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Berufsbild
Ein Lacklaborant ist an der Entwicklung und Herstellung von Beschichtungsstoffen für unterschiedliche Untergründe wie Kunststoff, Metall oder Holz beteiligt. Im Labor bereitet er Untersuchungen von Lackproben vor, führt sie durch, dokumentiert die Messdaten und wertet die Ergebnisse am Computer aus. Er überwacht und wartet chemisch-technische Apparaturen, wählt für neue Beschichtungen die Rohstoffe aus und wiegt sie ein. Außerdem prüft er die Beschaffenheit von Lacken sowie die Haltbarkeit von Beschichtungen und sichert so die Qualität der Produkte. Auch die Beratung von Kunden gehört zu den Aufgaben. Gearbeitet wird sowohl im Labor als auch im Büro.
Ausbildung
Wichtige Voraussetzungen für die Ausbildung zum Lacklaboranten sind sorgfältiges und genaues Arbeiten, Aufmerksamkeit beim Durchführen und Beobachten chemischer Versuche, Geschick im Umgang mit Proben, ein verantwortungsbewusster Umgang mit Chemikalien und Ausdauer beim Begleiten umfangreicher Versuchsreihen. Eine bestimmte Schulbildung ist rechtlich nicht vorgeschrieben; in der Praxis stellen die Betriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit Hochschulreife ein.
Regelung der Ausbildung und Ablauf
Die Ausbildung zum Lacklaboranten ist eine staatlich anerkannte, duale Ausbildung in der Industrie; sie verbindet die praktische Arbeit im Betrieb mit dem theoretischen Unterricht in der Berufsschule. Rechtliche Grundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung im Laborbereich Chemie, Biologie und Lack. In den ersten 18 Monaten lernen die Auszubildenden unter anderem den Umgang mit Arbeitsstoffen, verschiedene Prüfmethoden und Verfahren, das Durchführen analytischer Arbeiten, das Behandeln und Beschichten von Objekten sowie Grundlagen der Herstellung von Beschichtungsstoffen. Im weiteren Verlauf vertiefen sie diese Kenntnisse und erwerben sechs Wahlqualifikationen, die der Ausbildungsbetrieb aus einer Liste von 20 möglichen Qualifikationen auswählt.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Mit Genehmigung der zuständigen Stelle kann die Ausbildungszeit verkürzt werden, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel früher erreicht wird.
Abschluss der Ausbildung
Geprüft wird in einer gestreckten Abschlussprüfung mit zwei zeitlich getrennten Teilen. Teil 1 findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und umfasst die Prüfungsbereiche „Applikations- und Prüftechnik“ sowie „Chemie und Physik von Beschichtungsstoffen“. Teil 2 folgt am Ende der Ausbildung mit den Prüfungsbereichen „Herstellung und Qualitätskontrolle“, „Lack- und Beschichtungstechnologie“ sowie „Wirtschafts- und Sozialkunde“. Das Ergebnis aus Teil 1 fließt in das Gesamtergebnis ein.
Ausblick nach der Ausbildung
Geprüfte Lacklaboranten arbeiten vor allem in der Lack herstellenden, Lack verarbeitenden und chemischen Industrie. Weitere Einsatzfelder gibt es in der Herstellung von Möbeln und Holzkonstruktionen sowie im Fahrzeug-, Maschinen- und Anlagenbau.
Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Berufsbild
Schon während der Ausbildung spezialisieren sich angehende Lacklaboranten über ihre Wahlqualifikationen. Ergänzend lassen sich Zusatzqualifikationen erwerben, etwa der „Europaassistent (IHK)“ mit Schwerpunkt auf europäischem Waren- und Wirtschaftsrecht. Nach der Ausbildung ist eine Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Industriemeister der Fachrichtung Lack- und Beschichtungstechnik möglich, die auf Führungsaufgaben vorbereitet. Wer die entsprechende Hochschulzugangsberechtigung mitbringt, kann außerdem ein Studium aufnehmen, zum Beispiel im Chemieingenieurwesen.
Hilfreiche Links zum Beruf des Lacklaboranten
- Berufsinformationen des Verbands der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie
- Deutsches Lackinstitut – Videocenter zum Beruf Lacklaborant/in
Häufig gestellte Fragen
Welche Schulfächer sind für die Ausbildung besonders wichtig?
Im Mittelpunkt stehen Chemie und Physik, weil im Labor chemische Versuche durchgeführt und die Eigenschaften von Beschichtungsstoffen untersucht werden. Auch Mathematik ist hilfreich, etwa beim Berechnen von Ansätzen und beim Auswerten von Messwerten.
Kann man die Ausbildung zum Lacklaboranten verkürzen?
Ja. Mit Genehmigung der zuständigen Stelle lässt sich die reguläre Ausbildungszeit von dreieinhalb Jahren verkürzen, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel früher erreicht wird – zum Beispiel bei einer höheren schulischen Vorbildung oder sehr guten Leistungen.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung kommt vor allem die Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Industriemeister der Fachrichtung Lack- und Beschichtungstechnik infrage. Mit einer Hochschulzugangsberechtigung ist zudem ein Studium möglich, etwa im Chemieingenieurwesen.
Wo arbeiten Lacklaboranten?
Die meisten Stellen finden sich in der Lack herstellenden, Lack verarbeitenden und chemischen Industrie. Daneben gibt es Einsatzmöglichkeiten in der Möbel- und Holzverarbeitung sowie im Fahrzeug-, Maschinen- und Anlagenbau.













