Dentalhygieniker: Aufgaben, Fortbildung und Berufsaussichten

Dentalhygieniker
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Ein Dentalhygieniker ist eine zahnmedizinische Fachkraft, die nach der Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) eine spezialisierte Aufstiegsfortbildung in der Prophylaxe absolviert hat. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt auf der Parodontologie – der Behandlung und Vorbeugung von Erkrankungen des Zahnhalteapparats.

Aufgaben eines Dentalhygienikers

Dentalhygieniker begleiten die Therapie von Zahnfleisch- und Parodontalerkrankungen, klären über Mund- und Zahngesundheit auf und übernehmen die Nachsorge bei parodontalen und periimplantären Erkrankungen. Im Mittelpunkt steht die gezielte Prävention, um Zähne und Zahnhalteapparat langfristig zu erhalten.

Zum Aufgabengebiet in der nicht-operativen Parodontaltherapie gehören insbesondere:

  • Aufklärung und Motivation der Patienten zur häuslichen Mundhygiene – einschließlich praktischer Anleitung, wie sich die tägliche Zahnpflege verbessern lässt
  • Diagnostik von Erkrankungen der Mundhöhle sowie Erfassung und Auswertung intraoraler Befunde
  • Durchführung therapeutischer Maßnahmen im Rahmen der geschlossenen Parodontitistherapie
  • Professionelle Zahnreinigung und unterstützende Parodontitistherapie nach abgeschlossener PAR-Behandlung
  • Nachsorge und teils längerfristige Begleitung von Patienten jeden Alters
  • Sicherstellen systematischer und wirtschaftlicher Arbeitsabläufe im Praxisteam

Nutzen für die Mundgesundheit

  • Die professionelle Zahnhygiene und unterstützende Parodontaltherapie wird fachgerecht und präventiv durchgeführt.
  • Das Risiko für Karies und Parodontitis lässt sich deutlich senken.
  • Aufwändige Folgebehandlungen werden langfristig reduziert.

Weg zum Dentalhygieniker: Voraussetzungen und Fortbildung

Schaubild: Dentalhygieniker/-in

Dentalhygieniker ist kein grundständiger Ausbildungsberuf, sondern eine Aufstiegsfortbildung. Der Weg dorthin verläuft in mehreren Stufen.

Voraussetzungen

Grundlage ist eine abgeschlossene Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA), die in der Regel drei Jahre dauert. Darauf folgen Berufserfahrung und eine erfolgreich abgeschlossene Aufstiegsfortbildung zur Zahnmedizinischen Prophylaxeassistentin (ZMP) oder Zahnmedizinischen Fachassistentin (ZMF). Erst nach mindestens einem weiteren Jahr Berufserfahrung als ZMP oder ZMF ist die Zulassung zur Fortbildung als Dentalhygieniker möglich. Hinzu kommen ein aktueller Erste-Hilfe-Nachweis und ein gültiger Kenntnisnachweis im Strahlenschutz (Röntgen). Viele Anbieter setzen zudem eine Eignungsprüfung voraus.

Dauer und Umfang

Die Fortbildung umfasst in der Regel mindestens 800 Unterrichtsstunden, an einzelnen Instituten bis zu rund 950 Stunden. Das entspricht etwa sechs Monaten in Vollzeit oder rund 13 Monaten in berufsbegleitender Form. Die Inhalte orientieren sich an der Muster-Fortbildungsordnung der Bundeszahnärztekammer. Die Kosten unterscheiden sich je nach Anbieter und Bundesland erheblich und können mehrere tausend Euro betragen.

Fortbildung oder Bachelorstudium

Der Beruf lässt sich auf mehreren Wegen erreichen: über eine (berufsbegleitende) Fortbildung an zahnärztlichen Fortbildungsinstituten, Akademien und Kammern oder über ein Bachelorstudium im Bereich Dentalhygiene – berufsbegleitend oder in Vollzeit. Welcher Weg passt, hängt vor allem von der persönlichen Verfügbarkeit und den eigenen Zielen ab. Die anbietenden Hochschulen und Institute informieren über Zulassungsvoraussetzungen und Ablauf; teils lässt sich ein Vorkurs zur Vorbereitung besuchen.

Arbeitsfelder und Berufsaussichten

Dentalhygieniker arbeiten eng mit dem Zahnarzt im Praxisteam zusammen, üben ihre Tätigkeit aber weitgehend eigenverantwortlich aus. Einsatzorte sind Einzel- und Gruppenpraxen, Universitäts- und Schulzahnkliniken sowie Krankenhäuser. Auch medizinische Zentren, Bildungseinrichtungen oder die Dentalindustrie kommen als Arbeitgeber infrage. Teilzeit ist ebenso möglich wie eine selbstständige Tätigkeit.

Berufsverband der Dentalhygieniker

Der Verband Deutscher Dentalhygieniker (VDDH) vertritt den Berufsstand gegenüber nationalen und internationalen zahnmedizinischen Organisationen, anderen Berufsverbänden sowie Öffentlichkeit und Politik. Der Verband setzt sich für eine Angleichung des Berufsbildes an internationale Standards ein, da das Tätigkeitsfeld der Dentalhygieniker in Deutschland enger gefasst ist als in manchen anderen europäischen Ländern.

Häufig gestellte Fragen

Welche Voraussetzungen braucht man für die Fortbildung zum Dentalhygieniker?

Erforderlich sind eine abgeschlossene Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA), eine bestandene Aufstiegsfortbildung zur ZMP oder ZMF sowie Berufserfahrung. Hinzu kommen ein aktueller Erste-Hilfe-Nachweis und ein gültiger Kenntnisnachweis im Strahlenschutz.

Wie lange dauert die Fortbildung zum Dentalhygieniker?

Sie umfasst in der Regel mindestens 800 Unterrichtsstunden. In Vollzeit dauert das etwa sechs Monate, berufsbegleitend rund 13 Monate.

Ist Dentalhygieniker eine Ausbildung oder eine Fortbildung?

Es handelt sich um eine Aufstiegsfortbildung, die auf der ZFA-Ausbildung aufbaut – kein eigener Erstausbildungsberuf. Alternativ ist ein Bachelorstudium im Bereich Dentalhygiene möglich.

Wo arbeiten Dentalhygieniker?

Vor allem in Zahnarztpraxen sowie in Universitäts- und Schulzahnkliniken und Krankenhäusern. Auch medizinische Zentren, Bildungseinrichtungen und die Dentalindustrie sind mögliche Einsatzorte.

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