Pilot werden: Ausbildung, Lizenzen und Einstellungstest im Überblick

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Einen klassischen Ausbildungsberuf „Pilot“ im dualen System gibt es nicht. Wer im Cockpit arbeiten möchte, durchläuft stattdessen die Ausbildung zum Verkehrsflugzeugführer oder zum Berufsflugzeugführer. Dahinter stehen unterschiedliche Lizenzen, die europaweit einheitlich nach den Vorgaben der EASA geregelt sind und zu unterschiedlichen Einsätzen berechtigen.

Der Verkehrsflugzeugführer besitzt die Verkehrspilotenlizenz (ATPL, Airline Transport Pilot Licence) und darf große Passagier- und Frachtflugzeuge als verantwortlicher Kapitän oder als Copilot führen. Der Berufsflugzeugführer verfügt über die Berufspilotenlizenz (CPL, Commercial Pilot Licence). Er darf allein nur Luftfahrzeuge steuern, die für einen Piloten zugelassen sind; in Verkehrsflugzeugen mit vorgeschriebenem Zwei-Personen-Cockpit ist er daher als Copilot im Einsatz.

Aufgaben des Piloten

Piloten tragen die Verantwortung für Flugzeug, Besatzung und Passagiere. Anhand von Flugkarten und in Absprache mit Flugdienstberatern legen sie die Flugroute fest und berechnen Flugdauer sowie Kraftstoffbedarf. Vor dem Start informieren sie sich über die Wetterlage, um Unwetter zu umfliegen und die Sicherheit an Bord zu gewährleisten. Sie arbeiten die Checklisten vor dem Start ab, erstellen Flugberichte und stehen im Funkkontakt mit den Fluglotsen.

Während des Fluges steuern sie die Maschine, behalten Instrumente, Geräte und Navigationssysteme im Blick und halten die vorgeschriebenen Regeln wie die zugewiesene Flughöhe ein. Auf Langstreckenflügen wechseln sich Kapitän und Copilot ab, sodass die Ruhezeiten eingehalten werden und stets ein Pilot die Kontrolle behält.

Der Einstellungstest

Vor der Aufnahme an einer Flugschule oder bei einer Airline steht ein Eignungstest. Der erste Teil prüft schulisches Grundwissen und kognitive Fähigkeiten – unter anderem Englisch, Deutsch, Mathematik, Physik, Konzentrationsvermögen, logisches Denken und räumliches Vorstellungsvermögen. Im zweiten Teil folgen ein weiteres Auswahlverfahren sowie Team- und Interaktionsaufgaben, in denen Belastbarkeit und Zusammenarbeit im Vordergrund stehen. Gute Englischkenntnisse sind Pflicht, da die Kommunikation im Luftverkehr auf Englisch erfolgt.

Zur gezielten Vorbereitung auf das Auswahlverfahren bieten sich strukturierte Übungspakete an, die die typischen Testbereiche abdecken:

Ablauf der Ausbildung

Schaubild: Pilot (Verkehrsflugzeugführer, ATPL)

Die Ausbildung findet an einer Flugschule statt und dauert je nach Modell in der Regel rund 18 bis 24 Monate. Als integrierter Lehrgang verbindet sie Theorie und Flugpraxis.

Den theoretischen Kern bilden die 14 ATPL-Fächer, darunter Luftrecht, Meteorologie, Navigation, Funknavigation, Luftfahrzeug- und Instrumentenkunde, Flugleistung und Flugplanung, menschliches Leistungsvermögen sowie betriebliche Verfahren. Die praktische Flugausbildung beginnt im Sichtflug mit den Grundlagen wie Start und Landung, Steig-, Sink- und Kurvenflügen. Darauf folgt der Instrumentenflug, bei dem die angehenden Piloten – zunächst im Simulator, dann auf mehrmotorigen Flugzeugen – das sichere Fliegen nach Instrumenten und Navigationsgeräten trainieren. Bis zur Lizenzierung sind bei der integrierten Ausbildung mindestens 195 Flugstunden zu absolvieren, ein Teil davon im Simulator.

Der Ausbildungsabschluss

Zum Abschluss folgt das Multi-Crew-Cooperation-Training (MCC). Hier üben die angehenden Piloten das Zusammenspiel im Zwei-Personen-Cockpit: Aufgabenverteilung, Kommunikation, Führung und Entscheidungsfindung zwischen Kapitän und Copilot. Die Instrumentenflugberechtigung (IR) ist bei der ATPL-Ausbildung fester Bestandteil und muss nicht separat erworben werden.

Nach der Ausbildung stehen verschiedene Einsatzfelder offen: Linien- und Charterfluggesellschaften, Fracht- und Krankentransport, Flugschulen oder der öffentliche Dienst. Der Beruf verlangt Teamfähigkeit, hohe Konzentration und ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein. Die Arbeitszeiten sind unregelmäßig, und auf Langstrecken ist man häufig mehrere Tage am Stück unterwegs.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zum Piloten?

Die integrierte Ausbildung zum Verkehrsflugzeugführer (ATPL) dauert je nach Flugschule und Modell in der Regel rund 18 bis 24 Monate.

Was kostet die Pilotenausbildung und wer finanziert sie?

Die Ausbildung wird nicht vergütet. Angehende Piloten tragen die Kosten – etwa Lehrgangs- und Prüfungsgebühren – in der Regel selbst; viele Flugschulen und Airlines bieten dafür Finanzierungsmodelle an.

Welche Voraussetzungen muss man für die Ausbildung erfüllen?

Erforderlich sind das flugmedizinische Tauglichkeitszeugnis der Klasse 1, gute Englischkenntnisse und das Bestehen des Eignungstests. Die Verkehrspilotenlizenz (ATPL) wird frühestens mit 21 Jahren erteilt.

Was ist der Unterschied zwischen Verkehrs- und Berufsflugzeugführer?

Der Verkehrsflugzeugführer besitzt die ATPL und darf große Verkehrsflugzeuge als Kapitän führen. Der Berufsflugzeugführer hat die CPL und ist in Verkehrsflugzeugen mit vorgeschriebenem Zwei-Personen-Cockpit als Copilot tätig.