Ausbildung zum Drucker – heute Medientechnologe Druck

Medientechnologe Druck an einer Offset-Druckmaschine
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Die Ausbildung zum Drucker

Der Ausbildungsberuf, der lange „Drucker“ beziehungsweise „Druckerin“ hieß, trägt seit dem 1. August 2011 offiziell die Bezeichnung Medientechnologe Druck beziehungsweise Medientechnologin Druck. Mit der Umbenennung reagierte die Branche auf die zunehmend automatisierten und digital vernetzten Arbeitsprozesse. Die Tätigkeit bleibt abwechslungsreich und verantwortungsvoll, denn Drucksachen werden weiterhin in vielen Bereichen gebraucht. Dieser Überblick zeigt Ablauf, Voraussetzungen und Spezialisierungen der Ausbildung.

Persönliche Voraussetzungen für Bewerber

Wichtig ist technisches Verständnis, denn moderne Druckmaschinen sind technisch komplex. Kleinere Einricht- und Wartungsarbeiten übernehmen die Auszubildenden zunehmend selbst – steht eine Maschine zu lange still, verursacht das für den Betrieb hohe Kosten. Sorgfalt und Konzentration sind daher gefragt. Weil manche Kunden den Andruck ihrer Drucksachen persönlich begleiten, um kurzfristig Änderungen abzustimmen, gehören außerdem Kommunikationsfähigkeit und ein sicheres Auftreten dazu.

Schulische Voraussetzung

Rechtlich ist keine bestimmte schulische Vorbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen die Ausbildungsbetriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit einem mittleren Bildungsabschluss ein; auch mit einem guten Hauptschulabschluss ist ein Einstieg möglich.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet im dualen System statt. Der Betrieb vermittelt die praktischen, die Berufsschule die theoretischen Kenntnisse.

Aufbau der Ausbildung

In den ersten beiden Jahren stehen gemeinsame Grundlagen im Vordergrund. Erst im dritten Jahr spezialisieren sich die Auszubildenden. Anders als früher gibt es dafür keine festen Fachrichtungen mehr: Seit der Neuordnung 2011 erfolgt die Spezialisierung über sogenannte Wahlqualifikationen. Zu den Pflichtinhalten kommen zwei Wahlqualifikationen aus einer ersten Auswahlliste – etwa Druckformherstellung oder leitstandgestützte Prozesssteuerung – sowie eine Wahlqualifikation zu einem konkreten Druckverfahren aus einer zweiten Auswahlliste. Jede dieser Verfahrens-Wahlqualifikationen umfasst 26 Wochen im dritten Ausbildungsjahr.

Schaubild: Medientechnologe/-in Druck

Arbeitsbereiche

Die Einsatzbereiche sind vielfältig, sodass nach der Ausbildung meist eine Tätigkeit in Voll- oder Teilzeit möglich ist. Dazu zählen Zeitungs-, Tapeten- und Digitaldruckereien ebenso wie der Verpackungsdruck und Formular- oder Endlosdruckereien. In Akzidenzdruckereien werden kleinere Aufträge wie Einladungen, Visitenkarten oder Eintrittskarten bearbeitet, in Werkdruckereien entstehen vor allem Bücher.

Die Grundausbildung

Zunächst lernen die Auszubildenden, wie eine Druckmaschine für einen bestimmten Auftrag eingerichtet wird. Anschließend steuern sie den Druckauftrag eigenständig bis zum Erreichen der Gesamtauflage. Zu jedem Auftrag gehört die genaue Analyse: Wie sieht das gewünschte Schriftbild aus, welche Farben und Bilder kommen zum Einsatz? Darauf aufbauend geben sie das benötigte Material und die erforderlichen Arbeitsschritte an. Auch die Planung im Team und selbstständig gehört zum Berufsbild, ebenso wie die Wirtschaftlichkeit des Arbeitsablaufs und der Umweltschutz.

Fachliche Qualifikationen

Dazu zählen die Aufbereitung digitaler und analoger Daten zur Herstellung der Druckform, die Auswahl passender Druckfarben und Bedruckstoffe sowie das selbstständige Einrichten der Maschine. Ein- und mehrfarbiger Druck gehören ebenso dazu wie die Kontrolle und Optimierung des Druckprozesses. Mit Weiterverarbeitungstechniken geben die Fachkräfte dem Produkt sein endgültiges Aussehen. Regelmäßige Mess- und Prüftätigkeiten sichern die Qualität der Erzeugnisse.

