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Heimarbeit klingt nach einem bequemen Weg, die Haushaltskasse aufzubessern – birgt aber auch das Risiko, an unseriöse Anbieter zu geraten. Wer Heimarbeit als Nebenjob sucht, sollte deshalb wissen, welche Angebote seriös sind, woran sich Abzocke erkennen lässt und welche Formalien zu beachten sind.
Lohnt sich Heimarbeit als Nebenjob?
Ob sich Heimarbeit lohnt, hängt vor allem von den eigenen Erwartungen ab. Mit seriöser Heimarbeit lässt sich kein Vermögen anhäufen – jeder Anbieter, der etwas anderes verspricht, ist mit Vorsicht zu genießen. Unrealistisch hohe Verdienstversprechen bei nur wenigen Stunden Arbeit pro Woche sind ein deutliches Warnzeichen und sprechen gegen ein seriöses Angebot. Wer dagegen mit einem überschaubaren Zuverdienst zufrieden ist, findet durchaus Möglichkeiten, die Haushaltskasse aufzubessern.
Schwieriger wird es, wenn Sie auf Lohnbasis von zu Hause aus arbeiten möchten. Solche Angebote sind selten geworden. Klassische gewerbliche Heimarbeit wie das Zusammenbauen von Kleinteilen oder das Falten von Kartons ist heute kaum noch zu finden und wird überwiegend maschinell erledigt. Häufig führt der Weg deshalb in eine selbstständige Tätigkeit – kümmern Sie sich dann rechtzeitig um die Formalien (siehe unten).
Woran erkennen Sie seriöse Angebote für Heimarbeit?
Achten Sie auf klare Informationen. Bei seriösen Angeboten wird von Anfang an gesagt, um welche Tätigkeit es geht und wie die Vergütung geregelt ist. Wer Sie zunächst auffordert, ellenlange, bunt formatierte Werbetexte zu lesen oder unprofessionelle Video-Präsentationen anzusehen, gibt Anlass zur Skepsis.
Für Sie als Heimarbeiter sollten keine Kosten entstehen. Werden Schutzgebühren für Material, einmalige Registrierungskosten, der Kauf eines „Startersets“ oder ähnliche Vorauszahlungen verlangt, sollten Sie das Angebot genau prüfen. Dasselbe gilt, wenn Sie für weitere Informationen eine gebührenpflichtige 0900-Nummer anrufen sollen. Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt, dass Nebenjob-Angebote aus Kleinanzeigen und dem Internet fast immer unseriös oder betrügerisch sind – typisches Muster ist die Vorkasse, bevor überhaupt etwas verdient wurde.
Beispiele für seriöse Heimarbeit
Zu den seriösen Möglichkeiten zählen unter anderem Online-Umfragen. Zahlreiche Marktforschungs- und Panel-Institute sind auf die Meinungen von Verbraucherinnen und Verbrauchern angewiesen, um Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Die Registrierung ist in der Regel kostenlos und unverbindlich; die Vergütung erfolgt als Gutschein oder Überweisung. Der Zuverdienst fällt allerdings eher gering aus und eignet sich als kleines Zubrot, nicht als Ersatz für ein Einkommen.
Wer als Callcenter-Agent von zu Hause aus arbeiten möchte, sollte auf eine gute Einarbeitung durch den Arbeitgeber achten – und auch diese Einarbeitung darf nichts kosten. Lassen Sie sich nicht durch Vorgaben wie feste Verkaufszahlen unter Druck setzen. Prüfen Sie vorgelegte Verträge genau: Drohen Vertragsstrafen, falls Sie bestimmte Ziele nicht erreichen? Kommen Sie mit einer einfachen Kündigung wieder aus dem Vertrag heraus?
Arbeiten Sie auf eigene Rechnung und Verantwortung
Wer fachlich versiert ist, kann als Nachhilfelehrer arbeiten. Dafür braucht es keine Agentur – ein Aushang am Schwarzen Brett der Schule genügt oft. Die Tätigkeit muss sich nicht auf Schulfächer beschränken: Auch handwerklicher oder technischer Unterricht, PC-Einzelunterricht oder Handarbeitskurse im eigenen Wohnzimmer sind denkbar. Können Sie Fahrräder reparieren oder bügeln Sie schnell und sauber? Mancher Berufstätige ist froh, wenn sich jemand um seine Hemden kümmert.
Im Zweifel: Verbraucherzentrale fragen
Sind Sie unsicher, ob ein Job-Angebot seriös ist, wenden Sie sich an die Verbraucherzentrale in Ihrer Nähe. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat dem Thema eine eigene Informationsseite gewidmet und sammelt bekannte Maschen unseriöser Anbieter.
Weitere Informationen:
Häufig gestellte Fragen
Kann man mit Heimarbeit schnell reich werden?
Nein. Seriöse Heimarbeit eignet sich als Zuverdienst, nicht als Weg zum schnellen Geld. Unrealistisch hohe Verdienstversprechen bei geringem Aufwand sind laut Verbraucherzentrale ein typisches Warnzeichen für unseriöse Angebote.
Woran erkenne ich unseriöse Heimarbeitsangebote?
Verdächtig sind vor allem Vorauszahlungen – etwa Schutzgebühren, Registrierungskosten oder ein kostenpflichtiges Starterset –, gebührenpflichtige 0900-Nummern, vage Tätigkeitsbeschreibungen und Anbieter, die nur über ein Postfach oder eine Telefonnummer erreichbar sind. Für seriöse Heimarbeit müssen Sie nicht in Vorkasse gehen.
Muss ich für Heimarbeit Steuern zahlen oder ein Gewerbe anmelden?
Einkünfte aus einer Nebentätigkeit sind grundsätzlich steuerpflichtig und in der Steuererklärung anzugeben. Wer selbstständig oder gewerblich tätig wird, muss die Tätigkeit beim Finanzamt anmelden (Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER), bei einem Gewerbe zusätzlich beim Gewerbeamt. Die Details klären Sie am besten direkt mit Ihrem Finanzamt.
Welche seriösen Heimarbeit-Jobs gibt es?
Realistisch sind unter anderem bezahlte Online-Umfragen bei Marktforschungsinstituten, Callcenter-Tätigkeiten von zu Hause, Nachhilfe sowie kleine Dienstleistungen wie Reparaturen oder Bügeln. Der Verdienst ist meist überschaubar und eher als Zubrot zu verstehen.