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Die Weiten des Weltalls klingen für viele nach Abenteuer – für Astronautinnen und Astronauten sind sie ein anspruchsvoller Arbeitsplatz. Seit Beginn der bemannten Raumfahrt sind mehrere Hundert Menschen ins All geflogen. Der Beruf ist herausfordernd, die Ausbildung dauert lange und stellt hohe Anforderungen. Wer auf der Internationalen Raumstation ISS arbeiten darf, entscheidet sich über Leistung, wissenschaftliche Kompetenz und ein strenges Auswahlverfahren. Was ist nötig, um Astronaut bzw. Raumfahrer zu werden?
Ausbildung und/oder Werdegang zum Beruf
Astronauten widmen sich der Erforschung des Weltalls. Sie untersuchen etwa die Wirkung kosmischer Strahlung oder beobachten aus dem Orbit die Folgen des Klimawandels. Weil die Schwerelosigkeit die körperliche Fitness beeinträchtigt, gehört täglich mehrstündiges Training zum festen Tagesablauf – nur so lässt sich dem Muskel- und Knochenabbau vorbeugen.
Wer diesen Beruf anstrebt, muss über längere Zeit mit einem Arbeitsumfeld im Weltall zurechtkommen. Die ISS umkreist die Erde in rund 400 Kilometern Höhe und benötigt für einen Umlauf jeweils etwa 90 Minuten. Ein Aufenthalt an Bord gehört für Raumfahrer zum Job. Wie ist der Werdegang aufgebaut? Das zeigen die folgenden Abschnitte.
Regelung der Ausbildung / Ablauf
Die Gesundheit hat für Astronauten oberste Priorität. Für die Arbeit in der Schwerelosigkeit sind Alkohol und Rauchen tabu, und der gesundheitliche Zustand wird in Auswahl- und Ausbildungsphasen regelmäßig kontrolliert.
Für den Flug ins All sind fundierte wissenschaftliche Kenntnisse nötig. Deshalb beginnt der Weg meist mit einem naturwissenschaftlich-technischen Studium (etwa Physik, Chemie, Biologie, Medizin oder Ingenieurwissenschaften). Auch spezialisierte Studiengänge der Luft- und Raumfahrttechnik sind heute möglich.
Üblich ist ein grundständiger Bachelor- und ein darauf aufbauender Masterabschluss. Viele Astronautinnen und Astronauten promovieren zusätzlich, verpflichtend ist das jedoch nicht. Sehr gute Studienleistungen verbessern die Aussichten im Auswahlverfahren.
Nach dem Studium folgt die Bewerbung als Astronautenanwärter, etwa bei der ESA. Dazu gehört ein umfangreiches Auswahlverfahren mit starker Konkurrenz. Wer es besteht, durchläuft zunächst die Grundausbildung, in der die wissenschaftlichen Kenntnisse auf Raumstation und Trägersysteme ausgerichtet werden. Auch das Tauchtraining im Raumanzug, mit dem Außeneinsätze geübt werden, gehört dazu.
Weitere Kenntnisse und Kompetenzen, die zur Ausbildung gehören:
- Elektrotechnik: Transportsysteme, Raumstation, Trägerraketen etc.
- Grundkenntnisse der Medizin
- Navigation
- Missionstraining
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung ist in mehrere Abschnitte gegliedert und erstreckt sich über viele Jahre. Das Studium bis zum Masterabschluss umfasst als Regelstudienzeit meist neun bis zwölf Semester; eine anschließende Promotion nimmt in der Regel noch einmal einige Jahre in Anspruch.
Die eigentliche Astronautenausbildung bei der ESA dauert danach rund dreieinhalb Jahre und gliedert sich in drei Phasen:
- Grundausbildung: etwa ein Jahr
- Fortgeschrittenentraining: etwa ein Jahr
- missionsspezifische Vorbereitung: rund anderthalb Jahre, unter anderem in den internationalen Ausbildungszentren in Europa, Japan, Kanada, Russland und den USA
Von Studienbeginn bis zur Einsatzbereitschaft vergeht damit häufig rund ein Jahrzehnt.
Abschluss – der Ausblick
Nach der Ausbildung kann die ISS zum Arbeitsplatz werden. Ein Aufenthalt an Bord dauert typischerweise etwa ein halbes Jahr. Danach folgt auf der Erde eine Rehabilitationsphase, denn Muskulatur und Knochen werden in der Schwerelosigkeit stark beansprucht und bauen ohne gezieltes Training ab.
Ausblick nach der Ausbildung

Auch nach der anspruchsvollen Ausbildung ist ein Flug ins All nicht garantiert. Die europäische Weltraumorganisation (ESA) rekrutiert nur in größeren Abständen neue Raumfahrer, entsprechend groß ist die Konkurrenz. Hohe Belastbarkeit, Stressresistenz, körperliche Fitness und wissenschaftliche Kompetenz prägen den Berufsalltag. Wer diese Fähigkeiten vereint und die strengen Auswahlverfahren besteht, erhält unter Umständen die Gelegenheit, ins Weltall zu fliegen.
Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Berufsbild
Astronauten verfügen über breite naturwissenschaftliche und technische Kompetenzen, sind sportlich sehr leistungsfähig und beherrschen mindestens Englisch sicher. Damit zählen sie zu ausgesprochenen Allroundern, die für ihr Heimatland ins All fliegen.
Wegen der wenigen Einsatzplätze und der hohen Anforderungen bleibt für klassische Fortbildungsmaßnahmen wenig Raum. Im Vordergrund stehen wissenschaftliche Forschung und die laufende Aktualisierung der eigenen Kenntnisse auf den neuesten Stand der Wissenschaft.
Häufige Fragen zum Beruf Astronaut
Wie lange dauert die Ausbildung zum Astronauten insgesamt?
Einen festen Ausbildungsberuf gibt es nicht. Auf ein naturwissenschaftlich-technisches Studium (in der Regel bis zum Master) folgt die rund dreieinhalbjährige Astronautenausbildung bei der ESA. Von Studienbeginn bis zur Einsatzbereitschaft vergeht so häufig rund ein Jahrzehnt.
Welches Studium ist Voraussetzung für den Beruf Astronaut?
Üblich ist ein naturwissenschaftliches oder technisches Studium, etwa in Physik, Chemie, Biologie, Medizin, den Ingenieurwissenschaften oder der Luft- und Raumfahrttechnik. Meist wird ein Masterabschluss erwartet, häufig auch eine Promotion.
Wie hoch sind die Chancen, tatsächlich ins Weltall zu fliegen?
Die Chancen sind gering. Die ESA wählt nur in größeren Abständen neue Astronautinnen und Astronauten aus, und auch nach bestandener Ausbildung ist ein Flug ins All nicht garantiert.
Welche körperlichen und fachlichen Voraussetzungen müssen Bewerber erfüllen?
Gefragt sind ein guter Gesundheitszustand, körperliche Fitness, hohe Belastbarkeit und Stressresistenz sowie fundierte wissenschaftliche Kompetenz und sichere Englischkenntnisse. Alkohol und Rauchen sind mit dem Beruf nicht vereinbar.
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