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Bühnenmaler und Bühnenplastiker entwerfen und gestalten die Kulissen für Theaterstücke, Opern, Operetten, Tanzaufführungen und Musicals. Sie kalkulieren die Kosten mit, organisieren die Herstellung des Bühnenbildes und überwachen den Fertigungsprozess. Bei aufwendigen Bühnenbildern kann dieser Prozess Wochen oder sogar Monate dauern.
Der Beruf ist eng in das Theater-Team eingebunden. Dazu gehören unter anderem die Bühnenassistenz, die Regie, die Maske, das Kostüm sowie die Schauspielerinnen und Schauspieler. Besonders eng arbeiten Bühnenmaler und Bühnenplastiker mit der Bühnenbildnerin oder dem Bühnenbildner zusammen: Diese entwerfen das Bühnenbild auf dem Papier, das anschließend zeichnerisch, malerisch und plastisch umgesetzt wird.
In der Fachrichtung Malerei liegt der Schwerpunkt auf Dekorationen und Prospekten. In der Fachrichtung Plastik stehen dagegen plastische Arbeiten wie Säulen, Figuren oder Möbel im Vordergrund, die aus Materialien wie Ton, Gips, Holz, Kunststoff oder Styropor entstehen. Zunehmend kommen auch digitale Medien zum Einsatz.
Ausbildung
Die Ausbildung zum Bühnenmaler und Bühnenplastiker ist eine duale Ausbildung: Phasen im Ausbildungsbetrieb wechseln sich mit dem Unterricht in der Berufsschule ab. Sie dauert drei Jahre und lässt die Wahl zwischen den Fachrichtungen Malerei und Plastik.
Während der Ausbildung beschäftigen sich die angehenden Fachkräfte unter anderem mit dem Modellieren von Kunststoffen, dem Verkleiden von Drahtkonstruktionen und der Herstellung von Bühnenmalereien. Sie lernen außerdem, Raumkonzepte zu planen, Farben und Materialien zu kombinieren und Skizzen künstlerisch umzusetzen.
Regelung der Ausbildung und Ablauf
Die Verordnung über die Berufsausbildung zum Bühnenmaler und -plastiker beziehungsweise zur Bühnenmalerin und -plastikerin (BühnenM/PlastAusbV) regelt die Ausbildung bundesweit einheitlich. Rechtliche Grundlage ist das Berufsbildungsgesetz (BBiG). Die Ausbildung richtet sich nach dem Ausbildungsrahmenplan, der je nach gewählter Fachrichtung unterschiedliche Inhalte vorsieht.
Zur Fachrichtung Malerei gehören unter anderem das Anfertigen von Kopien und Imitaten, das Mischen von Farben und deren Abstimmung auf die Beleuchtung sowie das Vorbereiten und Herstellen von Bühnenmalereien.
In der Fachrichtung Plastik stehen die Auswahl und Anwendung von Werkstoffen und Techniken, Klebe- und Verbindungstechniken, das Erstellen von Kopien und Imitaten sowie das Vervielfältigen und Herstellen plastischer Elemente im Mittelpunkt.
In den ersten beiden Ausbildungsjahren werden gemeinsame Grundlagen vermittelt. Erst im dritten Jahr erfolgt die Spezialisierung auf eine der beiden Fachrichtungen. Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung zum Bühnenmaler und Bühnenplastiker dauert drei Jahre.
Abschluss der Ausbildung
Der Ausbildungsberuf ist staatlich anerkannt und nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) geregelt. Am Ende der Ausbildung steht die Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK). Geprüft werden praktische Fertigkeiten und theoretische Kenntnisse; im praktischen Teil fertigen die Prüflinge Prüfungsstücke an. Wer die Prüfung besteht, darf die Berufsbezeichnung Bühnenmaler und Bühnenplastiker führen.
Ausblick nach der Ausbildung
Bühnenmaler und Bühnenplastiker arbeiten vor allem an Theaterhäusern. Weitere Einsatzbereiche sind die Film- und Fernsehproduktion, die Werbung, Messen und Ausstellungen sowie Kirchen. Häufig werden Fachkräfte für die Dauer einer Produktion engagiert, sodass eine projektbezogene Beschäftigung typisch für das Berufsfeld ist.
Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Berufsbild
Nach der Ausbildung stehen verschiedene Wege der Fort- und Weiterbildung offen:
- Lehrgänge und Seminare, zum Beispiel in Bildhauerei, Kunstmalerei oder Zeichentechnik
- berufliche Aufstiegsfortbildungen, etwa zur Gestalterin oder zum Gestalter der Fachrichtung Farbtechnik und Raumgestaltung
- ein Studium, beispielsweise in Bildender Kunst, Szenografie oder Bühnen- und Kostümbild; die Hochschule für Bildende Künste Dresden bietet dazu etwa den Studiengang Theaterausstattung an
Mit zusätzlicher Qualifikation lassen sich auch leitende und gestaltende Aufgaben im Bereich Bühnenbild und Ausstattung übernehmen.
Weitere Informationen zum Berufsbild bietet der Deutsche Bühnenverein: Bühnenmalerei beim Deutschen Bühnenverein.
Häufig gestellte Fragen
Welche Voraussetzungen sollte man für die Ausbildung mitbringen?
Kreativität, künstlerische Begabung, ein Gespür für Formen und Farben sowie handwerkliches Geschick sind ideale Voraussetzungen. Hilfreich ist außerdem ein grundsätzliches Interesse an Kunst und Kultur.
Welchen Schulabschluss braucht man?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen die Betriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit Hochschulreife ein; mit einem guten Realschulabschluss und einer überzeugenden Bewerbung bestehen aber ebenfalls Chancen.
Kann man die Ausbildung ohne künstlerische Vorkenntnisse beginnen?
Formale Vorkenntnisse in Kunst sind keine zwingende Voraussetzung. Talent, handwerkliches Geschick und Interesse am Gestalten sind jedoch wichtig. Viele Betriebe erwarten zur Bewerbung eine Mappe oder Arbeitsproben, mit denen sich die eigene Eignung zeigen lässt.
Was unterscheidet die Fachrichtungen Malerei und Plastik?
In der Fachrichtung Malerei liegt der Schwerpunkt auf gemalten Dekorationen und Prospekten. In der Fachrichtung Plastik geht es vor allem um dreidimensionale Objekte wie Figuren, Säulen oder Möbel aus Materialien wie Ton, Gips, Holz oder Styropor. Die Wahl der Fachrichtung erfolgt im dritten Ausbildungsjahr.
Wo arbeiten Bühnenmaler und Bühnenplastiker?
Neben Theaterhäusern kommen Film- und Fernsehproduktionen, Werbung, Messen, Ausstellungen und Kirchen als Einsatzbereiche infrage. Die Beschäftigung ist häufig projektbezogen und an einzelne Produktionen gebunden.













