Neurowissenschaftler

Neurowissenschaftler
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Berufsbild Neurowissenschaftler

Das Studium der Neurowissenschaften stellt eine junge Forschungsdisziplin dar, kann jedoch als Mode-Studium näher beschrieben werden. Die Fachrichtung ist so populär, weil das Studium interdisziplinär ausgerichtet ist. Die Studienmöglichkeiten sind aber meistens örtlich zulassungsbeschränkt, das heißt die Zulassung erfolgt mithilfe eines Numerus Clausus (NC).

Das Gehirn überwacht körperliche Aktivitäten. Dazu gehören vor allem Herzfrequenz, Sexualität und Emotionen sowie Lernen und Gedächtnis. Vermutlich wirkt das Gehirn auf die Immunreaktion bei Krankheiten ein und bestimmt zum Teil, wie Patienten auf ärztliche Therapien antworten. Das Gehirn schreibt die Gedanken, Hoffnungen, Wünsche und Vorstellungen vor. Allein das Gehirn macht den Menschen aus. Neurowissenschaftler wollen das menschliches Verhalten besser verstehen und Möglichkeiten finden, den Erkrankungen des Gehirns präventiv zu begegnen.

Ausbildung

Das neurowissenschaftliche Studium verhilft zuerst zu den medizinisch-naturwissenschaftlichen Grundkenntnissen beispielsweise der Chemie, Biologie, Physiologie oder Biochemie. Darauf basierend werden neurowissenschaftliche Unterrichtseinheiten beziehungsweise Spezialisierungen veranstaltet, beispielsweise in Neurobiologie, Neurophysiologie, Neurotechnologie, Neuroinformatik oder Kognitive Neurowissenschaft.

Gegenstand des neurowissenschaftlichen Studiums ist die Funktionsweise des Gehirns. Den Studierenden sollen theoretische und methodische Kompetenzen vermittelt werden, damit sie später eigenständig forschen können. Die Lehrkörper bringen die Studierenden an den Stand der Wissenschaft heran und geben in Vorlesungen Impulse zu eigenen Recherchen.

Die angehenden Neurowissenschaftler besuchen Vorlesungen, Seminare und Praktische Übungen an der Hochschule, beispielsweise in folgenden Modulen: Biochemie und Molekularbiologie, Biostatistik, Chemie, Entwicklungsneurobiologie, Evolution, Entwicklung und Systematik der Tiere, Neuroanatomie, Neuropathologie, Pharmakologie, Physik, Physiologie, Versuchstierkunde.

Regelung der Ausbildung / Ablauf

Das grundständige Studienfach Neurowissenschaft vermittelt wissenschaftliches und praktisches Grundlagenwissen in Chemie, Physik, Biochemie, Physiologie und Neuroanatomie. Da es kaum Möglichkeiten gibt ein Bachelor Studium der Neurowissenschaften aufzunehmen, beginnt man mit einem Studium im naturwissenschaftlichen Bereich. Ein weiterer Teil des Studiums befasst sich mit krankhaft veränderten Funktionen des Gehirns. Seminare eröffnen die Chance, sich umfassender mit der Materie zu beschäftigen. In späteren Semestern besteht für die Studierenden die Möglichkeit sich in Abhängigkeit vom Profil der Hochschule zu spezialisieren.

Dauer der Ausbildung

Nach sechs Semestern kann das Bachelor Studium mit dem akademischen Grad des Bachelor of Science (B.Sc.) abgeschlossen werden. Nach Beendigung des anschließenden drei- bis viersemestrigen spezialisierten Master Studiums kann der akademische Grad des Master of Science (M.Sc.) erworben werden.

Ausblick nach der Ausbildung

Mit einem B. Sc. ergeben sich berufliche Chancen für den Einstieg beispielsweise in der Pharmaindustrie, der klinischen Praxis oder dem wissenschaftlichen Journalismus. Die Tätigkeitsfelder erstrecken sich dabei von der Laboranalyse über die Verfahrens- und Produktentwicklung bis hin zur Gutachter- und Sachverständigentätigkeit.

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten als Neurowissenschaftler

Eine Promotion ist in der Regel für eine wissenschaftliche Laufbahn an der Hochschule erforderlich. Für die Berufung zum Hochschulprofessor benötigt man in der Regel eine Habilitation. Die Promotion erleichtert gegebenenfalls auch in der Privatwirtschaft, im Bereich der Forschung und in der öffentlichen Verwaltung den Zugang zu gehobenen beruflichen Positionen.

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