Hörakustiker: Berufsbild, Aufgaben und Ausbildung

Hörakustiker führt Hörtest durch
Bundesinnung Hörakustiker (bundesinnung_ha), Audiologist, 2015, CC BY-SA 2.0

Hörakustikerinnen und Hörakustiker beraten Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen, passen Hörsysteme an und stellen individuelle Ohrpassstücke her. Der Beruf verbindet Kundenkontakt und medizinisch-technisches Wissen mit feinem handwerklichem Arbeiten.

Aufgaben im Beruf Hörakustiker

Am Anfang steht meist die Beratung: Der Hörakustiker klärt den Bedarf und führt audiometrische Tests durch. Diese Hör- und Sprachtests zeigen, ob und ab welcher Lautstärke das Hörvermögen eingeschränkt ist.

Auf der technischen Seite fertigen Hörakustiker formgenaue Otoplastiken an – Ohrpassstücke, die durch handwerkliche Schritte wie Bohren und Schleifen an die Ohrform angepasst werden. Anschließend passen sie die Hörsysteme individuell an und übernehmen später auch Wartung und Reparatur der Geräte.

Ausbildung zum Hörakustiker

Ablauf und Struktur

Die Ausbildung zum Hörakustiker ist eine anerkannte duale Ausbildung im zulassungspflichtigen Handwerk. Praxis im Ausbildungsbetrieb und Theorie in der Berufsschule wechseln sich blockweise ab.

In der Berufsschule ergänzen allgemeinbildende Fächer wie Deutsch und Wirtschaftskunde den Fachunterricht. Dazu kommen der Umgang mit Werkzeugen und das Üben von Beratungs- und Kundengesprächen.

Inhalte in den drei Ausbildungsjahren

Schaubild: Hörakustiker/-in

Im ersten Ausbildungsjahr stehen Beratung und Verkauf sowie das technische Handwerk im Vordergrund. Das zweite Jahr bringt das Durchführen von Hörtests und das Herstellen von Otoplastiken. Im dritten Jahr vertiefen die Auszubildenden Patientenberatung und technische Kenntnisse.

Parallel lernen sie im Betrieb, wie Hörprofile bestimmt, Beratungsgespräche geführt und Hörsysteme angepasst und instand gehalten werden.

Dauer und Prüfungen

Die Ausbildung dauert drei Jahre; bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich. Zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet die Zwischenprüfung statt, am Ende der Ausbildung die Gesellenprüfung.

Nach der Ausbildung: Weiterbildung und Aufstieg

Mit dem Gesellenbrief können Hörakustiker in Fachbetrieben des Hörakustiker-Handwerks oder bei Herstellern von Hörsystemen arbeiten. Danach stehen mehrere Wege offen.

Eine Weiterbildung zum Techniker vertieft Kenntnisse etwa aus der Medizin- oder Feinwerktechnik. Mit dem Meistertitel dürfen Hörakustiker einen eigenen Betrieb führen und selbst ausbilden. Wer die Fachhochschulreife mitbringt, kann zusätzlich ein Bachelorstudium der Hörakustik anschließen.

Häufig gestellte Fragen

Welche schulischen Voraussetzungen sind für die Ausbildung sinnvoll?

Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Welcher Abschluss gefordert wird, hängt vom Betrieb ab – in der Praxis stellen viele Betriebe Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Schulabschluss ein.

Was unterscheidet den Hörakustiker vom Hörgeräteakustiker?

Es ist derselbe Beruf. Mit der neuen Ausbildungsverordnung, die zum 1. August 2016 in Kraft trat, wurde die frühere Bezeichnung „Hörgeräteakustiker“ durch „Hörakustiker“ ersetzt. Damit rückt die Dienstleistung am Menschen stärker in den Vordergrund.

Welche Fähigkeiten sind in der Hörakustik hilfreich?

Hilfreich sind Feingefühl im Umgang mit Kundinnen und Kunden sowie handwerkliches Geschick für die feine Arbeit an den Otoplastiken.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?

Möglich sind eine Weiterbildung zum Techniker, der Meistertitel mit der Option auf einen eigenen Betrieb und eigene Auszubildende sowie – mit Fachhochschulreife – ein Bachelorstudium der Hörakustik.

Wie sind die Zukunftsaussichten im Beruf?

Die Aussichten gelten als stabil: Mit einer älter werdenden Gesellschaft steigt der Bedarf an Hörlösungen, und die Hörsysteme entwickeln sich technisch stetig weiter.