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Viele Studierende kennen das Problem knapper Kassen. Staatliche Förderung ist oft begrenzt, und nicht alle Eltern können ihren Nachwuchs finanziell so unterstützen, dass er sich ausschließlich auf das Studium konzentrieren kann. Deshalb sind viele Studierende in mindestens einem Nebenjob beschäftigt. Studentenjobs gibt es in vielen Varianten – von der einfachen Aushilfe bis zur fachnahen Werkstudententätigkeit.
Was bei der Wahl des Studentenjobs zu beachten ist
Zuerst sollte sichergestellt sein, dass das Studium unter der Nebentätigkeit nicht leidet. Wer einen vollen Stundenplan und wenig Freizeit hat, sollte überlegen, ob ein Job ausschließlich in den Semesterferien nicht sinnvoller ist. Niemandem ist geholfen, wenn Klausuren nicht bestanden oder Vorlesungen nicht besucht werden, weil die Arbeit zu viel Zeit einnimmt.
Einkommen, Steuern und Versicherung
Wer neben dem Studium arbeitet, sollte die Grenzen für Steuern und Sozialversicherung im Blick behalten, denn ab einer bestimmten Höhe des Einkommens können Abgaben anfallen. Wie viel am Ende übrig bleibt, hängt von der Art der Beschäftigung, dem Umfang und der persönlichen Situation ab. Beim Kindergeld gilt seit 2012 keine eigene Einkommensgrenze mehr: Während der ersten Berufsausbildung oder des Erststudiums spielt das eigene Einkommen für den Kindergeldanspruch grundsätzlich keine Rolle. Erst nach Abschluss der ersten Ausbildung kann eine regelmäßige Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden pro Woche den Anspruch gefährden.
Entscheidend ist außerdem der zeitliche Umfang. In der Vorlesungszeit gilt für das sogenannte Werkstudentenprivileg eine Grenze von 20 Wochenstunden. Wer regelmäßig darüber liegt, gilt sozialversicherungsrechtlich nicht mehr vorrangig als Studierender – dann werden Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fällig. In die Rentenversicherung zahlen Studierende in einem versicherungspflichtigen Job dagegen ohnehin ein. Ausnahmen gibt es für Tätigkeiten überwiegend in den Abendstunden, nachts oder am Wochenende sowie für die Semesterferien, in denen auch in Vollzeit gearbeitet werden darf – solange die 20-Stunden-Grenze im Jahr nicht an mehr als 26 Wochen überschritten wird.
Beliebte Studentenjobs im Überblick
Nachhilfe geben
Viele Studierende geben Schülerinnen und Schülern Nachhilfe. Zu beachten ist, dass gute Nachhilfe auch Vor- und Nachbereitung erfordert und auf die Defizite der Lernenden eingehen muss. Dafür ist die Zeiteinteilung meist flexibel. Schüler lassen sich über Inserate, das Internet oder Nachhilfeinstitute finden; auch eine Nachfrage an der eigenen ehemaligen Schule kann sich lohnen.
Hilfskraft oder Tutor an der Uni
Statt etwas Fachfremdes zu machen, lässt sich das eigene Wissen an der Hochschule vertiefen. Als studentische Hilfskraft oder Tutor bringt man Kommilitonen den Stoff näher und bleibt selbst in der Übung. Das hilft nebenbei dem eigenen Studium, weil auch der Stoff früherer Semester präsent bleibt.
In der Gastronomie arbeiten
Kellnern zählt zu den Klassikern unter den Studentenjobs. Die Arbeit ist oft stressig, lässt sich aber gut mit dem Studium vereinbaren, weil Arbeitszeiten am Abend und am Wochenende möglich sind. Beim Trinkgeld sollte man vorab klären, ob es einbehalten oder mit den Kollegen geteilt wird.
Einfache Bürotätigkeiten
Kopieren, telefonieren, E-Mails schreiben: Wer keine Scheu vor eher monotonen Aufgaben hat, ist in einem Bürojob gut aufgehoben. Manche Firmen suchen gezielt Aushilfen für die Abendstunden, und ein flexibler Stundenplan lässt sich mitunter für einen freien Vormittag nutzen.