Die wichtigsten Druckverfahren

Im Flachdruck (Offsetdruck) werden Bogen- oder Rollenoffsetmaschinen eingerichtet und gesteuert; damit entstehen zum Beispiel Zeitungen, Verpackungen und Bücher. Im Hochdruck – heute vor allem als Flexodruck – werden Etiketten, Zeitungen und Verpackungsmaterial produziert. Der Tiefdruck kommt bei hohen Auflagen zum Einsatz, etwa für Tapeten, Kataloge und Illustrationen; die Rollentiefdruckmaschinen werden leitstandgestützt eingerichtet und gesteuert. Der Digitaldruck eignet sich für Mailings, Visitenkarten und Einladungen – dabei werden die Daten zu Druckjobs aufbereitet und der Druckprozess entsprechend gesteuert.

Weiterbildung und Aufstieg

Nach der Ausbildung stehen mehrere Fortbildungen offen. Wer Führungsaufgaben übernehmen möchte, kann sich zum Industriemeister der Fachrichtung Printmedien oder zum Druckermeister weiterbilden; auch der Medienfachwirt ist ein anerkannter Aufstiegsabschluss. Technisch Interessierte qualifizieren sich zum Techniker der Fachrichtung Druck- und Medientechnik. Mit entsprechenden Voraussetzungen ist zudem ein Studium möglich, etwa in Druck- und Medientechnik oder Medienproduktion.

Ausbildung zum Drucker im Vergleich

Medientechnologen Druck richten Druckmaschinen ein, stimmen Farben ab, überwachen den Lauf und beheben Störungen.

Weg in den Beruf
Duale Ausbildung, 3 JahreAusbildungsordnung vom 07.04.2011
Prüfung
Zwischen- und Abschlussprüfung · mit Wahlqualifikationen
Einstieg ohne Abitur
ja
Neue Ausbildungsverträge 2024
447Platz 79 von 184 Ausbildungsberufen, die berufe.eu vorstellt
Frauenanteil bei den Neuen
20 %Mittelwert (Median) dieser Berufe: 20 %
Schulabschluss der Neuen
ohne Abschluss 2 % · Hauptschule 28 % · mittlerer Abschluss 47 % · (Fach-)Abitur 18 % · Ausland 4 %Abitur-Anteil im Mittelfeld der Berufe
Abschlussprüfung bestanden
85 %Median: 92 % · Prüfungen 2024: 411
Vorzeitig gelöste Verträge
39 je 100 neue Verträgeeigene Näherung aus Destatis-Zahlen 2024 · Median: 32

Passt der Beruf zu dir?

  • Handwerk & Technik prägend
  • Menschen & Beratung kaum
  • Gestaltung gelegentlich
  • Zahlen & Organisation gelegentlich
  • Draußen & Natur kaum
  • Körperlicher Einsatz deutlich
  • Verantwortung gelegentlich
  • Ungewöhnliche Arbeitszeiten deutlich

Passt, wenn du …

  • versteht komplexe Maschinen
  • achtet genau auf Farbe und Passer
  • bleibt bei Lärm konzentriert

Eher schwierig, wenn du …

  • verträgt Maschinenlärm schlecht
  • will viel mit Kunden reden

Ähnliche Berufe: Verpackungsmittelmechaniker · Verfahrensmechaniker · Papiermacher werden · Holzmechaniker/-in · Weintechnologe/-technologin

Quellen: Passungsprofil: redaktionelle Bewertung von berufe.eu; Ausbildungszahlen: Statistisches Bundesamt (Destatis), Berufsbildungsstatistik 2024; Ränge, Mediane und Näherungen: eigene Berechnung; Ausbildungsordnung: gesetze-im-internet.de.

Häufig gestellte Fragen

Wie heißt der Ausbildungsberuf Drucker heute offiziell?

Seit dem 1. August 2011 lautet die offizielle Berufsbezeichnung Medientechnologe Druck beziehungsweise Medientechnologin Druck. Sie ersetzt den früheren Beruf Drucker/Druckerin.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Ausbildung dauert drei Jahre und wird dual im Betrieb und in der Berufsschule absolviert.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Statt fester Fachrichtungen wählen die Auszubildenden im dritten Jahr Wahlqualifikationen. Dazu zählen konkrete Druckverfahren wie Bogen- und Rollenoffsetdruck, Zeitungsdruck, Tiefdruck, Flexodruck sowie Digitaldruck.

Welche Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?

Möglich sind unter anderem der Industriemeister Printmedien, der Druckermeister, der Medienfachwirt sowie der Techniker für Druck- und Medientechnik. Mit passenden Voraussetzungen ist auch ein Studium möglich.