Glas- und Porzellanmaler: Aufgaben, Ausbildung und Weiterbildung

Glas- und Porzellanmaler bemalt eine Porzellanfigur mit feinem Pinsel
Couleur / Pixabay

Glas- und Porzellanmaler gestalten und verzieren Gläser, Porzellangeschirr und Porzellanfiguren. Sie tragen Dekore mit unterschiedlichen Mal- und Drucktechniken auf, brennen und schmelzen die Farben ein und restaurieren antike Glas- und Porzellangegenstände. Ein großer Teil der Arbeit ist Entwurfs- und Gestaltungsarbeit – vom Design eines Produkts bis zur fertigen Ausführung am Werkstück.

Was macht ein Glas- und Porzellanmaler?

Glas- und Porzellanmaler arbeiten vor allem in der Glas- und Keramikbranche. Sie sind in der Veredelung und Bearbeitung der Materialien tätig, in der Herstellung von keramischen Haushaltswaren und Glasprodukten sowie in Konsumgüterbetrieben, etwa bei der Fertigung von Weihnachtsschmuck oder Spielwaren. Der Arbeitsplatz liegt meist in Werkhallen und Zeichenstudios der jeweiligen Betriebe.

Zum Handwerk gehören Freihandzeichnen und das Anfertigen von Schablonen ebenso wie moderne Techniken, darunter Airbrush und Siebdruck. Farben werden durch Einbrennen und Aufschmelzen fixiert; bei Porzellan unterscheidet man je nach Zeitpunkt des Auftrags Aufglasur-, Inglasur- und Unterglasurdekor. Neben der Neugestaltung übernehmen Glas- und Porzellanmaler auch die Restaurierung wertvoller oder antiker Stücke.

Ausbildung zum Glas- und Porzellanmaler

Die Ausbildung zum Glas- und Porzellanmaler ist eine dreijährige duale Ausbildung im Handwerk und nach der Handwerksordnung geregelt. Der praktische Teil findet im Ausbildungsbetrieb statt, der theoretische in der Berufsschule. Inhalte, die ein einzelner Betrieb nicht vollständig vermitteln kann, werden in überbetrieblichen Bildungsstätten ergänzt. Je nach Betrieb und dessen internationalen Kontakten sind auch Auslandsaufenthalte während der Ausbildung möglich.

Zu den Ausbildungsinhalten zählen grundlegende Techniken des Freihandzeichnens, die Schablonenanfertigung, Kenntnisse über die zu bearbeitenden Materialien sowie Farb- und Gestaltungslehre. Über die gesamte Ausbildungszeit werden zudem Unfallverhütung und Sicherheitsvorschriften vermittelt.

Rechtlich ist keine bestimmte schulische Vorbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen die Betriebe überwiegend Bewerber mit Hauptschul- oder Realschulabschluss ein; teils gehört ein Aufnahme- oder Eignungstest zur künstlerischen Begabung dazu. Gute Leistungen in Kunst und Mathematik sind von Vorteil.

Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres steht eine Zwischenprüfung, zum Abschluss die Gesellenprüfung vor der zuständigen Handwerkskammer. Wer sie besteht, darf die Berufsbezeichnung Glas- und Porzellanmaler führen. Der Beruf ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf des Handwerks (anerkannt bereits 1962) und im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Niveau 4 eingestuft.

Schaubild: Glas- und Porzellanmaler

Weiterbildung und Karriere

Nach der Gesellenprüfung können sich Glas- und Porzellanmaler in Teilbereichen wie Veredelungsmethoden oder Qualitätskontrolle spezialisieren. Als Aufstiegsfortbildung bietet sich die Meisterprüfung zum Glas- und Porzellanmalermeister an, die einen eigenen Betrieb und die Ausbildung von Nachwuchskräften ermöglicht. Weitere Wege sind der staatlich geprüfte Techniker (etwa mit Schwerpunkt Glas- oder Keramiktechnik) und der staatlich geprüfte Gestalter der Fachrichtung Keramik. Wer die Hochschulzugangsberechtigung mitbringt, kann auch ein Studium anschließen, zum Beispiel in Gestaltung, Kunst oder Restaurierung.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zum Glas- und Porzellanmaler?

Die duale Ausbildung im Handwerk dauert drei Jahre und wird im Betrieb und in der Berufsschule absolviert.

Welche Voraussetzungen brauche ich für die Ausbildung?

Eine bestimmte Schulbildung ist rechtlich nicht vorgeschrieben. Betriebe erwarten meist einen Hauptschul- oder Realschulabschluss; oft wird die künstlerische Eignung in einem Aufnahmetest geprüft. Gute Noten in Kunst und Mathematik helfen.

Ist Glas- und Porzellanmaler ein anerkannter Ausbildungsberuf?

Ja. Es handelt sich um einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf des Handwerks, der nach der Handwerksordnung geregelt ist, mit der Gesellenprüfung abschließt und im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Niveau 4 liegt.

Welche Weiterbildungen gibt es nach der Ausbildung?

Möglich sind unter anderem die Meisterprüfung, die Fortbildung zum staatlich geprüften Techniker oder zum staatlich geprüften Gestalter Fachrichtung Keramik sowie – mit entsprechender Zugangsberechtigung – ein Studium.