Im Verkauf arbeiten
An der Supermarktkasse sitzen oder Regale einräumen – auch das ist eine verbreitete Möglichkeit. Die Tätigkeit ist meist schnell erlernt, und da Supermärkte samstags geöffnet haben, lässt sich der oft unifreie Samstag nutzen.
Messen betreuen und als Promoter arbeiten
Als Messehostess oder beim Verteilen von Flyern sind die Einsätze meist flexibel und lassen sich mit der Freizeit am Wochenende kombinieren, sodass das Studium nicht zurückstehen muss. Auf Messen ergibt sich zudem gelegentlich die Gelegenheit, mit möglichen künftigen Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen. Vorsicht ist bei unseriösen Anbietern geboten.
Aushilfs- und Gelegenheitsjobs
Wer sich nicht auf eine Tätigkeit festlegen möchte, sucht sich verschiedene Aushilfsjobs – etwa Auf- und Abbau bei Messen und Events oder kurze Verkaufseinsätze auf Märkten. Solche Jobs sind oft schnell zu bekommen, weil keine besonderen Qualifikationen gefordert werden.
Werkstudent: im eigenen Fachgebiet arbeiten
Wer praktische Erfahrung im Studienbereich sammeln möchte, sucht sich eine Stelle als Werkstudent. So können etwa angehende Juristen bereits in einer Kanzlei mitarbeiten. Anders als ein beliebiger Nebenjob hat die Werkstudententätigkeit in der Regel fachlichen Bezug zum Studium: Man knüpft Kontakte zu möglichen Arbeitgebern und kann die Erfahrung später im Lebenslauf angeben. Viele Unternehmen schätzen Werkstudenten, weil sie so eigenen Nachwuchs aufbauen. Auch hier gilt in der Vorlesungszeit die 20-Stunden-Grenze.
In den Semesterferien arbeiten
Für Studierende mit vollen Stundenplänen bietet es sich an, vor allem in den Semesterferien zu arbeiten. Während des Semesters bleibt so uneingeschränkt Zeit fürs Studium, während in den Ferien in Vollzeit gearbeitet werden kann. Häufig werden Urlaubsvertretungen gesucht, sodass die Tätigkeit von vornherein auf einige Wochen begrenzt ist.
Häufig gestellte Fragen
Ab wie vielen Wochenstunden werden für Studierende Sozialversicherungsbeiträge fällig?
In der Vorlesungszeit gilt für das Werkstudentenprivileg eine Grenze von 20 Wochenstunden. Wer regelmäßig darüber arbeitet, verliert diesen Status; dann werden Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fällig. In die Rentenversicherung wird bei einem versicherungspflichtigen Job ohnehin eingezahlt. Für Abend-, Nacht- und Wochenendarbeit sowie für die Semesterferien gelten Ausnahmen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Werkstudenten und einem klassischen Nebenjob?
Ein Werkstudent arbeitet in der Regel fachnah im eigenen Studienbereich und sammelt dabei Berufserfahrung, die zum Studium passt. Ein klassischer Nebenjob dient vor allem dem Zuverdienst und muss keinen inhaltlichen Bezug zum Studium haben.
Welcher Studentenjob passt zu einem vollen Stundenplan?
Bei wenig Freizeit während des Semesters eignen sich vor allem Jobs mit flexiblen Abend- und Wochenendzeiten, etwa in der Gastronomie, sowie Aushilfs- und Ferienjobs. Wer möchte, verlagert den Zuverdienst ganz in die Semesterferien.
Muss ich meinen Studentenjob versteuern?
Ob Steuern anfallen, hängt von der Art der Beschäftigung und der Höhe des Einkommens ab. Viele Studierende bleiben mit ihrem Jahreseinkommen unter dem steuerlichen Grundfreibetrag und zahlen dann keine Einkommensteuer; bereits einbehaltene Lohnsteuer lässt sich häufig über die Steuererklärung zurückholen. Für Details lohnt der Blick auf offizielle Informationen des Studierendenwerks oder der Finanzverwaltung.