Atemtherapeut – Berufsbild, Ausbildung und Zugang zum Beruf

atemtherapeut
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Berufsbild

Atemtherapeuten helfen ihren Klienten, den eigenen Atem bewusst und wirkungsvoll einzusetzen, um Anforderungen des Alltags besser zu bewältigen. Sie arbeiten sowohl mit kranken als auch mit gesunden Menschen. Über atemtherapeutische Techniken sowie Atem- und Stimmübungen unterstützen sie zum Beispiel Menschen mit Atemwegsbeschwerden, begleiten Schwangere bei einer wirksamen Atemtechnik oder trainieren Personen, deren Stimme beruflich stark beansprucht wird. Behandelt werden Menschen aller Altersstufen – von Kindern in heilpädagogischen Einrichtungen bis zu älteren Menschen in Senioren- oder Geriatrieeinrichtungen.

Zu Beginn erheben Atemtherapeuten einen atembezogenen Befund und legen daraufhin ein Therapiekonzept fest. Anschließend setzen sie gezielte Maßnahmen ein, etwa Haltungs- und Gymnastikübungen, Atem- und Brustkorbübungen, Artikulations- und Stimmübungen oder Atemmassagen. Sie leiten ihre Klienten an, motivieren sie, dokumentieren den Behandlungsverlauf und stimmen sich mit anderen Berufsgruppen ab, zum Beispiel mit Ärzten oder pädagogischen Fachkräften. Gearbeitet wird überwiegend in Praxen und Behandlungsräumen.

Ausbildung und Zugang zum Beruf

„Atemtherapeut“ ist in Deutschland keine bundeseinheitlich geregelte oder geschützte Ausbildung. Der Zugang erfolgt in der Regel über eine atemtherapeutische oder atempädagogische Weiterbildung. Viele Anbieter sind private Schulen, die sich im Berufsverband ATEM (BV-ATEM e. V.) zusammengeschlossen haben – derzeit sieben Fachschulen, die sechs verschiedene Atem-Methoden vertreten. Absolventinnen und Absolventen dieser Schulen können die geschützte Bezeichnung „Atem- und Körperpädagogin/Atem- und Körpertherapeutin BV-ATEM®“ führen.

Schaubild: Atemtherapeut

Zugangsberuf und Voraussetzungen

Ein möglicher Zugangsberuf ist der Atem-, Sprech- und Stimmlehrer. Diese Ausbildung ist staatlich anerkannt, landesrechtlich geregelt und findet in Vollzeit an einer Berufsfachschule statt; sie dauert drei Jahre und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. Zugangsvoraussetzung ist in der Regel mindestens ein Hauptschulabschluss oder ein mittlerer Bildungsabschluss. Mehr zum Atem-, Sprech- und Stimmlehrer.

Für die anschließende Weiterbildung zum Atemtherapeuten legen die Schulen ihre eigenen Zugangskriterien fest. Häufig gefordert werden eine einschlägige Berufsausbildung – etwa in Logopädie, Physiotherapie oder Heilpraktik –, bestimmte medizinische Vorkenntnisse oder ein Mindestalter.

Dauer der Weiterbildung

Die Dauer der Weiterbildung zum Atemtherapeuten ist je nach Anbieter sehr unterschiedlich. Manche Bildungsgänge umfassen nur wenige Monate, oft wird die Weiterbildung aber berufsbegleitend über mehrere Jahre in Wochenend- und Wochenkursen absolviert. Die genauen Konditionen legt die jeweilige Schule fest; sie lassen sich dort erfragen.

Wo Atemtherapeuten arbeiten

Atemtherapeuten finden Anstellungen in Praxen, die Atemtherapie anbieten – etwa in Praxen für Krankengymnastik oder Heilpraktik, in Massagepraxen, bei medizinischen Bademeistern oder bei Hebammen. Auch Vorsorge- und Rehabilitationskliniken kommen als Arbeitgeber infrage. Möglich ist zudem die selbstständige Tätigkeit in einer eigenen Praxis für Atemtherapie.

Nutzen und Berufsaussichten

Eine bewusste Atemtechnik kann helfen, festgefahrene und ungünstige Atemmuster zu korrigieren, und so etwa Verspannungen, Konzentrationsstörungen oder stressbedingten Beschwerden vorbeugen. Kranke Menschen gewinnen durch das Training einer wirksamen Technik an Lebensqualität, und auch Menschen, die beruflich viel mit ihrer Stimme arbeiten, profitieren davon. Weil Atemtherapeuten in unterschiedlichen Bereichen tätig sein können und die Möglichkeit der Selbstständigkeit besteht, sind die Einsatzfelder breit gefächert.

Fort- und Weiterbildung

Auch als Atemtherapeut lohnt es sich, das eigene Wissen aktuell zu halten. Über Anpassungsweiterbildungen lassen sich zum Beispiel Kenntnisse in diesen Bereichen vertiefen:

  • Rhetorik-, Stimm– und Sprechtraining
  • Medizinische Dokumentation und Kodierung
  • Gesprächsführung
  • Gesundheitsförderung und Gesundheitstraining

Eine Aufstiegsweiterbildung eröffnet weitere Karrierewege – etwa der kaufmännische Abschluss zum Fachwirt für Gesundheits- und Sozialwesen oder ein grundständiges Studium, beispielsweise im Bereich Komplementärmedizin.

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Häufig gestellte Fragen

Ist „Atemtherapeut“ eine geschützte Berufsbezeichnung?

Nein. Der Beruf ist in Deutschland nicht bundeseinheitlich geregelt. Eine geschützte Bezeichnung vergibt jedoch der BV-ATEM e. V. an Absolventen seiner Mitgliedsschulen: „Atem- und Körperpädagogin/Atem- und Körpertherapeutin BV-ATEM®“.

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Atemtherapeuten?

Das hängt vom Anbieter ab: Die Bandbreite reicht von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren berufsbegleitend. Ein möglicher Zugangsberuf, der Atem-, Sprech- und Stimmlehrer, dauert dagegen drei Jahre in Vollzeit an einer Berufsfachschule.

Welche Voraussetzungen braucht man für die Weiterbildung?

Die Schulen legen ihre Kriterien selbst fest. Häufig werden eine einschlägige Berufsausbildung (etwa Logopädie, Physiotherapie oder Heilpraktik), medizinische Vorkenntnisse oder ein Mindestalter vorausgesetzt.

Welche Berufe eignen sich als Zugang zur Atemtherapie?

Neben dem Atem-, Sprech- und Stimmlehrer sind Berufe aus dem medizinisch-therapeutischen Umfeld verbreitet, zum Beispiel Logopädie, Physiotherapie, Heilpraktik oder Hebammenwesen.