderte Zwischenprüfung gibt es nicht mehr.
Was ist der Unterschied zwischen Fertigungsmechaniker und Industriemechaniker?
Fertigungsmechaniker sind auf die Montage und Serienfertigung von Bauteilen und Baugruppen spezialisiert; ihre Ausbildung dauert drei Jahre. Industriemechaniker sind breiter aufgestellt – sie stellen technische Systeme her, halten sie instand und bauen sie um; ihre Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre (42 Monate).
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Möglich sind unter anderem die Aufstiegsfortbildung zum Industriemeister Metall, die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker sowie – mit Hochschulzugangsberechtigung – ein Studium etwa im Maschinenbau.













