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Die Arbeit als Diplomat
Diplomaten sind Regierungsbeauftragte des Auswärtigen Amtes und repräsentieren ihren Staat in anderen Ländern. Zu ihren Aufgaben gehört es, die innen- und außenpolitische Lage anderer Staaten einzuschätzen und in Dossiers zusammenzufassen. Ebenso pflegen sie Kontakte zu Regierungsvertretern und Diplomaten in den Regionen, in die sie entsandt werden.
Im Rahmen der Völkerverständigung machen sie auch Kultur und Sichtweisen des eigenen Landes bekannt. Diplomaten sind keine Politiker im eigentlichen Sinne, sondern durch ihre Beobachtungen und Kontakte informierend und beratend für die Politik des eigenen Landes tätig. Charakteristisch für die Laufbahn ist das Rotationsprinzip: In einem drei- bis vierjährigen Turnus wechseln Diplomaten ihren Dienstort, wobei auch Einsätze in Krisenregionen möglich sind.
Voraussetzungen für die Laufbahn
Um für den höheren Auswärtigen Dienst in Frage zu kommen, müssen zunächst einige Grundvoraussetzungen erfüllt sein:
- deutsche Staatsangehörigkeit
- abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (Master oder gleichwertiger Abschluss)
- sehr gute Englischkenntnisse sowie eine weitere Fremdsprache
- gesundheitliche Eignung für den Dienst
- Aufgeschlossenheit für andere Kulturen; Auslandserfahrung ist von Vorteil
Beim Studienabschluss ist ein Bachelor allein nicht ausreichend; verlangt wird ein Master oder ein gleichrangiger Abschluss mit einer Regelstudienzeit von mindestens fünf Jahren. Eine feste Vorgabe für die Studienrichtung gibt es nicht – gefragt sind aber unter anderem Rechts-, Wirtschafts-, Politik- und Sprachwissenschaften. Anders als früher gibt es seit 2009 keine feste Höchstaltersgrenze mehr; eine Berufung in das Beamtenverhältnis erfolgt in der Regel jedoch nur bei Bewerberinnen und Bewerbern unter 50 Jahren. Zusätzlich werden Bewerber nach dem Sicherheitsüberprüfungsgesetz (SÜG) überprüft.
Das Auswahlverfahren
Sind die Voraussetzungen erfüllt, folgt ein mehrstufiges Auswahlverfahren. Es beginnt mit einem schriftlichen Test, in dem unter anderem
- Allgemeinwissen
- Wirtschaft
- Recht
- Politik
- Geschichte
geprüft werden. Wer besteht, wird zu einer mündlichen Auswahlrunde nach Berlin eingeladen. Dort prüfen unter anderem Gruppenaufgaben und Einzelgespräche im Stil eines Assessment Centers die Persönlichkeits- und Eignungsmerkmale der Kandidatinnen und Kandidaten.
Ausbildungsinhalte, Dauer und Abschluss
Wer das Auswahlverfahren erfolgreich durchläuft, beginnt die eigentliche Ausbildung an der Akademie Auswärtiger Dienst in Berlin-Tegel – den Vorbereitungsdienst über 14 Monate (Attaché-Ausbildung).
Vermittelt werden theoretische Kenntnisse in Fächern wie
- Volkswirtschaftslehre
- Geschichte und internationale Politik
- Völkerrecht
- Rechts- und Konsularwesen
Auch Soft Skills spielen eine wichtige Rolle, etwa Rhetorik, Verhandlungstechnik und Krisenmanagement. Die fremdsprachlichen Kenntnisse werden vertieft, mit Schwerpunkt auf Englisch und Französisch. Neben der Theorie sammeln die Attachés auf Studienreisen Eindrücke und knüpfen Kontakte, zum Beispiel bei den Vereinten Nationen in Genf, den europäischen Institutionen in Brüssel oder den internationalen Gerichtshöfen in Den Haag. Den Abschluss bildet die schriftliche und mündliche Laufbahnprüfung.
Einsatzgebiete
Diplomaten haben als Arbeitgeber immer das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland. Neben der Repräsentation des Landes gegenüber anderen Regierungen treten sie auch bei internationalen Institutionen auf. In den ersten Jahren sollen möglichst viele Regionen und Tätigkeitsfelder kennengelernt werden. Die Einsatzorte können überall auf der Welt liegen, auch in Konfliktregionen. Ziel der Arbeit ist es unter anderem, Konflikte frühzeitig zu erkennen und deeskalierend zu vermitteln sowie die Interessen der Bundesrepublik im Ausland zu vertreten. Dazu liefern Diplomaten dem Auswärtigen Amt kontinuierlich Informationen, damit in der Zentrale ein möglichst vollständiges Bild des Weltgeschehens entsteht.
Weiterbildung und Karriere
Innerhalb der Diplomatenlaufbahn gibt es keinen starr definierten Karriereweg. Möglich ist der Aufstieg zum Botschafter, der eine Auslandsvertretung leitet und Personalverantwortung trägt. Botschafter vertreten die Bundesrepublik offiziell und müssen vor ihrer Ernennung vom jeweiligen Empfangsstaat akzeptiert werden (Agrément). Darüber hinaus bestehen in Bereichen wie Wirtschaft, Recht und Kultur Fortbildungsmöglichkeiten, über die Diplomaten zu Fachleuten auf einem Gebiet werden können.
Häufige Fragen zum Beruf Diplomat
Welchen Abschluss braucht man, um Diplomat zu werden?
Für den höheren Auswärtigen Dienst ist ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium mit Master- oder gleichrangigem Abschluss erforderlich. Ein Bachelor allein reicht nicht aus.
Gibt es eine Altersgrenze für die Bewerbung?
Eine feste Höchstaltersgrenze gibt es seit 2009 nicht mehr. In der Regel erfolgt eine Berufung ins Beamtenverhältnis aber nur bei Bewerberinnen und Bewerbern unter 50 Jahren.
Wie läuft das Auswahlverfahren ab?
Am Anfang steht ein schriftlicher Test zu Allgemeinwissen, Wirtschaft, Recht, Politik und Geschichte. Erfolgreiche Kandidaten werden anschließend zu einer mündlichen Auswahlrunde mit Gruppen- und Einzelaufgaben nach Berlin eingeladen.
Wie sieht der Weg vom Attaché bis zum Botschafter aus?
Nach dem 14-monatigen Vorbereitungsdienst und der bestandenen Laufbahnprüfung starten Diplomaten als Attaché. Über verschiedene Verwendungen im In- und Ausland ist im weiteren Verlauf der Aufstieg bis zur Leitung einer Auslandsvertretung als Botschafter möglich.












